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Kitas in der Röderaue sollen saniert werden

Die Landesdirektion hatte den brandschutztechnischen Zustand der Gebäude bemängelt. Ähnliche und weitere Kritik enthielt auch ein anderes Gutachten.

Das Kinderhaus in Frauenhain ist ein Plattenbau aus DDR-Zeiten, der sanierungsbedürftig ist, auch wenn er äußerlich intakt scheint.
Das Kinderhaus in Frauenhain ist ein Plattenbau aus DDR-Zeiten, der sanierungsbedürftig ist, auch wenn er äußerlich intakt scheint. © Sebastian Schultz

Röderaue. Das wird die Erzieher, Eltern und nicht zuletzt die Kinder freuen. Die Kinderhäuser in Frauenhain und Pulsen sollen baulich und brandschutztechnisch auf Vordermann gebracht werden. Der Gemeinderat hat die Brandschutz- und Sanierungskonzepte für beide Kindereinrichtungen bestätigt. 

Danach sollen innerhalb der kommenden vier Jahre die Häuser so saniert werden, dass sie nicht nur brandschutztechnischen Anforderungen entsprechen. Diese hatte der Arbeitsschutz- und Sicherheitstechnische Dienst der Landesdirektion Dresden bei einer Kontrolle angemahnt und Brandschutzkonzepte für die Kitas in Frauenhain und Pulsen eingefordert. 

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Nach derzeitigem Stand wird die Sanierung des Kinderhauses Frauenhain auf rund 763.000 Euro geschätzt. Die Sanierung in Pulsen wird voraussichtlich rund 690.000 Euro kosten. Wie die Gemeindeverwaltung ergänzt, sei eine Realisierung der Bauvorhaben aber nur mit Hilfe von Fördermitteln möglich. Deshalb hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, entsprechende Gelder zu beschaffen.

Von einem Investitions- und Instandhaltungsbedarf in den hiesigen Kindereinrichtungen geht auch ein anderes Gutachten aus. Das Beratungsunternehmen B & P hatte im Auftrag der Gemeinde Röderaue eine Organisations- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der gemeindeeigenen Leuchtpunkt gGmbH durchgeführt und kam zu dem gleichen Ergebnis. 

Zusammenlegung momentan kein Thema

Darüber hinaus machten die Unternehmensberater den Vorschlag, beide Kinderhäuser zusammenzulegen. Das lehnen aber die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat ab. "Jede Einrichtung für ist sich notwendig, um eine gewisse Infrastruktur vorzuhalten", heißt in einem Beschlusstext zu dem Gutachten. Zudem sei die Auslastung der Einrichtungen auch in den nächsten drei Jahren nicht so weit, dass die Kapazitäten unter eine Auslastung von 50 Prozent fallen würden. 

Und noch etwas Entscheidendes würde dieser Vorschlag nach sich ziehen: Wenn die Gemeinde Röderaue beabsichtigen würde, beide Kindereinrichtungen zusammenzulegen, dann müsste ein kompletter Neubau ins Auge gefasst werden. Das würde allerdings bedeuten, dass die geplanten Sanierungen bis 2024 überflüssig wären.

Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, haben die Unternehmensberater auch die niedrigen Gehälter der Erzieher kritisiert. Die Gemeindeverwaltung entgegnet: "Die Gehaltsstrukturen wurden bereits zu Beginn des Jahres 2020 angeglichen." Gegenwärtig erfolge die Vorbereitung der Anpassung der Gehälter zum 1. Januar 2021. "Hier sollen die Angleichungen weitestgehend an geltendes Recht erfolgen", heißt es in der Beschlussvorlage, mit der die Gemeinderäte das Gutachten über die Leuchtpunkt gGmbH einstimmig bestätigten.

Doppelfunktion des Bürgermeisters kritisiert

Etwas Brisanz enthält ein weiterer Vorschlag. Das Beratungsunternehmen B & P empfiehlt einen Geschäftsführerwechsel. Es hält es für ungünstig, dass der Bürgermeister Lothar Herklotz auch gleichzeitig der Geschäftsführer der gemeindeeigenen Leuchtpunkt gGmbH ist. 

Doch Verwaltung und Gemeinderat sind sich einig: "Ein Geschäftsführerwechsel wird als nicht sinnvoll erachtet. Die Verbindung Geschäftsführer-Bürgermeister widerspricht in keiner Weise den Regelungen der Gemeindeordnung." Zumindest haben die Gemeinderäte auch diese gleichlautende Passage der Beschlussvorlage einstimmig abgesegnet. Ein beratender Rechtsanwalt habe die Notwendigkeit eines Geschäftsführerwechsels ebenfalls verneint. 

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