merken
PLUS Riesa

"Das Gewitter war direkt über uns"

Überall im Elbland staunten Menschen über das winterliche Phänomen - auch Riesas Sternwartenchef.

Stefan Schwager an der Beobachtungskuppel der Riesaer Sternenfreunde.
Stefan Schwager an der Beobachtungskuppel der Riesaer Sternenfreunde. © Sebastian Schultz

Riesa. Moment: War das im Schneetreiben etwa gerade ein Blitz am Abendhimmel? Diese Beobachtung machten am Mittwochabend überall Menschen im Elbland. Mancher wollte es gar nicht glauben, dass es bei so einem Wetter ein Gewitter geben kann. "Es ist ein paar Jahre her, dass es im Januar am Himmel mit Blitz und Donner daher ging", sagt Stefan Schwager, Chef der Volkssternwarte Riesa.

Um 20.30 bis 21 Uhr und dann noch einmal in der Nacht zum Mittwoch ab halb vier sei ein "deftiger Wintersturm" im Elbland zu Gast gewesen. "Ich stand draußen und habe es hautnah erlebt", sagt Schwager. Entsprechend geschützt natürlich. "Die Front zog heran, und mit einem Schlag fiel erst Graupel und kurz darauf dichter Schnee vom Himmel." In kurzen Abständen hätten Blitze gezuckt, die um 20.40 Uhr unmittelbar Donner nach sich zogen. "Das Gewitter war also direkt über uns", sagt der Riesaer.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Auf den Wetterkarten habe man eine dicke Front gesehen, die aus Norden kommend über die Region fegte. Noch in den Abendstunden aber schien die Luft etwas milder zu sein, als gedacht. "Und hier liegt die Ursache solcher Wintergewitter", erklärt Schwager: In Bodennähe gehe es milder zu als in den oberen Luftschichten. Es waren leichte Plusgrade, während etwas höher starke Minusgrade - bis hin zu minus 40 Grad Celsius - herrschten. "Das führt dazu, dass die milden Luftmassen sehr schnell aufsteigen und sich dies schlagartig in Graupel und teils dichten Schneefall niederschlagen kann."

Daraus entstehen auch Blitz und Donner, denn bei diesem Austausch würden an den Unterseiten der Wolken die Blitze entstehen. "Dabei können binnen kurzer Zeit etliche Zentimeter an Schnee fallen und alles in eine herrliche Winterlandschaft verzaubern, so wie wir das auch hier in Riesa erlebt haben", schildert Stefan Schwager seine nächtlichen Eindrücke. "Um die Mitternachtsstunden konnte man Sterne sehen, bis es dann gegen zwei Uhr wieder zuzog und eine weitere Front im Anmarsch war."

Zu beobachten war das Phänomen gut - nur nicht zu fotografieren. Bei der Dunkelheit wäre eine längere Belichtungszeit nötig gewesen, die dann aber nur verwischtes Schneegestöber auf den Aufnahmen produziert. Und mit künstlichem Blitzlicht lassen sich Blitze am Nachthimmel ganz bestimmt nicht einfangen.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa