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Der Umzug in Riesas neue Oberschule läuft

Noch laufen einige Bauarbeiten, aber parallel werden an der Oberschule Am Merzdorfer Park schon Kartons ausgepackt.

Schulleiter Jürgen Gläsel in einem der künftigen Klassenzimmer der Oberschule Am Merzdorfer Park.
Schulleiter Jürgen Gläsel in einem der künftigen Klassenzimmer der Oberschule Am Merzdorfer Park. © Sebastian Schultz

Riesa. Die Freude ist Jürgen Gläsel anzumerken, als er durch "seine" Schule führt. In fast jedem Raum der Oberschule Am Merzdorfer Park entdeckt der Schulleiter etwas, das ihn schwärmen lässt. Die höhenverstellbaren Tische am Lehrerplatz zum Beispiel. Das Thema Lehrergesundheit gehöre heute schon zum Standard, sagt Jürgen Gläsel, ehe er sich fürs Foto an einen der Stehtische stellt.

Die zweite Ferienwoche ist noch nicht einmal rum, aber es sieht schon sehr nach Einzug aus im Schulhaus. Am Interimsstandort an der Alleestraße hatten die Schüler am Ende des Schuljahres noch selbst beim Leerräumen geholfen, erzählt Jürgen Gläsel. Viele Lehrerkollegen hatten sich danach die erste Ferienwoche freigehalten, um im neuen Gebäude ein wenig vorzubereiten, erzählt der Schulleiter. Zu tun gibt es im Haus noch genug, man habe bisher nicht alle Kisten auspacken können. So stapeln sich jetzt in den Fluren und Zimmern noch Kartons, die demnächst ausgeräumt werden sollen, jeder Einzelne per Klebezettel katalogisiert und einem Fachbereich zugeordnet.

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In den Fluren sind die Handwerker mit letzten Griffen beschäftigt. Dort werden jetzt nach und nach Sitzmöbel und Tische aufgebaut, alles farblich auf das jeweilige Stockwerk abgestimmt: Grün fürs Erdgeschoss, Orange fürs erste und Blau fürs zweite Obergeschoss. Die Gänge sollen mehr sein als bloße Verbindungswege, erklärt Jürgen Gläsel. In den Sesseln vorm Lehrerzimmer könnten dann auch mal informelle Gespräche mit den Eltern stattfinden. "Wobei ich davon ausgehe, dass die von unseren Schülern auch schnell in Beschlag genommen werden", sagt er und schmunzelt.

Die Kartons müssen in den Ferien noch ausgepackt werden. Auf der farbigen Fläche sollen Sitzmöbel (hinten) dann eine Art Insel im Flur bilden.
Die Kartons müssen in den Ferien noch ausgepackt werden. Auf der farbigen Fläche sollen Sitzmöbel (hinten) dann eine Art Insel im Flur bilden. © Sebastian Schultz

Was die eigentlichen Bauarbeiten anbelangt, steht dem Unterrichtsstart im neuen Schuljahr nichts mehr im Weg, sagt Bauüberwacher Denny Wolf. Dabei hatten Lieferschwierigkeiten auch an der Merzdorfer Straße den Bauablauf gefährdet. Gefehlt hätten nicht etwa die großen Materialien. "Sie werden lachen, aber es waren oft Kleinigkeiten", so Wolf. Etwa Winkelelemente, die beim Fliesen für die Außenecke benötigt wurden. Ein Zulieferer war zudem von der Flutkatastrophe im Rheinland betroffen gewesen. "Mittlerweile sind wir aber baulich so weit ran. Es sind überall noch kleine Schönheits-Operationen übrig."

Auch bei der Sporthalle sehe es mittlerweile gut aus, so der Bauüberwacher. Was teils noch fehlt, ist die Technik hinterm Lehrerpult. "Die Tafeln kommen jetzt erst", erklärt Jürgen Gläsel. Der Auftrag für die Whiteboards war erst kürzlich im Schulausschuss beschlossen worden. Gegen Ende der Sommerferien sollen sie da sein, wenn schon wieder mehr Leute im Schulhaus sind. Auf die Schüler setzt der Schulleiter auch, wenn es um den Hof geht. Da könne schon noch etwas passieren. "Aber das sollen die Schüler mal selbst bestimmen." Es gehe auch darum, die Kinder und Jugendlichen mitzunehmen. "Sonst ist das eine Erwachsenen-Idee."

Für den Raum für Deutsch als Zweitsprache (Daz) sind geschwungene Tische geordert worden, die sich flexibel stellen lassen.
Für den Raum für Deutsch als Zweitsprache (Daz) sind geschwungene Tische geordert worden, die sich flexibel stellen lassen. © Sebastian Schultz

Anfang September geht die Schule wieder los, dann soll es auch noch einen geführten Rundgang und eine offizielle Einweihung geben. Die ersten Schüler haben das Haus auch schon betreten: zur Bücherrückgabe, ebenso zur Zeugnisausgabe. Trotz Corona seien die Leistungen sehr gut ausgefallen, sagt Jürgen Gläsel. "1,0 haben wir nicht, aber oft die Note Sehr Gut." Und etwa ein Drittel der Schüler habe sich in der Abschlussprüfung noch verbessert gegenüber dem Schuljahr. "Das zeigt, dass bei uns Leistung sehr weit oben steht."

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Den Schulstoff, der durch Corona liegen geblieben ist, werde man wohl wieder aufholen können, glaubt Gläsel. Am schwersten wiegt seiner Ansicht nach, dass durch Corona die Berufsorientierung weggefallen sei. "Das waren sonst in der 8. und 9. Klasse je zwei Wochen Praktikum." Dazu komme noch das soziale Lernen. Da werde es auch für die Schulsozialarbeiterinnen einiges zu tun geben. Immerhin bekommt Jürgen Gläsel im neuen Schuljahr nicht nur mehr Schüler - um die 400 werden es sein - sondern auch vier neue Lehrer.

Im Hof ist noch einiges zu tun, sagt Jürgen Gläsel. Da sollen aber die Schüler mitreden.
Im Hof ist noch einiges zu tun, sagt Jürgen Gläsel. Da sollen aber die Schüler mitreden. © Sebastian Schultz

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