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Wann ist das nächste Festival im Grubestadion?

Erstmals seit Jahren war das einstige Oberligastadion wieder für Besucher geöffnet. Nach vier Tagen Kultursommer zieht der OB Bilanz.

Riesas OB Marco Müller (r.) bei der Eröffnung des Kultursommers im Grubestadion, neben ihm DJ Alex Pitchens. Jetzt zieht der Oberbürgermeister Bilanz.
Riesas OB Marco Müller (r.) bei der Eröffnung des Kultursommers im Grubestadion, neben ihm DJ Alex Pitchens. Jetzt zieht der Oberbürgermeister Bilanz. © Foto: Lutz Weidler

Riesa. Vier Tage lang wurde im Grubestadion gefeiert - Zeit, Bilanz zu ziehen. "Wir haben ausschließlich positive Resonanz bekommen", sagt Simone Panitz von der städtischen Gesellschaft FVG, die den Kultursommer veranstaltet hat. Allerdings sei nicht jeder Anwohner begeistert gewesen, dass direkt vor seiner Wohnung bis in den Abend hinein gefeiert wurde. Dafür sei der Kindertag mit Gerhard Schöne bestens angekommen. "Kinder und Erwachsene haben zusammen gespielt am Sonntag, das war beeindruckend!", sagt Simone Panitz.

Mehrfach hätten Leute nachgefragt, ob es so ein Fest im nächsten Jahr wieder gibt. Das sei allerdings von der Finanzierung abhängig - dieses Mal hatte Riesa als Anschubfinanzierung für Nach-Corona-Veranstaltungen Fördergeld bekommen, sodass das Fest ohne Eintritt ausgerichtet werden konnte. Überfüllt war das einstige Oberliga-Stadion dennoch nicht: Offenbar sei die erste Ferienwoche nicht ganz der ideale Zeitpunkt für so ein Fest. "Aber bei der Kürze der Vorbereitungszeit war das eine sehr gelungene Veranstaltung", sagt Simone Panitz, die dem Team der FVG dankt: Das habe sich immer wieder um Strandkörbe und Liegestühle gekümmert, auf Sauberkeit geachtet, sie bei Regen zu- und anschließend wieder aufgeklappt.

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Gleichzeitig gab es unter den Feiergästen auch einen Spendenaufruf für die jüngsten Hochwasseropfer in Deutschland. "Es ist ein guter dreistelliger Betrag dadurch zusammengekommen, dass die Leute auf das Rückgeld für ihre Getränkebecher-Pfandmarken verzichteten", freut sich die FVG-Sprecherin.

Offiziell eröffnet worden war der Kultursommer von Riesas OB Marco Müller (CDU). Sächsische.de traf ihn am ersten Arbeitstag danach zum Gespräch.

Blick durchs Bullauge: Tagsüber war noch viel Platz in den Strandkörben und auf den Liegestühlen. Abends hingegen wurde es auf dem Festgelände voller.
Blick durchs Bullauge: Tagsüber war noch viel Platz in den Strandkörben und auf den Liegestühlen. Abends hingegen wurde es auf dem Festgelände voller. © FVG Riesa

Herr Müller, ein Festival im Grubestadion gibt es nicht alle Tage. Was war für Sie der Höhepunkt am Wochenende?

Ich war bis auf Sonntag - da hatten wir Kindergeburtstag - jeden Tag da. Am Sonnabend haben wir mit Familie den Auftritt von Sänger Alexander Knappe angeschaut. Das war schon eine sehr gute Show! Der Künstler hat gut Stimmung gemacht, ging runter ins Publikum, eine echte Rampensau. Den könnte ich mir auch gut für eine Vorstellung in der Sachsenarena vorstellen!

Und: Ist das einstige Oberliga-Stadion der richtige Ort für so ein Fest?

Für manche Leute, die das Stadion von früher kennen, war es sicher bewegend, wieder im Grubestadion sein zu können. Mich hat die Atmosphäre dort begeistert. Fast die ganze Zeit lang war tolles Wetter, mir ist nur positives Feedback bekannt. Aus meiner Sicht kann das gerne wieder stattfinden.

Etwas mehr Publikum hätte es aber schon sein können, oder?

Ja, das stimmt. Man merkt schon, dass die Sommerferien gerade angefangen haben. Außerdem war ja auch ringsum noch was los, etwa die Vernissage in Gostewitz. Eine Corona-Verunsicherung allerdings war nicht festzustellen.

War es ein großer Aufwand, das Stadion nach fast zwei Jahren Nicht-Nutzung für das Fest vorzubereiten? Das Spielfeld musste man ja förmlich unter dem Bewuchs freilegen ...

Ja, da gab es einiges zu tun. Aufwendig war es vor allem, wieder die Medien in das Areal zu legen - Wasser, Abwasser, Strom. Es hat sich aber gelohnt.

Und was haben die Nachbarn gesagt?

Allen kann man es nicht recht machen. Manche haben es genossen vom Balkon aus, manche waren kritischer. Aber einmal im Jahr kann man so ein Fest schon machen, zumal ja abends 22.30 Uhr Schluss war.

Was lässt sich für eine eventuelle Fortsetzung aus dem Festwochenende lernen?

Das werten wir noch mit der FVG gemeinsam aus. Ein Verkehrschaos ist jedenfalls ausgeblieben. Ich habe bei der Arbeitsagentur geparkt und bin dann über die Fußgängerbrücke rübergelaufen - das war problemlos möglich.

Wäre eine Neuauflage auch ohne Fördergeld denkbar?

Dann müssten wir sicherlich Eintritt erheben. Wir schauen, wie das funktionieren kann. Die Atmosphäre im Grubestadion spricht sicherlich dafür: Viele Leute haben Fotos von der Tribüne gemacht. Und auch die ohnehin vorhandene Umzäunung ist ein Pluspunkt für ein Festivalgelände. Der Kultursommer war ein Auftakt für eine weitere Nutzung des Grubestadions. Im Herbst arbeiten wir weiter am Thema: Wir werten die eingegangenen Ideen für das Stadion aus und schauen, was sich verwirklichen lässt.

Was wäre Ihr Favorit?

Eine gewisse Öffnung des Areals könnte ich mir gut vorstellen, zum Grillen oder auch zum Kicken. Auch die Idee, dort einen Verkehrsgarten anzulegen, gefällt mir. Allgemein gesprochen, finde ich eine sportliche Freizeit-Nutzung für das Grubestadion passend.

Und was passiert mit den 50 Strandkörben, die sich die FVG für das Fest angeschafft hat?

Die bieten sich auch für Innenstadt-Veranstaltungen an, etwa Cocktail-, Tanz- oder Automeile. Vielleicht kommen auch welche in den Tierpark oder die Arena. 50 Strandkörbe zu transportieren und aufzubauen, ist ein gewisser logistischer Aufwand. Aber ich denke, die Riesaer werden sie bald wiedersehen.

Nun steht schon die nächste Kulturveranstaltung in Riesa vor der Tür ...

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