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Gröditz trauert um Ehrenbürger

Wegen seiner Verdienste um den Erhalt des Stahlstandorts hatte die Stadt Kurt Biedenkopf 2011 geehrt. Kontakt hielt man bis zuletzt.

Dieses Foto von Kurt Biedenkopf ist auch im Gröditzer Rathaus zu finden. Der diese Woche verstorbene Politiker ist seit zehn Jahren Ehrenbürger der Kommune.
Dieses Foto von Kurt Biedenkopf ist auch im Gröditzer Rathaus zu finden. Der diese Woche verstorbene Politiker ist seit zehn Jahren Ehrenbürger der Kommune. © Stadt Gröditz

Gröditz. Die Stadt Gröditz trauert um ihren Ehrenbürger Kurt Biedenkopf. Der frühere sächsische Ministerpräsident war am Donnerstag im Alter von 91 Jahren in Dresden gestorben. Nach dem Unternehmer und Mäzen Siegfried Richter, der 1992 geehrt wurde und im Jahr 2000 gestorben war, hatte Biedenkopf die höchste Auszeichnung der Stadt 2011 als zweite und bisher letzte Person erhalten.

Mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft hatte die Stadt das Engagement Biedenkopfs zum Erhalt des Stahlstandortes Gröditz und seinen Beitrag zur positiven Entwicklung des dortigen Stahlwerks nach der Wiedervereinigung gewürdigt. Sowohl als Ministerpräsident als auch als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Schmiedewerke Gröditz und der damaligen Elektrostahlwerke Gröditz habe er maßgeblich Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und darüber hinaus genommen, hieß es seinerzeit zur Begründung. Bis heute sind die zum Stahlkonzern Georgsmarienhütte gehörenden Schmiedewerke der größte Arbeitgeber in Gröditz.

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Die Stadt wolle den Ehrenbürger zunächst mit einer Traueranzeige im nächsten Röderjournal würdigen, sagte der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) am Freitag. Außerdem wolle man Anfang nächster Woche mit Biedenkopfs Büro in Kontakt treten.

Gewürdigt wurde der CDU-Politiker in Gröditz zu Lebzeiten unter anderem mit einem großen Porträt auf dem Rathausflur. Stadtchef Reinicke sagte, posthum seien weitere Ehrungen vorstellbar. Es gebe dazu auch bereits Überlegungen. Zu Details wollte er sich aber noch nicht äußern.

Denkbar wäre, dass eine städtische Einrichtung in Gröditz Biedenkopfs Namen erhält. Eine Straße nach Biedenkopf zu benennen, dürfte ebenso eine Option sein.

Kontakt hielt man in Gröditz mit Kurt Biedenkopf bis zuletzt. Erst vor wenigen Tagen habe man dem zuletzt schwer erkrankten Ministerpräsidenten a.D. Genesungswünsche geschickt, so Bürgermeister Jochen Reinicke. Das letzte persönliche Treffen mit Kurt Biedenkopf habe er zu dessen 90. Geburtstag Anfang 2020 in Dresden gehabt, so der Gröditzer Rathauschef. Darüber hinaus habe es auch telefonischen Kontakt zu ihm und seiner Frau gegeben. Persönlich in Gröditz gewesen sei Kurt Biedenkopf das letzte Mal zum Bürgermeisterempfang 2019, so Reinicke.

Mit Kurt Biedenkopf ist nunmehr auch der zweite Ehrenbürger von Gröditz nicht mehr am Leben. Den Titel Ehrenbürger behalte der frühere Politiker auch nach seinem Tod, so Stadtchef Reinicke.

Dass es in nächster Zeit weitere Gröditzer Ehrenbürger geben wird, glaubt der Bürgermeister nicht. Die Verdienste, die eine solche Auszeichnung rechtfertigten, seien nur sehr schwer zu erlangen.

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