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Bald startet nächste Baustelle an der B 169

Die Gelegenheit ist günstig, den Kreisverkehr nördlich von Lichtensee zu bauen. Ist er schon der Vorbote für die Ortsumfahrung?

Auf der Kreisverkehr-Baustelle bei Zeithain wird fleißig gebaggert.
Auf der Kreisverkehr-Baustelle bei Zeithain wird fleißig gebaggert. © Jörg Richter

Zeithain/Lichtensee. Die Straßenbauarbeiten an der Aral-Tankstelle bei Zeithain gehen voran. Der Kreisverkehr, der hier entstehen soll, nimmt immer mehr Gestalt an. Der Leute von der TS Bau GmbH aus Glaubitz haben bereits den Straßenunterbau mit der Frostschutzschicht eingebracht. Sie sind gut im Zeitplan.

Bis Ende November sollen alle Arbeiten im Zusammenhang mit dem Zeithainer Kreisel fertiggestellt sein, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Dresden mit. "Die Baukosten betragen nach derzeitigem Stand rund 1,6 Millionen Euro", sagt Pressesprecher Franz Grossmann. Wie sehr sich die derzeitigen hohen Baustoffpreise auf den hiesigen Straßenbau auswirken, ist noch nicht absehbar. Das Kalkulationsrisiko liegt bei der Baufirma.

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Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße gibt es kaum. Hinter der Tankstelle wurde eine Baustellenumfahrung angelegt, die auch Lkw standhält. Sie wird nach der Einweihung des Kreisverkehrs wieder zurückgebaut und die Felder in ihren ursprünglichen Zustand wieder hergestellt.

Voraussichtlich im Juli geht es los

Wegen der zweijährigen Dauerbaustelle in der Ortsdurchfahrt Prösen sind ohnehin weniger Lkw zwischen Gröditz und Zeithain unterwegs. Clevere Brummifahrer, die aus Richtung Elsterwerda kommen, nehmen gleich die größere Umleitung über Großenhain und die Bundesstraße 98. Damit ersparen sie sich die langsameren Fahrten durch die Dörfer. Zum Beispiel durch Frauenhain, wo die offizielle Lkw-Umleitung für das Straßenbau-Projekt Prösen entlangführt.

Die Zeit ist günstig für weitere Straßenbauarbeiten zwischen Gröditz und Zeithain. Deshalb soll in diesem Jahr auch ein Kreisverkehr nördlich von Lichtensee entstehen. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Juli beginnen, teilte das Lasuv jetzt auf Anfrage der SZ mit. Vorher finden Kampfmitteluntersuchungen und archäologische Grabungen statt.

Der Freistaat möchte mit dem Kreisel die Verkehrssicherheit an dieser Stelle verbessern. Derzeitig mündet die Staatsstraße 89, aus Heidehäuser kommend, in einem spitzen Winkel im Kurvenbereich der B 169 am nördlichen Ortsausgang von Lichtensee ein. "Dadurch bedingt weisen die Sichtverhältnisse und die Vorfahrtssituation an der bestehenden Einmündung erhebliche Sicherheitsdefizite auf", so Grossmann.

Der Kreisverkehr nördlich von Lichtensee (roter Kreis) wird bald gebaut. Der südliche Kreisverkehr könnte nach derzeitigen Vorüberlegungen an dieser Stelle (blauer Kreis) entstehen.
Der Kreisverkehr nördlich von Lichtensee (roter Kreis) wird bald gebaut. Der südliche Kreisverkehr könnte nach derzeitigen Vorüberlegungen an dieser Stelle (blauer Kreis) entstehen. © SZ-Grafik / Lasuv

Mit der vorliegenden Planung soll die Einmündung richtliniengerecht gestaltet und somit die Verkehrssicherheit erhöht werden. Davon sollen nicht nur die Kraftfahrzeuge profitieren, sondern auch die Fußgänger und Radfahrer. Denn südlich der B 169 entsteht ein straßenbegleitender Geh- und Radweg. Damit soll die vorhandene Lücke zwischen der Ortslage Lichtensee und dem bereits vorhandenen Geh- und Radweg, der auf der Höhe des Steiggrabens beginnt und bis nach Tiefenau führt, für die Fußgänger und Radfahrer geschlossen werden.

Die Vermutung liegt nahe, dass der neue Kreisel zur zukünftigen Ortsumgehung Lichtensee gehört. Sie soll nördlich des Dorfes verlaufen und am südwestlichen Ausgang von Lichtensee in einen zweiten Kreisel einmünden. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Ortsumgehung Lichtensee im Zuge der B 169 im "weiteren Bedarf" eingeordnet. "In diese Dringlichkeitskategorie werden Vorhaben eingestuft, denen ein grundsätzlicher verkehrlicher Bedarf zugeschrieben wird, deren Investitionsvolumen jedoch den voraussichtlich bis 2030 zur Verfügung stehenden Finanzrahmen überschreitet", so der Lasuv-Sprecher. Eine Planung zur Ortsumgehung Lichtensee wurde demnach noch nicht beauftragt.

Radwegbrücke über den Steiggraben

"Der geplante Kreisverkehr nördlich von Lichtensee gehört nicht zur Ortsumgehung Lichtensee", sagt Grossmann. "Ob er für die künftige Ortsumgehung vollständig oder teilweise genutzt werden kann, bleibt den entsprechenden Untersuchungen im Rahmen der kommenden Planungen der Ortsumgehung vorbehalten."

Die geplanten Gesamtbaukosten betragen rund 1,7 Millionen Euro und beinhalten neben dem Straßenbau auch den Neubau einer Brücke über den Steiggraben. Beide Maßnahmen werden zeitgleich ausgeführt. Mit der Fertigstellung des Lichtenseer Kreisverkehrs wird aktuell im November gerechnet. Die Gesamtbaumaßnahme mit dem Geh- und Radweg und der Brücke wird voraussichtlich bis 2022 fertiggestellt.

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