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Hanf-Kleingärtner muss 4.000 Euro zahlen

Weil der Zeithainer seine Schuld eingesteht, wird es nicht noch teurer für ihn.

Fünf Hanf-Pflanzen (Cannabis) sind einem Kleingärtner jetzt zum Verhängnis geworden.
Fünf Hanf-Pflanzen (Cannabis) sind einem Kleingärtner jetzt zum Verhängnis geworden. © dpa

Riesa/Zeithain. Alter schützt vor Torheit nicht. Dieses Sprichwort trifft auf einen Zeithainer zu, der in dieser Woche am Amtsgericht Riesa auf der Anklagebank saß. Der 55-jährige Mann hatte in einer Röderauer Gartenanlage Hanf angepflanzt. Das blieb nicht unbemerkt. Und so muss sich der kernige Schweißer vor Gericht verantworten. 

Dort gibt er seinen Fehler ohne Wenn und Aber zu und verzichtet auch auf einen Verteidiger. „Es ist alles geklärt, ich brauche es nicht abzustreiten“, sagt er und versichert: „Ich habe mit Drogen normalerweise nichts am Hut.“ Er wollte es nur mal ausprobieren, wie es so funktioniert, Hanf anzubauen. Dass er die Cannabisblüten ernten und rauchen wollte, davon spricht er zuerst kein Wort. Erst später gesteht er, "eine Tüte reingezogen" zu haben.

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Doch wegen Kiffens steht er nicht vor Gericht, sondern weil er keine Anbauerlaubnis für Betäubungsmittel besitzt. Immerhin 285 Gramm getrocknete Cannabisblüten wurden in seinem Garten gefunden. Das entspricht einer Wirkstoffmenge von 4,05 Gramm Tetrahydrocannabinol (THC). Ab 7,5 Gramm wäre es für den Zeithainer gefährlich geworden. Die deutsche Rechtsprechung spricht dann von einer "nicht geringen" Menge, die einen Verbrechenstatbestand darstellt und mit einem Jahr Haft bestraft werden kann. Dessen scheint sich der Angeklagte nicht bewusst zu sein. 

"Der Samen lag jahrelang im Keller"

Auf die Frage der Richterin Ingeborg Schäfer, woher er denn den Samen habe, antwortete er: „Fragen Sie mich was Leichteres!" Er wisse es nicht mehr. „Der Samen lag schon jahrelang im Keller." 

Irgendwann im letzten Jahr ließen die Samen dem Kleingärtner dann doch keine Ruhe mehr und er steckte sie in die Erde. Fünf prachtvolle Hanfpflanzen wuchsen und gediehen. Richterin Ingeborg Schäfer sieht sich ein Foto an, das Polizisten bei der Beweisausnahme im Juni machten. Sie beschreibt die Pflanzen als "auffällig und wuschig". Sie sagt: "Die kann man nicht übersehen." 

Nicht nur das ist dem Angeklagten zum Verhängnis geworden. Wie er berichtet, sei von den Pflanzen auch ein starker Geruch ausgegangen, der bei ungünstigem Wind auch in  andere Parzellen der Gartenanlage geweht wurde. So blieb sein Geheimnis nicht lange geheim. 

Schweißer sieht "Dummheit" ein

"Es ist verboten, das Zeug anzubauen. Das weiß man doch", redet die Richterin dem Schweißer ins Gewissen. Er gibt sich reumütig und sagt: "Das war eine Dummheit von mir." - Eine Dummheit, die dem alleinlebenden Vater von zwei erwachsenen Kindern eine Menge Geld kostet. 

Weil der Zeithainer glaubhaft seinen Fehler eingesehen hat und nicht einschlägig vorbestraft ist, bleibt die Richterin unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von 100 Tagessätzen à 50 Euro. Ingeborg Schäfer spricht von einem "mittelschweren Fall" und verurteilt den Kleingärtner zu 80 Tagessätzen. Er akzeptiert die Strafe von 4.000 Euro. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

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