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Großreinemachen an der Elbe

Zwischen Jahnamündung und Hafen sind derzeit Arbeiter unterwegs, um Uferbewuchs zu entfernen. Für ihre Aufgabe haben sie nicht allzu viel Zeit.

Mit Kleinbus, Lkw und Schiff: Am Riesaer Elbufer finden seit Montag Pflegearbeiten statt. Einige Bereiche werden dabei allerdings ausgespart.
Mit Kleinbus, Lkw und Schiff: Am Riesaer Elbufer finden seit Montag Pflegearbeiten statt. Einige Bereiche werden dabei allerdings ausgespart. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Von wegen stille Winteridylle: Neben dem Elbeparkplatz ging es am Montag betriebsam zu – und laut. Mehrere Arbeiter waren mit Kettensägen unterwegs. Nebenan ratterte ein Häcksler. Passanten mutmaßten, dass die Bundeswehr zugange sein könnte, oder die Männer aus Baden-Württemberg kommen. Das Kennzeichenkürzel „BW“ an einem der Autos steht aber weder für das Heer noch das Bundesland, sondern für Bundeswasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.

Schon seit einigen Tagen sind deren Mitarbeiter in Riesa zugange. Bis vorige Woche liefern aber nur Vorarbeiten, um das Elbufer besser begehbar zu machen. Die eigentlichen Maßnahmen sind jetzt am Montag gestartet, sagt Lutz Klahr, Leiter der Mühlberger Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamts Dresdens (WSA).

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Zweieinhalb von 140 Kilometern

Mit ihren 15 Mitarbeitern kümmert sie sich um 70 Kilometer Elbufer – also wegen der beiden Flussseiten letztlich 140 Kilometer. In Riesa ist auf 2,5 Kilometern davon jetzt Großreinemachen angesagt – von der Jahnamündung am Stadtpark bis zur Hafenmündung in Gröba.

Von Pflegearbeiten mag Klahr nicht so gern sprechen. Es gehe um die Unterhaltung der Uferbauwerke und der dortigen Schifffahrtszeichen. Die Zeichen geben den Schiffen bei der Fahrt Orientierung. Allerdings wachsen sie im Lauf der Jahre zu und müssen regelmäßig freigeschnitten werden. Das Gleiche gelte für die Uferbauwerke wie das sogenannte Deckwerk auf der Riesaer Elbseite, sagt Lutz Klahr. Dabei handelt es sich um die gepflasterte Böschung.

Die Spundwand unterhalb vom Muskator ist indes von den laufenden Arbeiten explizit ausgenommen, da es sich um ein Privatgrundstück handele, erläutert Klahr. Auch weitere Uferstücke zwischen Stadtpark und Hafen fassen die Arbeiter aus diesem Grund nicht an. „Wir bewegen uns auf den Schrägufern, das sind unsere Flächen“, betont der WSA-Verantwortliche.

Trockenheit lässt Gewächse sprießen

Dass etwas passieren muss, hat Lutz Klahr zufolge mit dem über Jahre entstandenen Bewuchs zu tun. So seien mit der Zeit und durch hohe Wasserstände Samen in die Pflasterfugen eingedrungen. In der Folge seien Sträucher und Bäume gewachsen. Das schade den Deckwerken.

Die vergangenen drei Trockenjahre hätten den Bewuchs gar ins Extreme gesteigert: Weil das Flusswasser fehlte, sprießte es in den Bauwerken und sogar noch davor. Deswegen müssen die Gewächse jetzt entfernt werden.

Die Zeit dafür ist überschaubar: Noch bis 14. Februar, also Ende kommender Woche, darf etwas gemacht werden. Für diesen vom WSA beantragten Zeitraum hat die Umweltbehörde grünes Licht gegeben.

Das Arbeitsschiff "Weißeritz" ist an den aktuellen Arbeit mit beteiligt.
Das Arbeitsschiff "Weißeritz" ist an den aktuellen Arbeit mit beteiligt. © Klaus-Dieter Brühl

Ob bis dahin alle Unterhaltungsmaßnahmen in dem Abschnitt erledigt werden können, muss sich zeigen. Der Schnee war nicht nur für Lutz Klahr eine Überraschung – sondern ist für seine Mitarbeiter auch ein Problem. „Ich kann meine Leute nicht dem Risiko aussetzen, bei dem Schnee auf die Böschung zu gehen.“ Ans Strauchwerk in den Pflasterflächen sei daher vorerst kein Herankommen. Wie sich eine Schneeschmelze in den nächsten Tagen auf den Elbpegel und damit die Erreichbarkeit bestimmter Uferteile auswirkt, dahinter steht auch noch ein Fragezeichen.

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Die acht vor Ort befindlichen WSA-Mitarbeiter konzentrieren sich deshalb auf erreichbare Gewächse am Ufer, zum Beispiel Bäume. Zwischen den Elbbrücken ist zudem ein Mähroboter im Einsatz, um mit den dortigen Brombeersträuchern zu fertig zu werden. Unterstützt werden die Arbeiter an Land von Kollegen auf dem Arbeitsschiff „Weißeritz“, das zum Beispiel Holz aufnimmt und abtransportiert.

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