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Linksjugend verteilt FFP-2-Masken an Arme

Die Jugendorganisation der Linken hat etliche der Schutzutensilien an drei Einrichtungen gegeben – und noch welche übrig.

Die 2019 gegründete Riesaer Linksjugend organisiert derzeit eine Schutzmasken-Verteil-Aktion.
Die 2019 gegründete Riesaer Linksjugend organisiert derzeit eine Schutzmasken-Verteil-Aktion. © Foto und Montage: SZ

Riesa. Die Riesaer Basisgruppe der Linksjugend will einkommensschwache Menschen mit der Ausgabe kostenloser FFP-2-Masken unterstützen. Wie ein Mitglied der Gruppe auf Nachfrage sagte, sei der Mund-Nasen-Schutz auf Anfrage erhältlich. Eine Übergabe werde dann individuell vereinbart. Auch das Vorbeibringen daheim oder ein Versenden der Masken sei möglich. Eine öffentliche Verteilung werde es vor dem Hintergrund der Corona-Regeln aber nicht geben.

In den vergangenen Tagen hat die Gruppe nach eigenen Angaben bereits 220 FFP-2-Masken an drei Riesaer Einrichtungen verteilt. Um welche Einrichtungen es sich dabei handelt, darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es auf Nachfrage.

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Für die Verteilung an einkommensschwache Menschen stünden noch weitere Masken zur Verfügung. Bisher hätten von dem Angebot lediglich drei Personen Gebrauch gemacht. "Das sind in unseren Augen zu wenige", sagt ein Mitglied der Riesaer Basisgruppe zur SZ.

Kritik an der Staatsregierung

Die der Partei Die Linke nahestehende Jugendorganisation versteht die Verteilung von insgesamt 2.100 Masken, deren Kauf unter anderem von Bundes- und Landtagsabgeordneten finanziert worden sei, auch als Protest gegen die sächsische Landesregierung. Diese hatte kürzlich festgelegt, dass in Sachsen das Tragen medizinischer Masken im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen Pflicht ist. Bis dahin waren auch textile und damit über längere Zeit wiederverwendbare Mund-Nasen-Bedeckungen statthaft gewesen. "Über die Folgen, die diese neue Regelung für Menschen mit geringen Einkommen mit sich bringt, scheint sich die Staatsregierung jedoch wenig Gedanken gemacht zu haben", moniert die Linksjugend.

Dass eine FFP-2-Maskenpflicht gerade ärmere Menschen finanziell belasten könnte, darauf hatte beispielsweise die Diakonie bereits zu Jahresbeginn hingewiesen. In Sachsen sind allerdings sowohl die etwas teureren FFP-2-Masken als auch die im Vergleich günstigeren OP-Masken zulässig.

Inzwischen hat die Politik auf Bundesebene reagiert. So sollen Empfänger von Arbeitslosengeld II einmalig 150 Euro erhalten, um pandemiebedingte Mehrausgaben abzufedern. Zudem sollen Hartz-IV-Empfänger Gutscheine der Krankenkassen für zehn kostenlose FFP-2-Masken erhalten.

Zehn Mitglieder in Riesa

Doch rund um diese Verteilung gibt es noch offene Fragen. Die Aktion der Linksjugend verläuft da unbürokratischer. Doch wer ist eigentlich die Riesaer Linksjugend? Einem Mitglied zufolge zählt die hiesige Basisgruppe zehn Mitglieder. Hinzu kämen noch einige Sympathisanten. Einen Sprecher gebe es nicht, man verstehe sich als basisdemokratische Gruppe. Gegründet worden sei die Riesaer Linksjugend im März 2019. Die Mitglieder seien zwischen 16 und 34 Jahren alt. Linksjugend-Mitglied könne jeder werden, der zwischen 14 und 35 Jahren alt ist.

Pandemiebedingt sind auch bei der politisch linksstehenden Jugendorganisation gerade keine Treffen möglich. Üblicherweise finden diese jeden zweiten Donnerstag im Parteibüro von Die Linke an der Riesaer Bahnhofstraße statt, so das Mitglied der Gruppe. Genaueres sei über die Auftritte in den Sozialen Medien oder per E-Mail zu erfahren.

Insgesamt zählt die Linksjugend in Sachsen nach eigenen Angaben 17 Basisgruppen. Im Kreis Meißen gibt es neben der Riesaer noch eine weitere in Meißen.

Wer eine Maske bekommen möchte, kann sich per E-Mail an die Riesaer Linksjugend-Basisgruppe werden. Weitere Informationen zudem auf dem Facebook- oder Instagram-Auftritt der Organisation.

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