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Endlich wieder Schule

Nach zwei Monaten war am Montag in Riesaer Grundschulen wieder Normalbetrieb - zumindest halbwegs.

Zum Schulschluss geben Lehrer an der 4. Grundschule am Montag nach festgelegtem Plan die Kinder wieder an die Eltern ab.
Zum Schulschluss geben Lehrer an der 4. Grundschule am Montag nach festgelegtem Plan die Kinder wieder an die Eltern ab. © Klaus Dieter Bruehl

Riesa/Gröditz. Freiwillig zur Schule - das galt am Montag für die allermeisten Grundschüler in Riesa und Umland. Denn die Schulpflicht hat der Freistaat wegen der Corona-Pandemie weiter ausgesetzt, die Grundschulen dürfen aber seit dem 15. Februar mit Einschränkungen wieder öffnen. Bis auf wenige Ausnahmen schickten die Eltern ihre Kinder wieder zum Schulbus - oder brachten sie gleich selbst zum Schulgelände.

Um große Aufläufe zu vermeiden, gelten beispielsweise an der 1. Grundschule in Riesa aber nun strenge Regeln: Die Schulklassen nutzen am Rathausplatz unterschiedliche Eingänge und gestaffelte Einlass- und Schlusszeiten. "Der Unterrichtsanfang, die Pausen- und Essenszeiten sind gestaffelt", sagt Leiterin Silvia Bretschneider.

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Oberstes Ziel: Die Klassen sollen sich untereinander nicht begegnen, um die Zahl der Kontakte gering zu halten. Bei den Hofpausen gelten Auflagen, welche Klasse wo Platz findet. Ähnlich sieht es an der 3. Grundschule in Weida aus, wo man den Vorteil hat, sogar drei verschiedene Eingänge nutzen zu können. "Die Kinder freuen sich, dass wieder Schule ist", sagt Silvia Bretschneider, die für beide Einrichtungen verantwortlich ist.

Auch bei der 4. Grundschule an der Riesaer Breitscheidstraße sind am Montag die meisten Kinder aus dem Heimunterricht zurückgekommen. "Sieben Kinder wurden aber bis Ende Februar abgemeldet und für sie häusliche Lernzeit beantragt", sagt Schulleiterin Angelika Fritz. In diesen Fällen betreut der Lehrer seine Klasse regulär in der Schule - und stellt den Kindern zuhause weiterhin per Lernsax Aufgaben und Betreuung zur Verfügung. Das System, an der 4. Grundschule bereits beim ersten Lockdown im März 2020 eingeführt, laufe mittlerweile immer besser, sagt die Leiterin.

Was sie allerdings am Montag beobachten konnte: "Etliche Eltern schicken ihre Kinder nur mit einem unguten Gefühl wieder in die Klassen", sagt Angelika Fritz. Den Bildungsbedarf und eine potenzielle Gesundheitsgefährdung gegeneinander abzuwägen - eine undankbare Aufgabe für Eltern. "In der Schule können wir das Prinzip der festen Klassen garantieren - aber nachmittags?"

Die Horte seien nun mal anders konzipiert und mit Personal ausgestattet, als dass sich die klassenweise Trennung 1:1 umsetzen ließe. Und ja, natürlich komme es auch mal vor, dass sich Kinder frühmorgens in den Arm fallen, weil sie sich so lange nicht gesehen haben. "Kinder und Eltern müssen jetzt ihre Verantwortung ernst nehmen, damit sich die Situation vom Dezember nicht wiederholt", sagt die Schulleiterin. Seitdem waren die Schulen in Sachsen weitgehend dicht - und Eltern hatten die herausfordernde Aufgabe, mit ihren Kindern zuhause die täglich gestellten Aufgaben durchzugehen.

In Gröditz an der Grundschule ist man froh, über viel Platz auf dem Schulhof zu verfügen. "So lässt sich jeder Klasse ein eigener Platz im Außengelände zuweisen", sagt Schulleiterin Mariona Hoffmann. Ansonsten gelten dieselben Regeln: feste Klassen, feste Lehrer, getrennte Eingänge. Das habe am ersten Tag alles gut geklappt, die Kinder seien bis auf einige wenige Krankheitsfälle vollständig gewesen.

Einschränkungen gibt es wie überall aber beim Unterrichtsangebot: Unterrichtet werden die Fächer Deutsch, Mathe, Sachunterricht; bei Klasse 4 ist noch Englisch dabei. Sport zum Beispiel ist bei den derzeitigen Regelungen nicht möglich. Den körperlichen Ausgleich könnten die Klassenlehrer aber bieten, indem sie beispielsweise mit ihrer Klasse auch mal 20 Minuten ins Freie gehen.

In den Fast-Normal-Betrieb startete am Montag auch die Freie Trinitatis-Grundschule in Riesa. Einige wenige Kinder sind noch in Quarantäne, einzelne Familien wollen lieber ihre Kinder zu Hause behalten. "Aber weit mehr als 90 Prozent der Kinder sind wieder da", sagt Schulleiterin Annett Franzke. Seit vergangenem Mittwoch habe man sich darauf vorbereitet, den Schulbetrieb nach der Notbetreuung wieder hochzufahren - bis hin zu den Aspekten Reinigung, Essensversorgung, gestaffelte Pausenzeiten. Auch alle Lehrer und Horterzieher sind wieder am Start. "Manche Kinder waren so aufgeregt, dass sie in der Nacht vor dem Schulstart kaum schlafen konnten", sagt die Schulleiterin.

Ebenfalls wieder mit fast normalem Betrieb ging es am Montag in den Kitas los: So waren bei der Riesaer Kita auf dem Kirschberg 120 der sonst üblichen 150 Kinder wieder da - zu Notbetreuungszeiten waren es meist nur 30 bis 35. "Das ging alles sehr entspannt wieder los", sagt Leiterin Gabriela Mentzer. Eltern hätten ihre Kinder wie vereinbart an der Tür abgegeben - ohne Wartezeiten. Auch die Einteilung in feste Gruppen funktioniere.

Bei der DRK-Kita Am Technikum in Riesa kamen von 109 insgesamt angemeldeten Kindern 75 am Montag zurück - mit großer Wiedersehensfreude, sagt Leiterin Sabine Linke. "Die Kinder hatten sich viel zu erzählen."

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