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So lief die Riesaer Mondscheinführung

Unter Corona-Bedingungen mussten die zehn Spielszenen 32-mal wiederholt werden.

Mondscheinführung 2020: Katrin Dierchen und Carsten Ruckau schwelgen in Erinnerungen an die Fußball-Oberliga in Riesa.
Mondscheinführung 2020: Katrin Dierchen und Carsten Ruckau schwelgen in Erinnerungen an die Fußball-Oberliga in Riesa. © Steffi Kuntzsch

Riesa. Die Mondscheinführung ist in Riesa längst eine Instanz. Doch die 18. Auflage zu Corona-Zeiten war 2020 eine besondere Herausforderung. Die Beliebtheit dieser Veranstaltung - Jahr für Jahr sind die Karten binnen kürzester Zeit vergriffen - beflügelte die Organisatoren, die Herausforderung anzunehmen. 

Und sie konnten sich wieder auf ein erprobtes und hoch engagiertes Team und viele Unterstützer aus der Region verlassen. Wie in jedem Jahr, nur diesmal unter erschwerten Bedingungen, wurden Konzepte erarbeitet, unzählige Absprachen getroffen, Besorgungen getätigt, regionalgeschichtliche Fakten recherchiert und Texte geschrieben, fleißig geprobt, Kostüme zusammengestellt, Requisiten und Kulissen ausgewählt und angefertigt.

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Mehr als 800 Teilnehmer

Corona-bedingt musste die Gästezahl reduziert werden. Als „kleinen“ Ausgleich gab es zwei Gruppen je Abend mehr, weshalb die zehn Spielszenen insgesamt 32 Mal für die etwas mehr als 800 Teilnehmer wiederholt wurden. Wie in jedem Jahr gab es auch 2020 neben unterhaltsamen, humorvollen und an Riesas Geschichte anknüpfenden Episoden interessante Einblicke in für die Öffentlichkeit längst nicht mehr zugängige Gebäude.

Größtes Interesse fand das Sozialgebäude am Ernst-Grube-Stadion mit dem in der DDR einst einmaligen Tunnel-Zugang zum Fußballfeld. Aber auch der Besuch im Volkshaus, in der Bahnhofsrestauration, im einstigen königlichen Post- und Telegrafenamt sowie dem Klubhaus „Joliot Curie“ ermöglichten historische Rückblicke, die zum Schmunzeln und Erstaunen führten. 

So auch die Erfahrung, dass die Kegelhalle am Bahnhof ausschließlich in Eigenleistung der Sportler entstanden ist und „Kegelmeister“ Ernst Knisse für unentgeltlich geleistete 2.232 Stunden zur Einweihung der Sportstätte 100 Mark der DDR als Prämie erhalten hat. 

In der Riesaer Bahnhofs-Restauration (Baujahr 1879) waren Anika Weinhold, Lisa Wand, Angelika Werchau, Monika Kulbe, Eberhard Kulbe und Frank Moosdorf zu erleben.
In der Riesaer Bahnhofs-Restauration (Baujahr 1879) waren Anika Weinhold, Lisa Wand, Angelika Werchau, Monika Kulbe, Eberhard Kulbe und Frank Moosdorf zu erleben. © Steffi Kuntzsch
Kerstin Kluge, Dennis Warkus, Beate Lehmann und Ilona Gierisch bei ihrem Auftritt in der Kegelbahn.
Kerstin Kluge, Dennis Warkus, Beate Lehmann und Ilona Gierisch bei ihrem Auftritt in der Kegelbahn. © Steffi Kuntzsch
Thomas Eisenreich, Heiko Töpfer, Jan Sperschneider und Mario König am ehemaligen Kasernengelände an der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße. 2005 berichtete auch die SZüber den Fund 100 Jahre alter Weinflaschen, die ein Bagger an der Liststraße ausgegraben hatte.
Thomas Eisenreich, Heiko Töpfer, Jan Sperschneider und Mario König am ehemaligen Kasernengelände an der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße. 2005 berichtete auch die SZüber den Fund 100 Jahre alter Weinflaschen, die ein Bagger an der Liststraße ausgegraben hatte. © Steffi Kuntzsch
Anke Simon, Marie Fischer, Frank Kunze und Marion Wachsmuth begegnen sich in Nähe der Blechbrücke, wo die beiden Stahlwerkerfrauen ihre Männer abpassen wollen, damit nicht der ganze Wochenlohn in der Gaststätte "Wartburg" umgesetzt wird.
Anke Simon, Marie Fischer, Frank Kunze und Marion Wachsmuth begegnen sich in Nähe der Blechbrücke, wo die beiden Stahlwerkerfrauen ihre Männer abpassen wollen, damit nicht der ganze Wochenlohn in der Gaststätte "Wartburg" umgesetzt wird. © Steffi Kuntzsch
Anita Heyde, Maritta Prätzel, Lajos Szabo bei ihrer Zeitreise im Riesaer Königlichen Sächsischen Post- und Telegrafenamt.
Anita Heyde, Maritta Prätzel, Lajos Szabo bei ihrer Zeitreise im Riesaer Königlichen Sächsischen Post- und Telegrafenamt. © Steffi Kuntzsch

Obwohl die Mondscheinführung für zwei Stunden konzipiert war, dauerte sie am Ende für jede Gruppe fast drei Stunden. Das lag nicht nur daran, dass die Schauspieler ihre Rollen mit Hingabe ausgespielt haben. Genauso hatten die Gäste das Bedürfnis, die einmaligen Einblicke auszukosten. Bloß gut, dass der Rückweg zum Ausgangspunkt nicht zu Fuß zurückgelegt werden musste, sondern im DDR-typischen Oldtimerbus erfolgte. Es bleibt, allen zu danken, die vor und hinter den Kulissen mitgewirkt haben und ein besonderes Event ermöglichten. Dank gilt nicht nur den rund 100 aktiv Beteiligten, sondern auch allen Partnern und Unterstützern, die mit erheblichem persönlichem Engagement die Mondscheinführung ermöglichten. (SZ)

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