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Bier to go am Männertag

Viele Gaststätten entlang der Elbe bleiben Himmelfahrt zu. Manche aber nutzen die wenigen Möglichkeiten, die ihnen die Corona-Regeln lassen.

Bei Gabriele Dörner im Diesbar-Seußlitzer Landgasthof "Zum Roß" gibt es am Himmelfahrtstag Bier aus der Flasche.
Bei Gabriele Dörner im Diesbar-Seußlitzer Landgasthof "Zum Roß" gibt es am Himmelfahrtstag Bier aus der Flasche. © Sebastian Schultz

Riesa. Christi Himmelfahrt ist in den letzten Jahren immer mehr zu einem beliebten Ausflugstag mit der ganzen Familie geworden. Die Herrenpartien sah man zuletzt an diesem denkwürdigen Tag kaum noch. Und doch gibt es sie: Die jungen Wilden, die erst noch Männer werden wollen, und die reiferen Herren, die sich aufwendig verkleiden, um gemeinsam ihren Männertag zu feiern. Während in der Kirche geweihter Wein zum kurzen Nippen verteilt wird, stoßen die Vatertags-Pilger zünftig mit Bier an. Und das nicht zu knapp.

Im vergangenen Jahr fiel der Männertag verhaltener aus. Die Corona-Pandemie und ihre Einschränkungen ließen nicht viel zu. Und auch diesmal werden viele Gaststätten und Kneipen ohne den einst umsatzstärksten Tag des Jahres, was den Bierkonsum betrifft, auskommen müssen.

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So auch der "Rosengarten" in Grödel. In der liebevoll von Familie Kloppisch geführten Gaststätte gibt es deutsche Hausmannskost. Deftig, lecker und preiswert. Wirt Andreas Kloppisch hat sich in all den Jahrzehnten eine ansehnliche Stammkundschaft erkocht. Und gerade zu Himmelfahrt war sein Vorgarten deshalb auch regelmäßig voller Leute. Die schmackhafte Soljanka aus der Gulaschkanone hatte sicherlich auch großen Anteil daran.

Hoffen auf Pfingsten

Doch in diesem Jahr fällt der Männertag in Grödel leider aus. "Wir gehen kein Risiko ein", sagt Wirtin Angela Kloppisch. Zu groß sei die Sorge, einem möglichen Ansturm nicht Herr zu werden und die vorgeschriebenen Abstandsregeln nicht einzuhalten. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Inzidenzzahlen zu verfolgen und zu hoffen, dass wir zu Pfingsten aufmachen können."

In der Karibikbar "Barbados", im ehemaligen Nünchritzer Elbgasthof, ist die Belegschaft auch vorsichtiger geworden. Im vergangenen Jahr hatte Besitzer Norman Krebs Gegrilltes zum Mitnehmen angeboten. Doch bald musste er feststellen, dass seine Sonnenterrasse mit Blick auf die Elbe, die in normalen Zeiten ein idealer Platz zum Feiern ist, unter Corona-Bedingungen zu klein ist. "Wir wurden überrannt", erinnert sich eine Mitarbeiterin. "Das ist nicht zu händeln."

Etwas weiter elbabwärts, im Landhotel Moritz, gebe es sicherlich genügend Platz für ein Himmelfahrts-Familienfest. Auf der Wiese hinterm Elbdamm wurden schon mehrere Hundert Gäste zum Anradeln mit dem Landrat empfangen. Doch wegen der Corona-Notbremse geht auch Mitinhaberin Carola Donner auf Nummer sicher: "Wir machen nichts zum Männertag."

Die größte Anziehungskraft beim schönem Wetter genießt in der Region Riesa-Großenhain Sachsens nördlichstes Elbweindorf Diesbar-Seußlitz. Das war bereits am vergangenen Sonntag zu spüren. Hunderte Menschen bevölkerten zum Muttertag den staatlich anerkannten Erholungsort.

Mit Abstand, Maske und Geduld

Das bestätigt Gabriele Dörner, die Wirtin des hiesigen Landgasthofs "Zum Roß". Sie sagt: "Man merkt es, die Leute wollen bei Sonne raus und was erleben." Sie will deshalb auch zu Himmelfahrt Essen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen. Das ist erlaubt.

Dabei nutzt sie die Erfahrungen anderer sächsischer Gaststätten, wie zum Beispiel vom "Dorfkrug" in Roda, wo auf einem Parkplatz vorm Haus Wohnwagen angemietet werden können, um sich zum Essen in Familie hineinzusetzen. Hier sind es allerdings Wohnmobile, die sich vorher anmelden müssen.

Auch wenn mehr Menschen als sonst in Diesbar-Seußlitz sein werden, die Erfahrung vom Muttertag haben Gabriele Dörner gezeigt: "Mit Abstand, Maske und viel Geduld ist es machbar." Nichtsdestotrotz gelten auch für sie und alle anderen Wirte im Landkreis Meißen, wo der Inzidenzwert mal runter und dann wieder rauf geht, die gleichen Einschränkungen. "Die Notbremse hat uns voll im Griff", sagt die Roß-Wirtin. Sie glaubt nicht, dass sich bis Pfingsten daran was ändert.

In Ulrichs Weindomizil wurden in den vergangenen Jahren großartige Himmelfahrts-Partys mit Festzelt und Livemusik gefeiert. Auch wenn die Gaststätte Ende letzten Jahres schloss, genießt das Winzerehepaar Jan und Carola Ulrich mit ihrer Vinothek noch immer eine enorme Beliebtheit. Nicht nur unter Weinkennern. Deshalb sollen hier zu Himmelfahrt auch Kaffee und Kuchen sowie Bratwurst angeboten werden. Natürlich alles to go. "Verweilen ist leider nicht möglich, aber die Leute können sich ja an die Elbe setzen", heißt es aus dem Weindomizil.

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