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Eine blinkende Tasche, ein schlafender Radler, ein schwerer Einbrecher

Autoeinbrüche, Verkehrsunfälle, Corona-Einsätze: Diese Themen tauchten 2020 immer wieder im Polizeibericht auf. Aber es gab auch Merkwürdiges.

Ein 2020er Rückblick auf die Merkwürdigkeiten aus den Polizeiberichten.
Ein 2020er Rückblick auf die Merkwürdigkeiten aus den Polizeiberichten. © dpa

Riesa. Manche Delikte kommen Polizisten im Elbland fast täglich unter. Andere sind dagegen deutlich seltener. Ein Rückblick auf Merkwürdigkeiten aus den Polizeiberichten der Riesaer SZ 2020.

Im Februar löst sich auf der Riesaer Beimlerstraße ein Anhänger von einem fahrenden Mitsubishi und trifft einen parkenden Hyundai. Die Polizei stellt beim 43-jährigen Mitsubishi-Fahrer rund ein Promille fest. Schaden: 2.000 Euro.

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Wenige Tage später ereignet sich ein ungewöhnlicher Überfall auf die Tankstelle in Lonnewitz an der B 6 Richtung Oschatz. Dort äußert ein Riesaer gegenüber der Mitarbeiterin: „Das ist ein Überfall.“ - und wedelt dabei mit einem Taschenmesser. Dann nimmt er sich ein Bier und sagt, dass er draußen warte - und die Mitarbeiterin die Polizei rufen solle. Das machte die Frau umgehend, sodass Beamte den biertrinkenden Mann festnehmen können. Das Motiv ist unklar. Der Mann kam in ärztliche Behandlung, die Mitarbeiterin erlitt offenbar einen Schock. Körperlich sei niemand verletzt worden, so die Polizei.

Eine erste Straftat im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie wird Mitte März aktenkundig: Aus einem Lagerraum in Ebersbach stiehlt jemand 300 Einweghandschuhe sowie 50 Mundschutzmasken. Im Polizeirevier Großenhain will man aber auch nicht ausschließen, dass diese Dinge zufällig gegriffen wurden: Im betreffenden Lager würden aufgrund von Umbauarbeiten gerade unübersichtliche Zustände herrschen.

Eine blinkende Tasche überführt im April einen Dieb in Oschatz: Zwei 17-Jährige hatten nachts Baustellenlampen gestohlen. Bei einer späteren Kontrolle fällt Polizisten ein gelbes Blinken in der Tasche eines der Jugendlichen auf. Anzeige.

„Betrunkener Sachse fährt Schilder in Brandenburg um“, lautet im Mai eine Überschrift: In einem Mühlberger Ortsteil hatte ein Autofahrer zwei Verkehrsschilder einer Verkehrsinsel gerammt und war geflüchtet. Bei der Unfallaufnahme findet sich allerdings auch ein abgefallenes Nummernschild, das die Ermittlungen erleichtert: Ein 60-jähriger Sachse wird als Fahrer des VW-SUV identifiziert, er hat außerdem beim späteren Pusten 1,16 Promille intus – Autoschlüssel, Fahrzeugschein und Führerschein werden beschlagnahmt.

Ein ähnliches Verfahren bekam ein 37-Jähriger in Röderau-Bobersen an den Hals: Er war im Juni auf der Zeithainer Straße neben einem Fahrrad schlafend gefunden worden. Herbeigerufene Polizisten stellen einen Alkoholwert von 2,3 Promille fest. Ersten Ermittlungen zufolge war der Mann mit dem Fahrrad gefahren und hatte sich dann niedergelegt.

Ebenfalls unglücklich ging ein Einbruch aus, der sich im September im Oschatzer Landratsamt ereignete. Dort brechen Unbekannte erst ein Fenster, dann mehrere Türen auf – scheitern aber an einem Kassenautomaten im Inneren. Für den Rückweg öffnen die Täter ein Fenster, das sich in der Etage über einer Hauseingangstür befindet. Von dort wollen sie auf das Vordach über dem Eingang treten - brechen allerdings durch. „Offenbar war das Dach nicht so stabil wie der Einbrecher selbst“, sagt ein Polizeisprecher. So richten die Täter einen Schaden von 2.500 Euro an - und bleiben ohne Beute.

Betrunkene Autofahrer ertappen Polizisten regelmäßig. Aber zweimal in derselben Nacht? So ging es einem 32-Jährigen, der Mitte Dezember erst im Riesaer Ortsteil Oelsitz und wenig später auf der B 6 in Reppen ertappt wird. Beim ersten Mal hat er 1,2 Promille intus, beim zweiten Mal immer noch 0,7. Den Führerschein hatte der Deutsche allerdings schon bei der ersten Kontrolle abgeben müssen.

Und Heiligabend 2020 brachte auch noch zwei Merkwürdigkeiten: In Großenhain frittiert sich ein Mieter an der Siegelgasse eine Mahlzeit – und vergisst danach offenbar den eingeschalteten Herd. Dadurch bricht ein Brand aus, der die Kücheneinrichtung beschädigt, die komplette Wohnung verrußt und dem 38-Jährigen eine Rauchgasvergiftung beschert.

In Riesa wird die Polizei am selben Abend wegen Lärms in eine Gartensparte alarmiert. Es handelt sich aber nicht um einen Einbruch, wie der Anrufer vermutet hatte, sondern um eine Feier von neun jungen Männern. Das gibt nicht nur Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung. Womöglich folgt noch ein Drogenverfahren: Die Beamten stoßen auf eine verdächtige pflanzenähnliche Substanz, die nun im Labor untersucht wird.

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