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Gröditz: Neuer Bahnsteig eingeweiht

Der VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen nutzt die Gelegenheit zur Kritik an ein weiteres Neun-Euro-Ticket.

Von Jörg Richter
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Das Einweihungsband am neuen Gröditzer Bahnsteig ist durchgeschnitten. Darüber freuen sich (v.r.n.l.) Ex-Bürgermeister Jochen Reinicke, Christian Schulz von der Deutschen Bahn, der neue Bürgermeister Enrico Münch und VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen.
Das Einweihungsband am neuen Gröditzer Bahnsteig ist durchgeschnitten. Darüber freuen sich (v.r.n.l.) Ex-Bürgermeister Jochen Reinicke, Christian Schulz von der Deutschen Bahn, der neue Bürgermeister Enrico Münch und VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen. © Foto: Lutz Weidler

Gröditz. Passender konnte der Zeitpunkt nicht sein. Als am Montag gegen 14.30 Uhr der neue, barrierefreie Bahnsteig am Gröditzer Haltepunkt eingeweiht wurde, hielt ein Personenzug an. Rund 40 Jugendliche, die offenbar aus der Schule in Riesa kamen, stiegen aus und brachten die Festredner etwas aus dem Konzept.

Der neue Gröditzer Bürgermeister Enrico Münch reagierte eher heiter. Er hatte kurz zuvor von Christian Schulz, dem Leiter des Bahnhofsmanagements der Deutschen Bahn in Leipzig, erfahren, dass in Gröditz täglich rund 330 Reisende ein- und aussteigen. Das zeige eine aktuelle Statistik der Bahn. Dass von den 330 ausgerechnet jetzt so viele ankommen, sei wohl gewollt, witzelte Münch.

Geplant war das allerdings kaum. Denn der dritte Laudator Burkhard Ehlen hatte sich um zehn Minuten verspätet. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) gab anschließend einem MDR-Kamerateam noch ein Kurzinterview, sodass sich der eigentliche Festakt weiter verschob.

Ehlen nutzte die offizielle Einweihung des neuen Bahnsteiges für Kritik an ein weiteres Neun-Euro-Ticket. Die Bundesregierung habe für dieses Billigticket, mit dem Bahn- und Buskunden den Sommer sehr günstig durch Deutschland reisen konnten, so viel Geld ausgegeben, das man hätte lieber anders verwenden sollen. Runtergerechnet auf das VVO-Gebiet hätten mit dem Geld 22 Bahnsteige wie in Gröditz erneuert werden können. "Wir müssen erstmal die Voraussetzungen für den öffentlichen Nahverkehr verbessern, bevor man über ein Neun-Euro-Ticket redet", so Ehlen.

1,2 Millionen Euro Baukosten

Der 170 Meter lange Bahnsteig hat 1,2 Millionen Euro gekostet. Er wurde nach nur zwei Monaten Bauzeit fertiggestellt. "Insgesamt verlief der Umbau sehr reibungslos", lobte Bahnhofsmanager Christian Schulz vor allem die Baufirma.

"Wir freuen uns über das neue Schmuckstück und hoffen, dass es noch lange so bleibt", sagt Bürgermeister Münch. Auch sein Vorgänger Jochen Reinicke ließ sich die Einweihung des Bahnsteigs nicht entgehen. "Schließlich haben wir uns zehn Jahre lang darum bemüht." Erst vor vier Jahren konnte der Parkplatz davor eröffnet werden.