merken
PLUS Riesa

Land treibt Bundesstraßen-Pläne voran

Nicht nur beim dritten B-169-Abschnitt gibt es Neuerungen – auch bei den Projekten für Strehla und entlang der B 98 tut sich etwas. Wenn auch eher im Hintergrund.

Sechs Strecken, sieben Projekte, überall ein Ziel: Die Bundesstraßen-Vorhaben in der Region sollen nach Ansicht vieler endlich gebaut werden.
Sechs Strecken, sieben Projekte, überall ein Ziel: Die Bundesstraßen-Vorhaben in der Region sollen nach Ansicht vieler endlich gebaut werden. © Grafik: SZ

Region. Es sind Bauprojekte, deren Vorbereitung viele Jahre dauern. Doch wenn die Bundesstraßen-Vorhaben im Altkreis Riesa-Großenhain einmal fertig sind, sollen sie nicht nur verkehrsgeplagte Anwohner entlasten. Sie sollen vor allem eine schnellere Verkehrsanbindung für die Gegend leisten, von der möglichst viele profitieren sollen – Bürger, Wirtschaft, Besucher.

Während manche der Vorhaben schon weit gediehen sind, steht bei anderen das Planungsverfahren noch vergleichsweise am Beginn. Beim Treffen des Vereinigten Wirtschaftsforums Riesa diese Woche hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), vertreten durch die Abteilungsleiterin für Planung und Straßenbau, Steffi Schön, einen Überblick gegeben, wo die Projekte stehen und wann es damit wie weitergehen soll.

Anzeige
Bio-Angebote von Vorwerk Podemus
Bio-Angebote von Vorwerk Podemus

Dresdens Biohof steht seit fast 30 Jahren für Bio aus der Region. In den Märkten ist eine besondere Kooperation zu entdecken: Die Käsefreundschaft zu vier kleinen Bio-Dorfsennereien in Graubünden.

Glaubitz, B 98, Ortsumgehung

Die knapp drei Kilometer lange und auf Kosten von knapp 13 Millionen Euro geschätzte Umfahrung für Glaubitz befindet sich noch in einer relativ frühen Planungsphase. Zwar ist die Vorplanung vom Lasuv erledigt, wurden verschiedene Fachbehörden und auch die Gemeinde  angehört. Um das Projekt voranbringen zu können, müsste aber der Bund dieser Vorplanung jetzt sein Okay geben. Die zugehörigen Unterlagen lägen derzeit in Sachsens Verkehrsministerium und sollen "demnächst auf die Reise zum Bund gehen".

Wildenhain, B 98, Ortsumgehung

Beim Wildenhainer Umgehungsvorhaben (circa 2,5 Kilometer Länge, rund acht Millionen Euro Kosten) ist die Lage ähnlich wie beim Glaubitzer: Der Antrag, dass die Vorplanung des Lasuv genehmigt wird, liege schon länger beim Landesverkehrsministerium und soll "demnächst" zum Bundesverkehrsministerium gehen, das dann entscheiden muss. Dass bald einige Planungsunterlagen aus Sachsen kommen, darauf habe man die Kollegen auf Bundesebene schon eingestellt, heißt es vom Lasuv. Nicht ohne Grund: Zuletzt habe beim Bund die Zuständigkeit für Sachsen gewechselt. 

Quersa, B 98, Ortsumgehung

Auch für die zweieinhalb Kilometer lange Umfahrung von Quersa, deren Kosten auf mehr als 13 Millionen Euro geschätzt sind, sieht es kaum anders aus als bei den Projekten für Glaubitz und Wildenhain. Die Vorplanung ist erledigt, das Lasuv hat die Unterlagen nach eigenem Bekunden im August 2020 ans Landesverkehrsministerium gegeben. Nach Prüfung dort sollen sie an den Bund gehen, damit der sie prüfen und genehmigen kann, damit es mit dem Vorentwurf weitergehen kann. Wann das passieren wird, blieb offen.

Schönfeld, B 98, Ortsumgehung

Verglichen mit den anderen B-98-Umfahrungen ist Schönfeld weit voraus: Die frühen Planungsphasen für die reichlich zwei Kilometer lange und auf 7,5 Millionen Euro Kosten geschätzte Umfahrung sind erledigt. Jetzt geht es darum, ins Planfeststellungsverfahren einzusteigen – also ins eigentliche Genehmigungsverfahren. Der Antrag dazu sei im März 2020 an die dafür zuständige Landesdirektion Sachsen gegangen, die ihrerseits schon eine Vorprüfung erledigt habe. "Wir hoffen, Ende November so weit zu sein, dass wir der Landesdirektion auslegungsfähige Unterlagen zur Verfügung stellen können", so das Lasuv. Die Öffentlichkeitsbeteiligung mit anschließender Bearbeitung möglicher Einwendungen, zum Beispiel durch Anlieger, gilt als wesentlicher Schritt hin zum Baurecht für die Straße. 

Strehla, B 182, Ortsumgehung

Mehr als sechs Kilometer lang und mehr als 13 Millionen Euro teuer soll einmal Strehlas Umfahrung werden. Die Hürde, die Wildenhain und Glaubitz noch nehmen müssen, hat Strehla schon hinter sich: Das Bundesverkehrsministerium hat bereits Anfang dieses Jahres die Vorplanung genehmigt. Zwar kamen einige Auflagen zu den Knotenpunkten – also den Kreuzungen der künftigen Straße mit anderen, bestehenden Straßen – die eingearbeitet werden müssen. Aber: Es kann weitergehen. "Wir sind momentan dabei, die Ausschreibungen für die nächste Planungsphase vorzubereiten", so das Lasuv. Das Prozedere sei aber langwierig – und braucht Geld, von dem noch nicht klar ist, ob es wirklich zur Verfügung steht. Man hoffe auf den nächsten Landeshaushalt. Der wird gerade erarbeitet – und steht wegen der Coronasituation unter Druck.

Der Überblick macht deutlich: Für viele Projekte ist es - trotz bereits gelaufener Planungen durch das Land - noch ein langer Weg bis zum eigentlichen Bau. Der B-169-Abschnitt zwischen Seerhausen und Salbitz ist zwar relativ weit vorn, doch ein Planfestst
Der Überblick macht deutlich: Für viele Projekte ist es - trotz bereits gelaufener Planungen durch das Land - noch ein langer Weg bis zum eigentlichen Bau. Der B-169-Abschnitt zwischen Seerhausen und Salbitz ist zwar relativ weit vorn, doch ein Planfestst © Grafik: SZ

Seerhausen-Salbitz, B 169, Umverlegung

Das rund acht Kilometer lange Projekt ist von allen Bundesstraßen-Neubauprojekten in der Region am weitesten gediehen. "Wenn auch nicht so weit, wie wir das gern hätten", sagen nicht nur B-169-Befürworter, sondern auch das Lasuv. Denn das  Planfeststellungsverfahren läuft zwar, doch der ersehnte Feststellungsbeschluss, der das Baurecht bringt, lässt auf sich warten. Gerade erst haben aktuelle Planungsunterlagen ausgelegen, mit denen dieses Baurecht endlich erlangt werden soll. Ob der Beschluss kommt, wann das sein könnte, ob jemand dagegen klagt oder wann ein erster Spatenstich für die Straße kommen kann, lässt sich derzeit nicht prognostizieren.

Salbitz-Döbeln, B 169, Umverlegung

Weiterführende Artikel

B-169-Pläne: "Gewisse Grundtraurigkeit"

B-169-Pläne: "Gewisse Grundtraurigkeit"

Der dritte Bauabschnitt kommt gefühlt nicht voran, ärgert sich das Riesaer Wirtschaftsforum. Politik und Behörden verteidigen sich.

Parallel zum dritten Bauabschnitt wird auch am nächsten, dem vierten Abschnitt von Salbitz nach Döbeln gearbeitet. Der ist mit geschätzten 60 Millionen Euro das teuerste Projekt von den genannten, obwohl er mit etwas mehr als neun Kilometern nicht viel länger ist als manch andere Trasse. Auch hier ist die Planungsphase eine frühe – derzeit steckt das Lasuv noch in der Vorplanung. Nachdem zuletzt die Behörden und betroffenen Gemeinden Stellungnahmen zu ersten Varianten abgegeben hatten, hofft man beim Lasuv, eine akzeptable Trassenführung gefunden zu haben. Die liegt den sogenannten Trägern öffentlicher Belange nun wieder vor. "Je nachdem, wie schnell die Stellungnahmen reinkommen, schaffen wir es, diese bis Jahresende auszuwerten und das Prozedere zur Genehmigung der Vorplanung zu starten", hießt es vom Lasuv. 

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa