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In Stauchitz ist die Kreidezeit vorbei

Die Grundschule Ragewitz und die Oberschule Stauchitz werden digital. Doch derzeit gibt es ein ganz anders Problem.

Von Jürgen Müller
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Schreiben mit Kreide auf einer Schultafel ist in Stauchitz bald Geschichte.
Schreiben mit Kreide auf einer Schultafel ist in Stauchitz bald Geschichte. © Symbolfoto: mauritius images / pa

Stauchitz. Der Stauchitzer Bürgermeister Dirk Zschoke (parteilos) könnte mal so richtig gute Neuigkeiten verkünden, was die beiden Schulen in der Gemeinde betrifft. Die werden nämlich in den nächsten Wochen digitalisiert, mit modernster Technik ausgestattet.

Doch in die Freude mischt sich gehöriger Ärger, der auch die Schule betrifft. Der Grund: Die Oberschule in Stauchitz ist seit voriger Woche wegen Corona geschlossen. Das ist bedauerlich, aber etwas anderes ärgert den Bürgermeister noch viel mehr: "Ich habe davon aus der Zeitung erfahren. Die Landesregierung hält es nicht für nötig, uns als Schulträger über die Schulschließung zu informieren", wettert er. Die Gemeinde müsse zum Beispiel Schulbusse abbestellen, wenn kein Unterricht stattfindet, sagt er.

Inzwischen hat sich der Bürgermeister kundig gemacht. Insgesamt 23 Schüler und Lehrer seien positiv auf das Corona-Virus getestet worden. "Einige haben es bei Selbsttests zu Hause festgestellt, andere bei den Testungen in der Schule", sagt er. Wegen der Vielzahl der Coronafälle habe die gesamte Schule geschlossen werden müssen. Stand jetzt bleibt das bis zum 19. November so. Dann werde entschieden, ob und wie es weitergehe.

Nur die Abschlussklassen würden derzeit unterrichtet, also die beiden 10. Klassen und eine 9. Klasse, in welcher sich die Schüler auf den qualifizierten Hauptschulabschluss vorbereiten. Die anderen lernen nun wieder wie im Vorjahr daheim. "Wir als Gemeinde haben für die Schüler Geräte angeschafft, für den Unterricht zu Hause. Ich hoffe, die werden jetzt auch genutzt", so Dirk Zschoke.

Laptops auch für die Lehrer

Nun aber zurück zu den guten Nachrichten. "In Stauchitz ist die Kreidezeit bald vorbei", so der Bürgermeister. In beiden Schulen werden künftig in allen Klassenzimmern digitale Tafeln mit dem entsprechenden Zubehör den Unterricht bestimmen. Die Kreidetafeln bleiben auch nicht für den "Notfall" erhalten, beispielsweise wenn der Strom oder das Internet ausfallen. Für diese Tafeln sei kein Platz mehr in den Klassenzimmern.

In der Oberschule gibt es zwei Klassensätze Rechner für die Schüler, während die Grundschule mit Laptops ausgerüstet wird. Auch für die Lehrer an beiden Schulen werden insgesamt 32 Laptops bereitgestellt.

In der Oberschule sollen die Arbeiten bis Jahresende über die Bühne gehen, in der Grundschule bis zu den Winterferien. "Unsere beiden Schulen sollten dann zu den modernsten im Landkreis gehören", so der Bürgermeister.

Insgesamt kostet die Digitalisierung 222.000 Euro. Das Geld wird zum größten Teil aus dem Digitalpakt zur Verfügung gestellt. Nur etwa 6.000 Euro für die Laptops der Lehrer muss die Gemeinde allein bezahlen.

Impfen gegen die Schulschließung

Nicht nur für die Oberschule, auch für die Gemeindeverwaltung haben die in die Höhe geschnellten Coronazahlen Konsequenzen. Besuche in der Verwaltung sind ab sofort wieder nur nach telefonischer Anmeldung möglich.

Keiner Anmeldung bedarf als allerdings bei einer anderen Aktion. Am Donnerstag, dem 18. November, gibt es in Staucha im Herrenhaus eine Impfaktion. Ein Impfteam des Deutschen Roten Kreuzes wird an diesem Tag von 9 bis 16.30 Uhr gegen Corona impfen. Es werden Impfstoffe von Biontech, Moderna und Johnson & Johnson angeboten.

Impfwillige sollten ab 12 Jahre und älter sowie noch nicht geimpft, in den letzten drei Monaten nicht Corona positiv getestet oder an Corona erkrankt gewesen sein und in den letzten zwei Wochen auch keine anderen Impfungen erhalten haben.

Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren müssen die Einwilligung aller Sorgeberechtigten und mindestens einen Sorgeberechtigten zum Impftermin persönlich dabei haben, Jugendliche ab 16 Jahren auf jeden Fall mindestens die Einwilligung eines Elternteils und bestenfalls eine Begleitperson zum Impftermin.

Das Impfangebot kann auch als sogenannter „Booster“- Impftermin, also als Auffrischungsimpfung, genutzt werden, aber zurzeit in Sachsen nur dann, wenn derjenige über 18 Jahre alt ist und dessen letzte Impfung mindestens sechs Monate her ist.

Der Impftermin ist wohl auch mit der Hoffnung verbunden, dass sich möglichste viele Schüler impfen lassen und damit weitere Schulschließungen vermieden werden können.

Am 25. November ist das mobile Impfteam des DRK dann auch von 9 bis 16.30 Uhr im Lommatzscher Rathaussaal im Einsatz.