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Ein neuer Weg durch Riesas Innenstadt?

Stadtrat Torsten Pilz will eine Verbindung zwischen Pausitzer und Schillerstraße. Davon würde auch die benachbarte Schule profitieren, sagt er.

Auf dem ehemaligen Widmann-Gelände soll ein Edeka entstehen, gleichzeitig will die WGR die Trinitatisschule (rechts) sanieren. Ein Stadtrat hofft, dass dann durch beide Grundstücke ein neuer Weg gebaut wird.
Auf dem ehemaligen Widmann-Gelände soll ein Edeka entstehen, gleichzeitig will die WGR die Trinitatisschule (rechts) sanieren. Ein Stadtrat hofft, dass dann durch beide Grundstücke ein neuer Weg gebaut wird. © Foto: Lutz Weidler

Riesa. Eine langjährige Brache soll bebaut, eine Schule aus DDR-Zeiten saniert werden: Mitten im Herzen Riesas, zwischen Pausitzer und Schillerstraße, wird sich in den kommenden Jahren einiges verändern. Derzeit laufen die Planungen sowohl für die Christliche Grundschule, als auch für die Ansiedlung eines Edeka-Marktes. Geht es nach Stadtrat Torsten Pilz (Unabhängige Liste), dann wäre das auch die ideale Gelegenheit, um über eine grundsätzliche Veränderung in dem Gebiet nachzudenken.

"Meine Idee ist es, einen durchgehenden Weg an der Stelle zu schaffen" , erklärt Pilz. Von der Schillerstraße vorbei an der Trinitatisschule, bis zum Edeka-Parkplatz. Beispielhaft verweist er auf das Gebsergässchen. Die kleine Straße verbindet für Fußgänger und Radfahrer die Hohe Straße mit der Friedrich-Engels-Straße. Für viele Anwohner ist der Weg die kürzeste Verbindung Richtung Innenstadt.

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Im Bereich des geplanten Edeka gibt es so eine Abkürzung nicht: Wer in Zukunft etwa von der Schillerstraße auf das Gelände möchte, der müsste um das für Riesaer Verhältnisse recht große Karree laufen. Warum also nicht die Grundstücksgrenze an einer Stelle öffnen, fragt Torsten Pilz.

Den Gedanken hatte der Stadtrat bereits im Sommer 2020 ins Spiel gebracht. Nach der jüngsten Debatte um einen neuen Parkplatz auf dem Gelände der Trinitatisschule hat er noch einmal auf die Idee aufmerksam gemacht. Denn eine direktere Verbindung verkürze nicht nur den Weg für einkaufende Kunden. Er biete dann auch die Möglichkeit, Schulkinder auf dem Parkplatz des Marktes abzusetzen. An einem normalen Schultag fahren an der Grundschule innerhalb einer halben Stunde etwa 130 Elterntaxis vor, hatte Schulleiterin Annett Franzke kürzlich erklärt. Eine Entzerrung wäre sicher auch im Sinne der Eltern und Lehrer. "Und man könnte die Sache ja weiterspinnen, vielleicht sogar die Stadtbahn dort fahren lassen."

Die orangefarbene Linie zeigt den ungefähren Verlauf des Weges, der an der Trinitatisschule vorbei zum Edeka-Gelände (links) führt. Die dort grau eingezeichnete große Fläche markiert den geplanten Standort des eigentlichen Marktes.
Die orangefarbene Linie zeigt den ungefähren Verlauf des Weges, der an der Trinitatisschule vorbei zum Edeka-Gelände (links) führt. Die dort grau eingezeichnete große Fläche markiert den geplanten Standort des eigentlichen Marktes. © Quelle: GeoSN, M+M/Montage: SZ

Bisher sei er mit seinem Vorschlag auf offene Ohren gestoßen, sagt Torsten Pilz. Gesprochen habe er bereits sowohl mit dem Vorsitzenden des Schulvereins Roland Ledwa, als auch mit Sylvia Möckel, deren Unternehmen M+M Projektentwicklung als Investor hinter dem Vorhaben auf der ehemaligen Widmann-Fläche steht. Direkte Einwände seien bislang ausgeblieben.

Sylvia Möckel reagiert zurückhaltend auf Fragen zu dem Thema. Zum jetzigen Zeitpunkt könne sie dazu noch gar nichts sagen. Man müsse sich erst in einer größeren Runde mit den Verantwortlichen treffen.

Die Verantwortlichen der Schule und des Vereins sind da etwas deutlicher. Roland Ledwa bestätigt, das Thema sei ihm bekannt. Bislang sei es aber noch nicht im Schulverein besprochen worden. Er lässt eine gewisse Skepsis dahingehend durchblicken, dass die Elterntaxis wirklich auf dem Edeka-Parkplatz halten würden: "Wir gehen davon aus, dass auch zukünftig viele Kinder an der kürzesten Verbindung zum Haupteingang zur Schule gebracht und abgeholt werden." Und er gibt zu bedenken, dass der vorgeschlagene Weg den Schulgarten vom Rest des Grundstücks abtrennen würde. Ein Problem, das noch gelöst werden müsste. Wichtig ist aus Ledwas Sicht darüber hinaus die Frage der Kosten. "Eine Grundvoraussetzung für die Zustimmung (des Schulvereins, Anm. d. Red.) wäre, dass alle mit der Abtrennung verbundenen Kosten übernommen werden."

So sieht das auch die Schulleiterin. Annett Franzke sagt, sie stehe dem Vorhaben nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. Aber das Thema müsse organisatorisch und finanziell noch genauer durchdacht werden.

Das Gebsergäßchen in Riesa wird von vielen Fußgängern und Radfahrern als kürzeste Verbindung von der Engels- zur Hohen Straße genutzt. Eine Option auch für das Areal zwischen Schiller- und Pausitzer Straße?
Das Gebsergäßchen in Riesa wird von vielen Fußgängern und Radfahrern als kürzeste Verbindung von der Engels- zur Hohen Straße genutzt. Eine Option auch für das Areal zwischen Schiller- und Pausitzer Straße? © Klaus Dieter Bruehl

Aus Sicht der Stadtverwaltung wäre zu prüfen, inwieweit ein Weg zwischen beiden Grundstücken auch Auswirkungen auf die benachbarte Garagenanlage hat. Grundsätzlich müssten sich laut Stadtsprecher Uwe Päsler die beiden Grundstückseigentümer privatrechtlich verständigen. Ein mögliches Problem wäre, dass öffentlicher Fußgängerverkehr über das Schulgelände führen würde. "Den Weg würden ja dann nicht nur die Kinder der Schule und deren Eltern nutzen, sondern er stünde allen offen. Das ist zumindest sensibel", sagt Uwe Päsler.

In der Finanzierungsfrage sieht Stadtrat Torsten Pilz gute Chancen dafür, dass der Marktbetreiber am Ende den Löwenanteil übernimmt. Schließlich profitiere er von der Verbindung, ebenso wie von Eltern, die ihr Kind abholen und das gleich mit dem Einkauf verbinden. Dass im Detail noch Dinge zu klären wären, sieht er auch so. "Ich denke, der Zeitpunkt ist jetzt günstig, diese Sache zu diskutieren - wenn wir schon beide Grundstücke anfassen."

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