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Halloween mit Mundschutz?

Das Landratsamt will den Kindern in Riesa und Umgebung den gruseligen Spaß nicht verwehren. Auch Reformationstagfeiern sind erlaubt. Beides unter Vorgaben.

Freizeitinsel-Mitarbeiter Tom ist auch in diesem Jahr bereit, beim Halloweenfest den Kindern das Fürchten zu lehren. Doch diesmal mit Mundschutz.
Freizeitinsel-Mitarbeiter Tom ist auch in diesem Jahr bereit, beim Halloweenfest den Kindern das Fürchten zu lehren. Doch diesmal mit Mundschutz. © Sebastian Schultz

Landkreis. An Halloween scheiden sich die Geister. Lange Zeit galt der aus Amerika herübergeschwappte Brauch als unpopulär. Vor allem im Heimatland der Reformation, wo lieber Reformationstag gefeiert werden soll, statt das Gruselfest am Vorabend des katholischen Allerheiligen-Festes. 

Doch trotz der Vorbehalte der Erwachsenen haben sich die Kinder durchgesetzt. Immer mehr Mädchen und Jungen verkleiden sich jedes Jahr am 31. Oktober als Gerippe, Zombie, Hexe oder Vampir. Sie ziehen, wenn es dunkel wird, von Haus zu Haus und fragen nach Süßigkeiten. Doch ist dieser Gruselspaß auch in Corona-Zeiten möglich?

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Das Landratsamt Meißen will kein Spielverderber sein, bittet aber Eltern und Kinder vor dem Hintergrund der bestehenden Ansteckungsgefahr um Augenmaß. "Natürlich sollen Veranstaltungen und Feiern stattfinden", sagt die stellvertretende Pressesprecherin Helena Musall. "Aber nicht alles, was rechtlich möglich ist, sollte in jedem Fall ausgereizt werden." Respekt und Verantwortungsbewusstsein sowie der gesunde Menschenverstand würde es gebieten, niemanden unnötigen Risiken auszusetzen. "Dies gilt natürlich auch für Halloween und Reformationsfeierlichkeiten."

Nicht mehr als fünf Kinder pro Gruppe

Dass die Kinder am 31. Oktober von Haus zu Haus gehen, soll auch in diesem Jahr grundsätzlich möglich sein. "Allerdings sollten Corona-bedingt besondere Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden, um weder die Kinder, noch die Besuchten unnötigen Risiken auszusetzen", so die Pressesprecherin. 

Konkret heißt das: Die Halloween-Gruppen sollten nicht mehr als fünf Kinder umfassen. Zudem sollten sie aus dem ohnehin vorhandenen Kontaktbereich stammen. Also aus der gleichen Schulklasse oder dem regelmäßigen Freundes- und Familienbereich kommen. "Mund-Nasen-Bedeckungen sollten selbstverständlich sein", sagt Helena Musall. 

Das Landratsamt Meißen empfiehlt, Halloween-Gaben nur in Originalverpackung anzunehmen und die Süßigkeiten nur nach vorheriger ausführlicher Handhygiene zu verzehren. Vor dem Hintergrund, dass Quarantänepersonen nicht die Haustür öffnen dürfen, sollte auch dort nur einmal geklingelt werden, wo erkennbar jemand zu Hause ist.

Gruselfest auf der Freizeitinsel bereits ab Mittag

Aber wie sieht es mit den Halloween-Veranstaltungen in Kinder- und Jugendeinrichtungen aus? Zum Beispiel in der Freizeitinsel in Riesa-Merzdorf. Dort stellt der gleichnamige Verein seit Jahren ein Halloween-Gruselfest auf die Beine, das sehr beliebt ist. Nicht nur bei Riesaer Kindern. Diesmal soll es am Freitag, also einen Tag vor Halloween, stattfinden. "Wir wollten es wegen der Kinder nicht absagen, aber wir standen schon kurz davor", verrät eine Mitarbeiterin. 

Bereits seit Wochen bereitet sich das Freizeitinsel-Team darauf vor. Es hat auch ein Hygienekonzept erstellt. Es ging ursprünglich von 300 Besuchern aus. Doch das wird diesmal nicht möglich sein. Denn das Landratsamt hat die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzt. 

Um so viel wie möglich Kindern einen Besuch des Gruselfestes am Merzdorfer Teich zu ermöglichen, haben die Freizeitinsel-Macher die Veranstaltungszeiten geändert. In den vergangenen Jahren begann das hiesige Halloweenfest um 16 Uhr und endete 20 Uhr. Diesmal werden die Kinder und ihre Eltern ab 12 Uhr erwartet. Die Freizeitinsel-Mitstreiter hoffen, dass einige Mamas und Papas am Freitag noch Urlaub haben und deshalb mit ihren Schützlingen schon ab Mittag zum Gruselfest kommen. So soll sich der Besucherandrang mehr verteilen. 

Um die Vorgaben des Landratsamtes zu gewährleisten, werden nummerierte Karten ausgeteilt, damit gleichzeitig nur maximal 100 Gäste auf dem Freizeitinsel-Gelände sind. Bereits um 18 Uhr soll diesmal Schluss sein.   

Gottesdienst oder nicht

Auch für die evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden in und um Riesa gilt, dass bei ihren Feierlichkeiten zum Reformationstag maximal 100 Personen zugelassen sind. Das trifft zum Beispiel auf die Heimatgemeinde des neuen Riesaer Pfarrers Martin Scheiter zu. In der Wackerhalle Nünchritz kommen ab 15 Uhr Christen zu einer "Feier wie zu Luthers Zeiten" zusammen. Weil dort auch gepredigt wird, trägt dieses Kaffeetrinken den Charakter von Gottesdiensten, und die sollen laut Bundeskanzlerin Angela Merkel auch im ab Montag beginnenden Teil-Lockdown möglich sein. Allerdings werden in Nünchritz weniger als 100 Leute erwartet.

Die Orgelsoiree zum Reformationstag in der Riesaer Trinitatiskirche ist ebenfalls Teil eines Gottesdienstes. Ab 17 Uhr spielt Kantor Sebastian Schwarze-Wunderlich an der Orgel von Bach, Buxtehude und Pepping. Auch für diese Veranstaltung gibt es ein Hygienekonzept. Ausreichend Platz, um die Abstandsregeln einzuhalten, ist vorhanden.

Dagegen könnte das für den 15. November geplante Orgelkonzert zum Ende des Kirchenjahres in der Trinitatiskirche dem Teil-Lockdown zum Opfer fallen. Denn es handelt sich dabei um eine rein musikalische Veranstaltung. Und die soll es in den kommenden Wochen in Riesaer Kirchen nicht geben. 

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