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Nach Kaiser-Konzert in Riesa: Arena-Betreiber übt Kritik

Der Tour-Auftakt von Roland Kaiser war gut besucht. Der Blick auf die Inzidenz mache Veranstaltungen aber zum Glücksspiel, sagt FVG-Chef John Jaeschke.

Von Stefan Lehmann
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Der Parkplatz vor der Sachsenarena während des Kaiser-Konzerts. Rund 5.000 Besucher kamen SZ-Informationen zufolge - trotz kurzfristig verschärfter Regeln.
Der Parkplatz vor der Sachsenarena während des Kaiser-Konzerts. Rund 5.000 Besucher kamen SZ-Informationen zufolge - trotz kurzfristig verschärfter Regeln. © Eric Weser

Riesa. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich am Ende nicht: Das Roland-Kaiser-Konzert am vergangenen Freitag war nicht ausverkauft, aber sehr gut besucht, der Künstler selbst lobte später die Stimmung. Auch die 2-G-Regel schreckte viele nicht vom Besuch ab. "Es wurden selbst an der Abendkasse noch Karten verkauft", sagt John Jaeschke.

Dann setzt der Chef des Hallenbetreibers FVG zum großen Aber an. Es sei schwer zu akzeptieren, dass man einen erheblichen Teil der Besucher nicht zum Konzert lassen konnte.

Für ungeimpfte Besucher war ein teurer PCR-Test Zutrittsbedingung, nachdem die Inzidenz kurz vor dem Konzert die 35er-Marke übersprungen hatte. Jaeschke hatte schon am Tag des Konzerts kritisiert, die Veranstalter würden letztlich zu den Buhmännern gemacht, obwohl sie letztlich nur die Ansagen der Gesundheitsämter befolgen - teils eher zähneknirschend.

Was John Jaeschke besonders bewegt, ist die Inzidenzentwicklung. Die Zahlen waren Ende der Woche wieder gesunken, Sonntag meldete das Gesundheitsamt einen Wert um die 30. Es sei im Grunde wie ein Lottospiel, sagt John Jaeschke. "Wir haben uns die ganze Zeit in dem Bereich von 15 bis 20 Prozentpunkten bewegt." Die Zahl der Patienten im Krankenhaus sei derweil konstant niedrig geblieben. Da stelle sich schon die Frage, ob der Wert von 35 wirklich die angemessene Grenze für so drastische Maßnahmen wie 2G sei.

Der FVG-Geschäftsführer fürchtet, dass das Kaiser-Konzert ein Präzedenzfall werden könnte. "Das darf einfach nicht sein. Die Kennzahlen müssen verändert werden." Wenn im Oktober Cavalluna und Anfang November Let's Dance in der Arena stattfinden, dann hoffe er, "dass wir die gleichen Probleme nicht wieder haben", so Jaeschke. Da sei eine politische Entscheidung gefragt.