merken
PLUS Riesa

Digitaler Protest für Riesas Jugendarbeit

Der Stadtrat entscheidet am Mittwoch über Fördergeld für Sprungbrett und Outlaw. Im Vorfeld kritisieren die beiden Träger die bisherige Debatte.

Offenes Jugendhaus,
Riemix und Aufladen sind Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und Familien in Riesa. Aber die Träger sind auf Fördergeld angewiesen.
Offenes Jugendhaus, Riemix und Aufladen sind Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und Familien in Riesa. Aber die Träger sind auf Fördergeld angewiesen. © Sebastian Schultz

Riesa. Vertreter von Outlaw und Sprungbrett haben sich einen Tag vor der September-Stadtratssitzung kritisch über die bisherige Diskussion um Fördergelder für die offene Kinder- und Jugendarbeit in Riesa geäußert. Nach wie vor sei unsicher, ob die Stadträte diesmal die Förderung beschließen, oder nicht. 

Im Juli hatte der Stadtrat diesen Beschluss vertagt, weil er bezüglich der Jugendarbeit in Coronazeiten noch Nachholbedarf sah. Sorgen bereite ihm im Vorfeld vor allem eines, sagten Sprungbrett-Chef und SPD-Stadtrat Andreas Näther: "Es hat mit uns eigentlich seit der letzten Sitzung keine Gespräche gegeben - obwohl wir das angeboten hatten." Ein Beschluss müsse aber fallen - auch, weil am Fördergeld womöglich unangenehme Entscheidungen hängen, bis hin zu Kündigungen. 

Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Keine Demo vor dem Stadtrat

Die Träger selbst wollen in der Sitzung noch einmal präsent sein und am Eingang auf den Wert ihrer Arbeit aufmerksam machen. "Unter anderen Umständen hätten wir morgen wohl das Riemix zugemacht und wären mit den Familien vor den Stern gezogen", sagt Outlaw-Teamleiterin Anja Müller. Wegen der derzeitigen Coronaregeln verzichte man aber auf eine Demo. 

Stattdessen hat Outlaw zum digitalen Protest aufgerufen. Wer sich mit dem Anliegen der Träger solidarisiere, könne sein Profil auf Facebook anpassen, heißt es auf einem Beitrag in dem sozialen Netzwerk. Darin weist der Jugendhilfeträger außerdem darauf hin, dass gerade Kinder und Jugendliche die Hauptleidtragenden des Lockdowns gewesen seien. 

Dass im Juli keine Entscheidung über das Fördergeld fiel, sei ein Schock gewesen, so Anja Müller. "Davor gab es das gefühlte Signal: Es wird alles gut." Als die Träger ihre Tätigkeit im Sozialausschuss vorstellten, habe es nur eine Nachfrage gegeben: ob Sprungbrett und Outlaw in der Corona-Krise Kurzarbeit beantragt hätten. Das allerdings sei nicht so einfach, betont Andreas Näther. "Ich muss ja nachweisen, dass Arbeit und Geld fehlen." Faktisch sei aber sehr wohl gearbeitet worden, nur anders.  Er kenne Beispiele, bei denen sich Sprungbrett-Mitarbeiter mit den Jugendlichen eben draußen an einer Parkbank getroffen haben. Und bei Outlaw fanden solche Gespräche teils auch über den Balkon statt. Und längst laufe der Betrieb wieder voll. Gerade in einigen problematischen Haushalten sei auch einiges liegen geblieben, sagt Näther. „Wir merken, dass es jetzt Nachholbedarf gibt. Unsere Mitarbeiter sind schon nicht mehr bloß acht Stunden am Tag unterwegs.“ Da fielen Überstunden an, die man teils in der Coronazeit abgebaut hatte.

Die Stadtratssitzung findet am Mittwoch, 17 Uhr in der Stadthalle Stern statt. 

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa