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Riesa

Kein Löschhubschrauber für die Feuerwehr

Viele SZ-Leser hatten es geahnt: Die Nachricht vom Fluggerät in Röderau war ein Scherz. Die Feuerwehrsprecherin erklärt die Idee.

April, April: Den Hubschrauber für die Zeithainer Feuerwehr wird es so schnell nicht geben.
April, April: Den Hubschrauber für die Zeithainer Feuerwehr wird es so schnell nicht geben. © Feuerwehr Zeithain

Zeithain. Eigentlich eine reizvolle Idee: Statt mit großen Sicherheitsabstand, sollen Brände in der munitionsbelasteten Gohrischheide künftig mit Luftunterstützung gelöscht werden. So weit wird es aber nicht kommen, wie manch aufmerksamer Leser schon geahnt hatte: Die Nachricht, die am Donnerstag auch in der Sächsischen Zeitung und auf saechsische.de erschienen war, ist ein Aprilscherz.

Ausgedacht hatten ihn sich Dorit und Raiko Riedel von der Zeithainer Feuerwehr. "Die Idee kam uns schon im Herbst letzten Jahres", erklärt sie. Damals war es in Röderau zu einem Rettungseinsatz gekommen, bei dem der Notarzt eingeflogen wurde und direkt neben dem Gerätehaus landete. "Eine Feuerwehrkameradin war zufällig vor Ort und machte das Foto", sagt Dorit Riedel. So sei die Idee entstanden, mit der sie sich an die SZ wendete. Auch der Gemeindewehrleiter und der Bauhofleiter waren eingeweiht. Am Computer musste lediglich die Beschriftung am Hubschrauber entfernt werden.

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Auf dem Facebook-Auftritt der Feuerwehr wurde die Nachricht amüsiert kommentiert. Die Nauwalder Feuerwehr gratulierte zur Neuanschaffung, ein Kommentator meinte, es brauche dann auch noch ein Space-Shuttle zur Luftraumüberwachung. Und Raiko Riedel persönlich ergänzte später, nach den ersten Testflügen hätten sich schon Anwohner wegen des Lärms beschwert. Am Abend löste die Feuerwehr den Scherz schließlich auf und verkündete: "Wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen!"

Zwei neue Fahrzeuge sollen demnächst kommen

Tatsächlich war das Thema in den vergangenen Jahren auch schon ernsthaft diskutiert worden, im Sommer 2019 hatte die Sächsische Zeitung darüber berichtet. Wehrleiter Matthias Heydel sagte damals, zwar sei das Löschen aus der Luft effektiv. "Für die Gohrischheide ist jedoch zu beachten, dass der Sicherheitsabstand nach oben auch 1.000 Meter beträgt." Die Brandbekämpfung im Tiefflug scheide also aus. An dieser Einschätzung hat sich laut Dorit Riedel bisher nichts geändert. Immerhin habe es in den vergangenen Jahren nur wenige Brände in der Heide gegeben - zuletzt 2020 bei Heidehäuser sowie 2019 bei Jacobsthal.

Für die Einsätze am Boden plant die Zeithainer Feuerwehr aber wirklich einige Neuanschaffungen. Ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank soll demnächst den letzten LO der Gemeinde in Neudorf ersetzen. Außerdem soll die Röderauer Wehr eine Gerätewagen-Logistik bekommen. Beide Fahrzeuge sind noch im Bau, sagt Dorit Riedel. Die Auslieferung sei eigentlich schon für Anfang 2021 geplant gewesen, habe sich durch Corona aber noch einmal verzögert.

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