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Riesa

Brände, Blütezeiten und ein gelehrter König

Schloss Jahnishausen ist ein Kleinod vor Riesas Haustür. Ein neues Büchlein schildert das Auf und Ab durch die Jahrhunderte.

Das Titelbild der Broschüre zeigt eine Aufnahme des Jahnishausener Schlosses aus dem Jahr 1920.
Das Titelbild der Broschüre zeigt eine Aufnahme des Jahnishausener Schlosses aus dem Jahr 1920. © Accademia Dantesca Jahnishausen, Fotoquelle: SLUB

Von Kathrin Schanze

Riesa. Gleich zu Jahresbeginn wartet der Verein Accademia Dantesca mit einem Kleinod der Regionalgeschichte auf: Um Schloss Jahnishausen geht es in der 32-seitigen Broschüre des Jahnishausener Autors Peter Griepentrog, die vor wenigen Tagen erschienen ist. Reich illustriert mit historischen Darstellungen und alten wie neuen fotografischen Aufnahmen lädt das handliche Heft ein, zu einem Spaziergang in die Vergangenheit.

Eine Vergangenheit, die mehr als 700 Jahre zurückreicht: In eine Zeit, als das heutige Schlösschen noch eine frühdeutsche Wasserburg war. Als Herrensitz wird es erstmals 1503 erwähnt, und seine Herren stammten vielfach aus dem einst einflussreichen sächsischen Adelsgeschlecht Derer von Schleinitz. Plastische Figuren auf Grabmalen, später auch Porträts auf Prunkgemälden vermitteln den Lesern eine Ahnung von den Sitten und Gewissheiten anderer Zeiten, von damaligem Reichtum und damaligem Machtgebaren.

Faktenreich und zugleich unterhaltsam schildert Peter Griepentrog das menschliche und bauliche Auf und Ab rings um das Schloss und sein Rittergut. Man erfährt von zahlungsunfähig gewordenen Herrschaften und solchen, die sich der Bildung und Versorgung verarmter Kinder annahmen. Man erfährt von Bränden und verheerenden Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg und von Blütezeiten: „Das herrschaftliche Schloss in Jahnishausen ist schön und im neuern Geschmack decorirt“, heißt es 1817 in Schumanns „Lexikon von Sachsen“.

Gleich mehrere Seiten sind dem prominentesten Schlossbewohner gewidmet: König Johann von Sachsen. Ein König, der sich gern mit Gelehrten umgab und selbst durchaus als solcher galt. Er hatte einst auch die „Accademia Dantesca“ gegründet, die Namensgeberin war für den heutigen Kulturverein „Accademia Dantesca Jahnishausen e.V.“. Seit Jahren kümmern sich seine Mitstreiter um die Sanierung und Belebung des Schlosses, und so ist es kein Zufall, dass der Verein auch als Herausgeber dieser neuesten Publikation zum Schloss in Erscheinung tritt.

Wer mehr erfahren will, über Geschichtliches unmittelbar vor der Haustür, über bauliche und historische Details, aber auch über Vorstellungen zur künftigen Nutzung, dem sei diese noch druckfrische Broschüre rund um das Schloss Jahnishausen wärmstens empfohlen. (SZ)

  • Schloss Jahnishausen. Ein kleines Juwel der sächsischen Geschichte. Ein Blick in seine Vergangenheit von Peter Griepentrog. 32 Seiten. Herausgeber: Accademia Dantesca Jahnishausen e.V.
  • Erhältlich zu 5 EUR in der Riesa Information, dem Shop des Riesaer Museums und bei historischen Führungen im Schloss Jahnishausen
  • Versand (mit Porto und Verpackung): 7 EUR, bitte vorab überweisen: Accademia Dantesca Jahnishausen e.V., IBAN DE88 4306 0967 0067 8292 00 BIC: GENODEM1GLS, GLS-Bank e.G., Verwendungszweck: Schlossbroschüre und Adresse des Empfängers

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