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JVA Zeithain momentan coronafrei

Dagegen hat es ein anderes sächsisches Gefängnis erwischt. - Ein ehemaliger Gefangener kritisiert Coronatest-Praxis in Zeithain.

Zurzeit macht das Coronavirus Halt vor den Toren der JVA Zeithain.
Zurzeit macht das Coronavirus Halt vor den Toren der JVA Zeithain. © Sebastian Schultz

Zeithain/Regis-Breitingen. In der JVA Zeithain steht bei der Erfassung von Corona-Infektionen die "doppelte Null". Weder Insassen noch Mitarbeiter sind infiziert oder befinden sich derzeit in Quarantäne. Das bestätigt Amtsinspektor Benno Kretzschmar.

Die hiesige Justizvollzugsanstalt sei im zurückliegenden Jahr von der Pandemie größtenteils verschont geblieben, sagt er. Lediglich in der Weihnachtszeit, als sich Sachsen mitten in der zweiten Welle befand und die Inzidenzwerte rasant anstiegen, seien auch ein paar Zeithainer JVA-Bedienstete betroffen gewesen.

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Erst vor wenigen Tagen informierte das sächsische Justizministerium über Corona-Fälle in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen. "Auch vor einem Gefängnis macht das Corona-Virus nicht halt", hieß es in der Pressemitteilung. Die Zahlen von betroffenen Mitarbeitern und Gefangenen würden schwanken. Aktuell seien in Regis-Breitingen vier Mitarbeiter und neun Gefangene positiv auf das Corona-Virus getestet worden und befinden sich in Quarantäne. Die Betroffenen weisen keine bis hin zu leichten Symptomen auf.

"Die Beschäftigung mit Hygieneregeln, Pandemieplanungen, Schutzausrüstungen, Testungen und Impfungen sind zu einem Schwerpunkt der täglichen Arbeit geworden", heißt es aus dem Justizministerium. So müssten beispielsweise Besuche der Angehörigen und die Absicherung von Gerichtsterminen unter Pandemiebedingungen organisiert und regelmäßig angepasst werden. Das gilt für alle sächsischen Gefängnisse, auch für die JVA Zeithain.

Drinnen und draußen: Test nur bei Symptomen

In einem Brief an die SZ von Ende November, der die Riesaer Lokalredaktion erst jetzt erreichte, kritisiert ein Gefangener (Name der Redaktion bekannt), dass er bei seiner Freilassung keinen kostenlosen Corona-Test erhalten soll. "Somit wird eine Gefährdung der Öffentlichkeit billigend in Kauf genommen", schreibt der Mann, der mittlerweile wieder frei ist.

Amtsinspektor Kretzschmar weist diesen Vorwurf zurück. "Wir testen in der JVA genauso wie draußen, also nur bei Symptomen", sagt er. Außerdem gebe es mit jedem Gefangenen, der wieder auf freien Fuß kommt, eine obligatorische Entlassungsuntersuchung. Doch auch dort gibt es nur den Test, wenn der Insasse Symptome aufweist.

Darüber hinaus verfügt die JVA Zeithain über einen Corona-Bereich, für den Fall, dass das Virus im großen Maße in der Anstalt ausbrechen würde. Dann könnten auch Kontakte zurückverfolgt werden, so Kretzschmar. Zudem müssen sich neue Insassen erst einem zweimaligen Corona-Test unterziehen. Erst wenn er negativ ausfällt, würden sie im Haftbereich integriert.

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