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Neue Aufgabe für Riesas Kantor

Nach drei Jahren in Riesa übernimmt Sebastian Schwarze-Wunderlich die Arbeit als Kirchenmusikdirektor für den Kirchenbezirk Meißen-Großenhain.

Von Stefan Lehmann
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Seit 2018 ist Sebastian Schwarze-Wunderlich Kantor in Riesa, nun übernimmt er zusätzlich die Stelle als Kirchenmusikdirektor.
Seit 2018 ist Sebastian Schwarze-Wunderlich Kantor in Riesa, nun übernimmt er zusätzlich die Stelle als Kirchenmusikdirektor. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Nach dem Interview steht noch eine Zoom-Konferenz mit dem Pfarrer auf dem Terminplan, anschließend eine Beerdigung. "Und am Abend ist dann Chorprobe", sagt Sebastian Schwarze-Wunderlich.

Ende 2018 war er aus Schleswig-Holstein nach Riesa gezogen, um dort die Kantoren-Stelle anzutreten. Mittlerweile ist ein neues Aufgabenfeld dazugekommen: Seit Oktober ist er Kirchenmusikdirektor des Kirchenbezirks Meißen-Großenhain, am Wochenende wird er in einem Gottesdienst feierlich eingeführt. Im vergangenen Jahr hatte er die Aufgabe bereits stellvertretend inne. "Da konnte ich schon ein bisschen reinschnuppern", sagt Schwarze-Wunderlich und schmunzelt.

Zur musikalischen Arbeit als Kantor kommen damit nun noch organisatorische und Verwaltungsaufgaben dazu - etwa, wenn in den Kantoreien neue Stellen zu besetzen sind. "Der Kirchenmusikdirektor leitet das Verfahren, gibt die Aufgaben für die Bewerber vor - und berät dann die Gremien, wer die Stelle bekommt", erklärt der 55-Jährige. Daneben geht es auch darum, die einzelnen Kantoreien zu koordinieren. 2021, im Jahr der Orgel, habe es beispielsweise eine ganze Reihe von Orgelkonzerten im Kirchenbezirk gegeben, samt Orgelführungen. So etwas anzustoßen, sehe er als seine Aufgabe. "Das ist auch sehr gut angenommen worden."

Auf der Suche nach der neuen Herausforderung

Besonders lange überlegen musste Sebastian Schwarze-Wunderlich nicht, als ihm die neuen Aufgabenfelder angetragen wurden. "Die musikalische Arbeit macht mir nach wie vor besondere Freude, aber ich habe immer gerne neue Herausforderungen gesucht, wo ich Verantwortung übernehmen konnte. Ich glaube schon, dass ich hier einiges bewegen kann." Auch, wenn das einiges an Zeit kostet. Der Kirchenbezirk ist groß, reicht von Strehla bis Nossen und in den Osten des Altkreises Großenhain. "Es sind mehr Termine, vor allem abends."

Momentan suche er gemeinsam mit der Riesaer Kirchgemeinde nach einer Lösung, wie sich die Kantorei vor Ort mit seinen neuen Aufgaben verbinden lässt. "Die Stelle in Riesa ist für 85 Prozent angelegt." Da komme jetzt die Drittelstelle als Kirchenmusikdirektor obendrauf. Bis diese Lösung gefunden ist, kümmert sich Schwarze-Wunderlich weiter auch um die Chorarbeit in der Gemeinde.

Die Chorarbeit bleibt: Sebastian Schwarze-Wunderlich (l.) bei einer der Proben.
Die Chorarbeit bleibt: Sebastian Schwarze-Wunderlich (l.) bei einer der Proben. © Klaus-Dieter Brühl

Da ist gerade jetzt, wenige Wochen vor Weihnachten, einiges zu tun, zählt er auf: Der Erwachsenenchor, dazu der Projektchor, der immer am ersten Adventswochenende auftritt. "Ein tolles Projekt, bei dem auch sehr viele junge Menschen beteiligt sind. Da kommen zu Nicht-Corona-Zeiten an die 600 Leute." Dazu kommt das Weihnachtsoratorium und ein gemeinsames Projekt mit seinem Vorgänger Stefan Seltmann ebenso wie der Posaunenchor. "Und die Kurrende ist auch wieder losgegangen."

"Jetzt geht es erst richtig los"

Viel zu tun also. "Wir hoffen, dass auch alles stattfinden kann." Immerhin: Trotz Coronapause haben die Riesaer Chöre keine Mitglieder verloren. Das sehe anderswo nicht so aus.

Noch einmal aus Riesa weggehen möchte Sebastian Schwarze-Wunderlich übrigens nicht. "Viele Kantoren treten in jungen Jahren eine Stelle an und bleiben dort auch. Ich habe da schon viel gewechselt. Jetzt hab ich Lust, hier bis zum Ruhestand zu bleiben." Sein erstes Jahr in Riesa war vom Tag der Sachsen geprägt, danach wurde es durch Corona aufregend. "Ich habe das Gefühl, es ist wahnsinnig viel passiert. Aber mit ganz vielen Ideen, die ich habe, geht es jetzt erst richtig los." Sein Ziel sei es, die Hemmschwelle für den Besuch der Kirchenkonzerte abzubauen, mittlerweile seien auch die Kontakte in Schulen und in die Stadt geknüpft.

Die Gegend rund um seinen Wohnort Zeithain gefällt ihm, regelmäßig werde gewandert, etwa an der Gohrischheide. "Ich bin zuletzt einige Male nach Weinböhla gefahren, durch die Weinberge. Ich hab das genossen."

  • Einführungsgottesdienst am Sonntag, 7. November, 14 Uhr, in der Trinitatiskirche Riesa.