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Hangar im Feuerwehrmuseum fast fertig

Das ehrenamtlich geführte Museum erwartet die ersten Besucher ab Mai - falls die Corona-Auflagen es zulassen.

Der Vereinsvorsitzende Siegfried Bossack steht vor der neu gebauten Flugzeughalle auf dem Gelände des Sächsischen Feuerwehrmuseums in Zeithain.
Der Vereinsvorsitzende Siegfried Bossack steht vor der neu gebauten Flugzeughalle auf dem Gelände des Sächsischen Feuerwehrmuseums in Zeithain. © Sebastian Schultz

Zeithain. Siegfried Bossack und seine Mitstreiter von der AG Feuerwehrhistorik Riesa sind keine studierten Museumsexperten. Aber so viel wissen die Feuerwehrmänner im Unruhestand schon: "Ein Museum muss mit der Zeit gehen und immer etwas Neues bieten, sonst kommen keine Besucher mehr."

Im Sächsischen Feuerwehrmuseum im Alten Lager Zeithain, das die Mannen um den ehemaligen Riesa-Großenhainer Kreisbrandmeister betreiben, sind im letzten Jahr gleich zwei neue Attraktionen dazugekommen. Sie haben einen Feuerlöschzug der früheren Deutschen Reichsbahn restauriert. Für die beiden roten Waggons wurden extra Schienen verlegt. "Wir sind stolz, als einziges deutsches Feuerwehrmuseum so was vorzeigen zu können", so Bossack.

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Die zweite neue Errungenschaft sei ebenfalls etwas, was man bundesweit in keinem anderen Feuerwehrmuseum findet: Ein Hangar für ein Flugzeug. Er ist für ein Agrarflugzeug des DDR-Luftfahrtunternehmens Interflug bestimmt. Die tschechische Maschine vom Typ Let Z 37 A wurde zum Düngen für die riesigen LPG-Felder genutzt und konnte schnell zum Löschflugzeug umgebaut werden.

Noch steht das ehemalige Agrarflugzeug mitten zwischen Feuerwehrautos und Vitrinen. Doch bald soll es in den neuen Hangar umziehen.
Noch steht das ehemalige Agrarflugzeug mitten zwischen Feuerwehrautos und Vitrinen. Doch bald soll es in den neuen Hangar umziehen. © Sebastian Schultz

Die Let steht schon ein paar Jahre in Zeithain, zwischen lauter historischen Feuerwehrfahrzeugen. Bald soll sie ihre eigene Halle und Ausstellung erhalten. Der Hangar, der von der Gröbaer Metallbauschmiede Werner Richter erbaut wurde, ist 16 Meter breit, zehn Meter tief und am First 4,5 Meter. Die Vereinsmitglieder hatten die Vorarbeiten gemacht, befreiten die Grundfläche, auf dem die Stahlhalle errichtet wurde, von Gestrüpp.

In nächster Zeit soll noch Pflaster hinein. Dann ist der Hangar, so wie er ursprünglich geplant war, fertig. Doch Bossack hat einen Gönner gefunden, der für die Vorderfront ein Glas-Tor sponsern will. Den bisherigen Bau haben die Sparkassenstiftung Meißen, der Landkreis Meißen und die Gemeinde Zeithain mitfinanziert.

Ab 1. Mai werden die ersten Besucher im Sächsischen Feuerwehrmuseum erwartet. Das sei jedes Jahr der normale Termin für die Saisoneröffnung, so Bossack. Das hänge mit dem Wetter zusammen. Die ehemaligen Pferdeställe, die von den vielen ehrenamtlichen Helfern der AG Feuerwehrhistorik zu einem Museum umgebaut wurden, werden nicht beheizt. "Deshalb sollen Leute kommen, wenn es warm ist", sagt der frühere Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes. Und im Sommer ist es hier sogar angenehm kühl.

Vorheriges Anmelden unverzichtbar

So wie im letzten Jahr gelten auch hier die aktuellen Corona-Bestimmungen. Allerdings gab es hier bereits vor Corona eine Anmeldepflicht. Das hat einen einfachen Grund. "Wir machen das alles ehrenamtlich", sagt Bossack. "Da sitzt keiner den ganzen Tag hier, wie in der Gemäldegalerie, und wartet auf Besucher."

Bis auf die Museumsfeste, die aller zwei Jahre stattfinden, wird man hier kaum große Menschenansammlungen antreffen. Normal sind Führungen mit 25 bis 30 Leuten. Sollte sich aber trotzdem mal ein Bus mit 50 Besuchern ankündigen, dann wird ein zweiter Ausstellungsführer benötigt. Auch deshalb ist vorheriges Anmelden unbedingt ratsam.

In den vergangenen Jahren nutzten viele Feuerwehren aus ganz Sachsen die Gelegenheit, eine Ausfahrt nach Zeithain zu organisieren. Hier wird Feuerwehrgeschichte gezeigt und erklärt. Bossack lächelt und sagt: "Bereut hat es noch keiner."

Auch ganz alltägliche Dinge, wie dieses Kinder-Kartenspiel aus DDR-Zeiten, sind in dem Feuerwehrmuseum zu entdecken.
Auch ganz alltägliche Dinge, wie dieses Kinder-Kartenspiel aus DDR-Zeiten, sind in dem Feuerwehrmuseum zu entdecken. © Sebastian Schultz

Höhepunkt in der Arbeit des Vereins ist das Museumsfest, das aller zwei Jahre zahlreiche Gäste, Mitstreiter und Freunde der AG Feuerwehrhistorik anzieht. In diesem Jahr ist es für den 18. September geplant. "Wir hoffen sehr, dass es stattfinden kann", sagt Bossack. Die Planungen dazu haben begonnen. "Absagen kann man es schnell, aber die Vorbereitungen dauern ihre Zeit."

Ein anderer Jahreshöhepunkt ist dagegen ganz von Tisch. Das Nutzfahrzeuge- Oldtimertreffen in Lorenzkirch, das für August angesetzt war, findet nicht statt. "Das ist uns zu unsicher", so Bossack. Immerhin müssten jetzt schon Verträge für Imbiss und Musik abgeschlossen werden.

  • Wer das Sächsische Feuerwehrmuseum auf der Abendrothstraße 12 a in Zeithain besuchen möchte, sollte sich vorher unter der Telefonnummer 03525 7786287 oder per E-Mail an [email protected] anmelden.

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