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Riesas jüngster Rat geht

Erik Christopher Richter verlässt die Stadt – und damit auch den Stadtrat. Für den Linken rückt wohl ein früherer Sozialdemokrat nach.

Erik Christopher Richter (l.) muss den Riesaer Stadtrat verlassen. Für ihn soll Hannes Keuerleber nachrücken.
Erik Christopher Richter (l.) muss den Riesaer Stadtrat verlassen. Für ihn soll Hannes Keuerleber nachrücken. © Archivfotos: C. Hübschmann, S. Schultz/Montage: SZ

Riesa. Im Riesaer Stadtrat steht eine erneute personelle Änderung bevor: Linken-Fraktionsmitglied Eric Christopher Richter wird aller Voraussicht nach die Runde verlassen. Grund ist ein neuer Wohnort außerhalb der Stadtgrenze. Auf Nachfrage von sächsische.de sagte der Linken-Politiker, er sei "aus familiären Gründen ... ins weitere Riesaer Umland gezogen". Stadtrat darf nach geltendem Recht allerdings nur sein, wer im jeweiligen Stadtgebiet wohnt. Daher muss Richter auch den Rat verlassen.

Bei der Kommunalwahl im Mai 2019 war der ausgebildete Eisenbahner erstmals in den Riesaer Rat eingezogen und dort seither das jüngste Mitglied. Für einen kleinen Rats-Eklat hatte er vor rund einem Jahr gesorgt, als er eine Besprechung der CDU- mit der AfD-Fraktion während einer Sitzungspause auf einem Foto festhielt und dieses mit kritischen Anmerkungen im Internet veröffentlichte.

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Seinen Posten als Kreisvorsitzender der Meißner Linken will Erik Christopher Richter nach eigenem Bekunden weiter bekleiden – bis zur turnusmäßigen Wahl Anfang 2022. "Aktuell prüfe ich, ob und wie sehr ich mich, aufgrund neuer Prioritäten, in den neuen Vorstand einbringen kann. Es muss ja nicht wieder der Vorsitzende sein", erklärt der 1994 Geborene auf Nachfrage. Auf welchen Ebenen er sich künftig politisch einbringen werde, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festgelegt, so Richter auf die Frage, ob er auch an seinem jetzigen Wohnort politisch aktiv werden wolle. "Fakt ist aber, dass ich meine Prioritäten aktuell überdenke und neu setze. Inwiefern da die lokale Politik noch eine Rolle spielt, steht noch nicht fest."

Dem Riesaer Stadtrat wolle er empfehlen, der Jugend und jungen Familien mehr zuzuhören. "Unsere Stadt blutet sonst aus." Seinem Nachfolger wünsche er viel Kraft und Spaß bei der neuen, alten Tätigkeit.

Nachfolger von Richter im Stadtrat soll Hannes Keuerleber werden, der laut Stadtverwaltung bereits seine Bereitschaft dazu erklärt hat. Der 48-Jährige gehörte dem Rat schon in der vorigen Wahlperiode an, damals als Teil der SPD-Fraktion. Aus der SPD, deren Riesaer Ortsverein Keuerleber vor einigen Jahren sogar vorgestanden hatte, war er 2014 ausgetreten. Bei der Stadtratswahl 2019 hatte Keuerleber auf der Liste der Linken kandidiert, war aber nicht wieder in die Runde eingezogen.

Stimmen die übrigen Stadträte dem Wechsel zu, wäre es die vierte personelle Änderung im Stadtrat seit der Kommunalwahl im Mai 2019. Erst im Sommer war der langjährige Linken-Stadtrat Volker Thomas ausgeschieden und für ihn Heiko Isopp nachgerückt. 2020 hatte es zwei Änderungen bei der AfD gegeben: Gottfried Reichelt und Volker Barthel hatten sich jeweils unter Verweis auf gesundheitliche Gründe zurückgezogen, für sie zogen Toni Seidel und Martin Bischof als Nachrücker ein. (SZ/ewe)

Der Riesaer Stadtrat tagt am Mittwoch, 13. Oktober, ab 17 Uhr in der Stadthalle Stern, Großenhainer Straße 43.

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