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Hohe Nachfrage nach Nünchritzer Chemie

Der Münchner Wacker-Konzern ist gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Auch dank seines Standortes Nünchritz.

Im Nünchritzer Chemiewerk läuft die Polysilizium-Produktion wieder Tag und Nacht.
Im Nünchritzer Chemiewerk läuft die Polysilizium-Produktion wieder Tag und Nacht. © Eric Weser

München/Nünchritz. Am 16. März veröffentlicht die Wacker Chemie AG ihren Bericht über das Geschäftsjahr 2020. Bereits in dieser Woche informierte das Unternehmen vorab Zahlen, die das belegen.

"Die Wacker Chemie AG hat das Jahr 2020 im Rahmen ihrer eigenen Erwartungen abgeschlossen", heißt es in einer Pressemitteilung. Zwar sei der Umsatz insgesamt um fünf Prozent zurückgegangen, was vor allem auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie im zweiten Quartal zurückzuführen sei.

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Doch die zweite Jahreshälfte hat eine Trendwende gebracht. Dank der robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie beim Polysilizium sei in der zweiten Jahreshälfte der Einbruch teilweise wieder aufgeholt worden.

Anlagen mit voller Leistung

Daran hat auch die Produktion im Wacker-Chemiewerk Nünchritz ihren Anteil. "Die Anlagen laufen auf volle Kapazität", sagt Konzernsprecher Christoph Bachmair. Die Nachfrage für Polysilizium, das auch in Nünchritz hergestellt wird, sei hoch. Das liege am Aufschwung in der Halbleiter-Branche und im Solar-Bereich.

Vor ein paar Jahren war das noch anders. Da musste die Produktion im neuen Betriebsteil, der extra für die Polysilizium-Herstellung gebaut wurde, zurückgefahren werden. Grund ist die Billigkonkurrenz aus China bei der Produktion von Solaranlagen.

Die Flaute auf dem Solarmarkt verhagelte der Wacker Chemie AG auch die Bilanz für 2019. Der Konzern reagierte und strich weltweit 1.000 Stellen im Verwaltungsbereich. 80 Prozent davon in Deutschland. Die Konzernleitung bezeichnete diese Maßnahme als "Effizienzprogramm".

Corona sogar gut für Wacker?

„Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die Covid-19-Pandemie auf die Weltwirtschaft hatte, hat sich Wacker im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr gut geschlagen“, sagt Konzernchef Rudolf Staudigl. „Die Aufstellung unseres Portfolios, mit der wir Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum Teil kompensieren konnten, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt. Hinzu kommt unser erfolgreich angelaufenes Effizienzprogramm, das uns 2020 bereits eine Ergebnisverbesserung von mehr als 50 Millionen Euro gebracht hat.“

Die jetzt vorliegenden Zahlen nähren bei Aktienhändlern an der Börse die Hoffnung auf eine steigende Wacker-Aktie. So empfiehlt das Internetportal "finanzen.net", weiter auf den Münchner Konzern zu setzen. "Die vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2020 sind solide, aber der Treibstoff für den Kursaufschwung steckt in der Zukunft." Die weltweit steigende Nachfrage nach Polysilizium und die Zusammenarbeit mit Curevac bei der Impfstoffproduktion würden die Aktie zu einem "Liebling der Anleger" machen. "Das dürfte dem Wacker-Kurs weiter Auftrieb geben."

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