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Ärger über tieffliegende Tornados

Gleich zweimal innerhalb weniger Tage überqueren Kampfflugzeuge den Westen von Riesa. Die Bundeswehr erklärt, warum.

Dieses Symbolfoto zeigt zwei Tornados der Bundesluftwaffe im Flug. Ein solches Kampfflugzeug war jetzt auch über Riesa unterwegs.
Dieses Symbolfoto zeigt zwei Tornados der Bundesluftwaffe im Flug. Ein solches Kampfflugzeug war jetzt auch über Riesa unterwegs. © Bundeswehr

Riesa. Der Schreck kam zur besten Kaffeezeit, erzählt der Rentner aus Riesa-Weida. Mit seiner Frau habe er auf dem Balkon seiner Wohnung gesessen. "Und dann donnert's", beschreibt der Mann am Telefon, was er am Donnerstagnachmittag zum wiederholten Mal erlebt hatte. 

Nur knapp über dem Hochhaus, das er mit seiner Frau bewohnt, sei dann ein Düsenflugzeug hinweggeflogen - schon wieder. "Vorigen Freitag oder diesen Montag war das zur gleichen Zeit schon mal der Fall." Der Mann kann seinen Ärger darüber nicht verbergen. "Ich frage mich: Wer erlaubt denn so etwas, einen Tiefflug über der Stadt? Wir hatten regelrecht Angst, dass der Flieger ins Haus kracht." Da fühle man sich direkt an die Zeit vor der Wende erinnert, als sowjetische Flugzeuge öfter mal im Tiefflug unterwegs waren. 

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Überflug in 150 Meter Höhe

Tatsächlich handelte es sich bei dem Flugzeug vom Donnerstagnachmittag um einen Bundeswehrflieger vom Typ Tornado. Das teilt das Luftfahrtamt der Bundeswehr auf Nachfrage der SZ mit. Radardaten des Amts zeigen demnach, dass das Kampfflugzeug den westlichen Stadtrand Riesas um 15.12 Uhr überflogen habe - in einer Höhe von 500 Fuß über Grund. Das seien umgerechnet etwa 150 Meter Höhe - und damit exakt die Mindestflughöhe, die gängigerweise eingehalten werden muss. Nur über größeren Städten ab 100.000 Einwohnern müssen die Kampfflugzeuge nochmals höher fliegen, dort gelten 600 Meter als Untergrenze. 

Dass der Flieger so scharf an der gesetzlich erlaubten Grenze für die Flughöhe unterwegs war, hatte auch seinen Grund. Nach Angaben eines Sprechers handelte es sich um einen Flug im Rahmen der Tiefflugausbildung. Auf welchen Strecken die Bundeswehr diese Übungen abhält, werde relativ kurzfristig von den Flugverbänden entschieden. "Eine Vorhersage, wann und wo diese Flüge stattfinden, ist daher nicht möglich."

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Über ihren militärischen Flugbetrieb informiert die Bundeswehr auch auf ihrer Internetseite. Dort und über die kostenlose Hotline Tel. 0800 8620730 können sich Bürger ebenfalls mit Sorgen, Fragen und Wünschen an die Bundeswehr wenden. 

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