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Bürgerhaushalts-Projekte nehmen Gestalt an

Eine Pfadfinderjurte ist das erste verwirklichte Vorhaben. Andere sind noch in der Warteschleife – darunter auch eine Premiere für Riesa.

Gemeindepädagoge Robert Hartzsch von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde freut sich über die Jurte, die jetzt unter anderem bei Ferienfreizeiten zum Einsatz kommt. Das Zelt wurde mit Mitteln aus Riesas Bürgerhaushalt angeschafft.
Gemeindepädagoge Robert Hartzsch von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde freut sich über die Jurte, die jetzt unter anderem bei Ferienfreizeiten zum Einsatz kommt. Das Zelt wurde mit Mitteln aus Riesas Bürgerhaushalt angeschafft. © Eric Weser

Riesa. Kindergejohle dringt aus dem großen schwarzen Zelt auf dem Gelände in Gröba. Als Robert Hartzsch eintritt, sinkt die Lautstärke auf ein leises Gemurmel. "Was hier passiert ist, hat Kunde im ganzen Land erfahren", sagt der Gemeindepädagoge, der in diesem Moment in seine Mittelalter-Rolle schlüpft und erklärt, warum er einen Reporter aus dem 21. Jahrhundert im Schlepptau hat.

Während der Abenteuerwoche auf dem Gelände des Gemeindezentrums der evangelisch-lutherischen Kirche kamen in der Vorwoche fast 40 Zweit- bis Viertklässler zusammen. Außerdem noch einmal knapp 30 Helfer – viele von ihnen Fünft- bis Zehntklässler. Gemeinsam hatten sich die jungen Leute ins Jahr 1121 zurückversetzt, in dem es für sie verschiedene Abenteuer zu bestehen galt.

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Ein Abenteuer war in der Woche vorm Stadtfest das Wetter. Mehrmals gab es Regengüsse. Die waren für die jungen Abenteurer in ihrer neuen Pfadfinderjurte aber ganz gut auszuhalten. Das robuste Zelt war kürzlich angeschafft worden – und damit das erste Projekt aus Riesas diesjährigem Bürgerhaushalt, das verwirklicht wurde.

Insgesamt 20.000 Euro hatte die Stadt aus ihrem Etat dieses Jahr für Bürgerprojekte zur Verfügung gestellt. Anwohner konnten im April und Mai Ideen einreichen, aus denen eine Jury dann wiederum Vorhaben auswählte, die mit Zuschüssen bedacht wurden. Von 66 eingereichten Vorschlägen kamen 30 in die engere Auswahl; 13 schafften es am Ende auf die Umsetzungsliste.

Robert Hartzsch ist froh, dass die Pfadfinderjurte darunter ist. Ein bis voriges Jahr genutztes Zirkuszelt sei in die Jahre gekommen und nicht mehr funktionstüchtig gewesen, so der 47-Jährige. Die rund 2.700 Euro teure Jurte, deren Kauf auch von einem weiteren Einzelsponsor unterstützt wurde, soll nun für etliche Jahre Schutz für Jugendfreizeiten und andere Gruppenaktivitäten der Kirchgemeinde unter freiem Himmel bieten.

Während die Pfadfinderjurte schon in den Sommerferien genutzt wurde, sind andere Projekte aus dem Bürgerhaushalt erst noch in der Verwirklichung. Für eine Wildvogel-Trinkstation im Stadtgebiet sind nach Angaben des Rathauses bereits die Zuschüsse ausgezahlt. Ebenso für die Insektenhotels und einen Naturlehrpfad an der Freizeitinsel in Merzdorf und den für Nickritz geplanten großen Schwibbogen, der zur Weihnachtszeit für heimelige Stimmung im Dorf sorgen soll. Die Umsetzung der Projekte erfolge durch die jeweiligen Verantwortlichen vor Ort, so das Rathaus.

Für zwei andere Projekte sind der Stadt zufolge die Ausführungen in Auftrag gegeben. Dazu gehöre die Erneuerung der Bänke am Merzdorfer Teich. Auch für den Zaun am Leutewitzer Gemeinschaftshaus sei der Auftrag ausgelöst.

Rainer Fleck hat die Erneuerung der Bänke am Merzdorfer Teich in Riesa im Rahmen des Bürgerhaushalts angeregt. Etwa ein Dutzend Sitzgelegenheiten gibt es rund um das Gewässer, das der Merzdorfer selbst gern besucht. "Das ist eine absolute Idylle hier", fi
Rainer Fleck hat die Erneuerung der Bänke am Merzdorfer Teich in Riesa im Rahmen des Bürgerhaushalts angeregt. Etwa ein Dutzend Sitzgelegenheiten gibt es rund um das Gewässer, das der Merzdorfer selbst gern besucht. "Das ist eine absolute Idylle hier", fi © Eric Weser

Bei anderen Vorhaben sind nach Angaben der Stadt die Vorbereitungen für eine Umsetzung im Gange. Etwa bei Bänken, die in Weida, der Delle und am Lutherplatz aufgestellt werden sollen. Ähnlich sehe es bei den Sitzgelegenheiten am Mautitzer Sportplatz aus.

Ein anderes Projekt, das noch vorbereitet wird, ist die Sanierung des Oelsitzer Dorfplatzes. Gut 20 Jahre nach dessen Entstehung sorgt unter anderem eine Bodensenkung für Handlungsbedarf. Auch die Hecken sollen laut dem Ortsverein wieder in Form gebracht werden.

Auch die Metallschilder, die im Stadtgebiet im Zusammenhang mit "Hunde-Hinterlassenschaften" aufgestellt werden sollen, sind in Arbeit. Ebenso wie die in Canitz geplante öffentliche Fahrradreparaturstation, die wohl die erste ihrer Art in Riesa wird. Die mit verschiedenen Werkzeugen und Luftpumpe ausgerüstete Metallsäule soll künftig an der Oschatzer Straße vorm Friedhof stehen und Radlern das Beheben kleinerer Defekte ermöglichen.

Am Ziel, die Vorhaben allesamt bis Jahresende umzusetzen, hält man im Rathaus fest.

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