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Riesa: Ärztehaus am Elbufer geplant

Die Elblandpolikliniken wollen ihre Riesaer Praxen an einem Ort bündeln. Ein erster Schritt dahin ist nun erfolgt.

Das Luftbild zeigt die Brachfläche, auf der sich ehemals die Calciumwerke der Elbechemie befanden.
Das Luftbild zeigt die Brachfläche, auf der sich ehemals die Calciumwerke der Elbechemie befanden. © Lutz Weidler

Riesa. Sie war einst Standort der Calciumwerke Elbechemie, später nutzten Hundebesitzer die Wiese, um ihren Tieren mehr Auslauf zu erlauben. Seit einigen Jahren nun ist die Grünfläche zwischen Elbufer und Bahnhofstraße in Riesa abgesperrt und liegt damit ungenutzt brach.

Jetzt kündigt sich eine neue Nutzungsmöglichkeit für das Areal der früheren "Chlorodontfabrik" an: Am Dienstag gaben die Mitglieder des Verwaltungs- und Finanzausschusses grünes Licht für den Verkauf einer etwa 4.400 Quadratmeter großen Teilfläche an die Firma Hentschke Dienstleistung Vier. Die Tochterfirma des Lausitzer Bauunternehmens tritt dort aber nur als Investor auf. Sie will auf der Brache im Stadtzentrum ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) errichten - im Auftrag der Elbland Polikliniken.

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In den ersten Planungen, die die Stadt den Ausschussmitgliedern präsentierte, ist von einem dreistöckigen Gebäude die Rede, vor dem nach derzeitigem Stand 42 Parkplätze geplant sind. Das Ärztehaus soll die einzelnen Praxisangebote der Polikliniken bündeln, wie Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) im Ausschuss auf Nachfrage erklärte. Neun Praxen könnten demnach künftig in dem Neubau unterkommen, darunter Fachärzte für Onkologie, Urologie und Orthopädie sowie je zwei Frauenärzte und Allgemeinmediziner. Außerdem sehen die Pläne nach derzeitigem Stand eine Physiotherapie, eine Apotheke und ein Sanitätshaus in dem Gebäude vor.

Die Karte zeigt einen Entwurf des Gebäudes und der Parkplätze für das Medizinische Versorgungszentrum.
Die Karte zeigt einen Entwurf des Gebäudes und der Parkplätze für das Medizinische Versorgungszentrum. © Hentschke Bau

Ähnliche Häuser betreiben die Elbland Polikliniken schon andernorts. In Riesa dagegen sind die Praxen des Unternehmens weiter verteilt; einige sitzen momentan im Ärztehaus Am Kutzschenstein, andere am Puschkinplatz. Ein Haus, in dem mehrere Ärzte ansässig sind, bringt verschiedene Vorteile mit sich. Wege sind kürzer, Technik lässt sich gemeinsam nutzen. Bereits Anfang 2021 hatte Geschäftsführer Ralph Schibbe bestätigt, man wolle dieses Modell auch in Riesa umsetzen.

Detaillierter will sich Schibbe aber zunächst nicht zu dem Vorhaben am Riesaer Elbufer äußern - und begründet das mit der Vorgeschichte. Die Suche nach einem geeigneten Standort läuft schon seit Jahren und war bislang von einigen Rückschlägen geprägt gewesen, wie Marco Müller am Dienstag auf die Nachfrage von Markus Mütsch (Gemeinsam für Riesa) ausführte. Der Stadtrat hatte wissen wollen, ob denn auch andere Objekte anstelle des Neubaus geprüft worden seien - etwa die Mudra-Kaserne an der Heinestraße. Die hätte auch deutlich näher am Elblandklinikum gelegen. "Das war tatsächlich auch unsere Vorzugsvariante", bestätigte Marco Müller im Ausschuss. Letztendlich sei das Vorhaben dort aber daran gescheitert, dass sich beide Seiten nicht bei Kaufpreis und Mietzins einigen konnten.

Schwierige Standortsuche

Auch andere Objekte wurden nach Darstellung der Stadt vom künftigen Betreiber geprüft - aber am Ende scheiterten dort die Pläne aus verschiedenen Gründen. "Das ist der vierte Versuch", so Oberbürgermeister Müller. Ob die Elbland Polikliniken es auch auf einen fünften Anlauf hätten ankommen lassen, erscheint da fraglich. Der Neubau sei insofern von Vorteil, weil dabei weniger Zugeständnisse gemacht werden müssten - etwa an den Denkmalschutz.

Fragen warf der Standort bei den Ausschussmitgliedern auch wegen seiner Nähe zur Elbe auf. Investor Hentschke hatte seinen Plänen das Hochwasser von 2013 zugrunde gelegt. Demzufolge bliebe bei einem nicht unterkellerten Gebäude noch ein Abstand von etwa 1,40 Meter. Sowohl Uta Knebel (Linke) als auch Sven Borner (FDP) meldeten Bedenken an, ob das genügt. Knebel machte darauf aufmerksam, dass die Elbe 2002 noch mehr Wasser geführt hatte. Borner äußerte die Vermutung, der Pegel wäre ohne den Deichbruch bei Moritz auch in Riesa höher gewesen. Gegen den Verkauf stimmte am Ende dennoch kein Mitglied des Ausschusses; lediglich Uta Knebel enthielt sich.

Die Hentschke-Tochter, die das Areal nach dem Beschluss für rund 191.000 Euro von der Stadt kaufen kann, rechnet laut Beschlussvorlage mit Baubeginn im Februar 2022 und einer Bauzeit von anderthalb Jahren.

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