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Endlich wieder Leben im Riesaer Hallenbad

Bis zu den Sommerferien sollen Hunderte Kinder das Schulschwimmen abschließen.

Betreut Schüler aus 14 Schulen: Grit Fischer leitet das Schulschwimmzentrum in Riesa.
Betreut Schüler aus 14 Schulen: Grit Fischer leitet das Schulschwimmzentrum in Riesa. © Lutz Weidler

Riesa. Darauf haben die Mitarbeiter des Hallenschwimmbades viele Monate warten müssen. In den beiden Becken des frisch renovierten Bades tummeln sich endlich wieder Gäste - allerdings zunächst nur kleine: Anders als das Riesaer Freibad ist die Schwimmhalle derzeit noch nicht für normale Besucher geöffnet.

Am Beckenrand steht den ganzen Vormittag Grit Fischer, Leiterin des Schulschwimmzentrums. Sie hat viel mit der Koordination von Terminen zu tun - denn die Grundschüler kommen nicht nur aus Riesa, sondern aus 14 Schulen von Großenhain über Nünchritz bis Lommatzsch.

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„Wir haben hier im Hallenschwimmbad Riesa ideale Bedingungen“, sagt Grit Fischer, die seit 1. Juni wieder von morgens an die kleinen Schwimmer betreut. „Das Personal liest uns jeden Wunsch von den Augen ab.“ Diesmal ist die 3. Grundschule Riesa mit 21 Kindern im Wasser unterwegs. Und beim Blick ins Becken wird schnell klar: Es gibt richtige Wasserratten, aber auch Schüler, die mit dem kühlen Nass auf Kriegsfuß stehen. Auch wenn die Wassertemperaturen zwischen 28 und 31 Grad wahrlich nicht frösteln lassen.

„Es gibt schon Kinder, die am liebsten gar nicht ins Wasser wollen“, berichtet Fischer. „Dann tasten wir uns einfach ganz langsam ran.“ Denn Schulschwimmen ist fest in den Lehrplan der Grundschulen integriert. In 30 bis 35 Stunden soll der Nachwuchs so weit gefördert werden, dass er mindestens eine 200-Meter-Strecke ohne Hilfsmittel schwimmen kann. Eigentlich in der zweiten Klasse - doch durch die Corona-Beschränkungen sind die Schüler mittlerweile schon in Klasse drei.

„Wir führen jetzt die Lehrgänge weiter, die wir im März 2020 vorzeitig beenden mussten“, sagt Grit Fischer, während sie auch ihre heutigen Schützlinge anfeuert. „Nicht aufgeben, Lisa. Kämpfe, kämpfe!“ Auf Bahn acht im Hallenbad läuft die ausgebildete Schwimmlehrerin mit einer langen Stange neben den Kindern her. Klappt es nicht mehr mit dem Schwimmen, können sich die Kleinen daran festhalten und am Beckenrand pausieren.

„Die Beinarbeit ist das A und O. Erstmal steht ja Brustschwimmen auf dem Programm“, sagt die 52-jährige Chefin des Schulschwimmzentrums und beordert einen Schüler aus dem Wasser, der genau damit Probleme hat. Dann ist ein kurzes Trockentraining für die richtige Bewegung der Beine angesagt, bevor der Schüler – in diesem Fall ist es Otto – wieder samt Schwimmhilfen ins Becken zurückkehrt.

Zwei der erfolgreichen Schwimm-Schulkinder zeigen im Riesaer Bad ihr frisch erworbenes Seepferdchen.
Zwei der erfolgreichen Schwimm-Schulkinder zeigen im Riesaer Bad ihr frisch erworbenes Seepferdchen. © Lutz Weidler

Natürlich kann Grit Fischer nicht 21 Schüler auf mehreren Bahnen und in zwei Becken gleichzeitig betreuen. Deshalb bringt jede Schule zusätzlich ihre eigenen Betreuer mit in die Schwimmhalle. An diesem Tag Heike Schlag, Klassenlehrerin der 3. Grundschule Riesa, sowie Andrea Kunz, die dortige Schul- und Hortbegleitung. „Ohne Rettungsschwimmer-Schein und Methodik-Ausbildung geht das bei mir nicht“, sagt Schlag, die mit den Fortschritten in ihrer Klasse sehr zufrieden ist.

Die Anreise der Riesaer Grundschüler erfolgt in diesem Fall per Linienbus, ebenso wie die Rückreise. Von acht bis 9.15 Uhr wird an diesem Tag geschwommen, danach geht es zurück zum Unterricht in die Schule. „Aktuell stehen Mathe, Deutsch und Sachunterricht auf dem Programm“, sagt Heike Schlag. Sie betreut diesmal die fortgeschrittenen Wasserratten, während Grit Fischer mit fünf schwierigeren Fällen arbeitet. „Siehst du, so schiebst du das Wasser weg. Du musst versuchen, zum Schweben zu kommen“, erklärt sie geduldig einem Jungen, der nicht so recht von der Stelle kommen will.

Seit 1992 ist Grit Fischer als Schwimmlehrerin dabei, seit sechs Jahren leitet sie das Schulschwimmzentrum. Angst vor einer Corona-Infektion muss die 52-Jährige nicht mehr haben, denn wie viele Lehrer ist sie komplett geimpft worden. Noten werden für das Schulschwimmen übrigens nicht verteilt. „Es gibt nur ein Schwimmzeugnis, was die Kinder erreicht haben. Alles andere findet an den weiterführenden Schulen statt.“

Blick zurück ins Becken. „Jenny, zeig mal, wie Rückenschwimmen geht“, ruft Fischer. Das Mädchen klemmt sich prompt das Schwimmbrett hinter den Kopf und los geht es in Rückenlage mit Brust-Bein-Schlag. Später wird auch so Rückenschwimmen geübt, wie es als Stilform bei Wettkämpfen gefragt ist - bei den Fortgeschrittenen schon zu sehen.

Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, geht es nach den Schwimmübungen auf die Sprungbretter und den großen Sprungturm im Hallenbad. Da ist an diesem Tag vor allem die Drei-Meter-Plattform gefragt. Nur die Schwimmrichtungen müssen geregelt werden. „Ihr wisst genau, dass es nur da rausgeht“, ruft Grit Fischer und zeigt auf den Beckenausstieg gegenüber der Sprunganlage. Querschwimmen ist verboten - damit niemand im Becken auf einem Mitschüler landet.

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Pünktlich nach 75 Minuten ist Schluss mit dem Wassersport für die 3. Grundschule. Alle strömen in die neu gestalteten Umkleiden des Riesaer Hallenbades. Kurze Zeit später steht Grit Fischer schon wieder am Becken. Die nächste Grundschule ist da und wird betreut. „Nicht vergessen, Luft zu holen“, ruft sie diesmal einem ihrer Schützlinge zu. Sicher ein guter Tipp, denn ohne Luft geht es auch beim Schwimmen nur kurze Zeit gut.

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