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Gedenkmarsch in Uniform

In Riesa erinnern Soldaten an ein schweres Gefecht des Afghanistan-Krieges – und sammeln dabei auch Geld für einen guten Zweck.

In Militäruniform über die Hauptstraße: Am Freitagmorgen gedachten aktive Soldaten und Reservisten gemeinsam der Gefallenen des Karfreitagsgefechts in Afghanistan.
In Militäruniform über die Hauptstraße: Am Freitagmorgen gedachten aktive Soldaten und Reservisten gemeinsam der Gefallenen des Karfreitagsgefechts in Afghanistan. © Reservistenkameradschaft Riesa

Riesa. Mehrere Dutzend Soldaten in Uniform haben am Freitag in Riesa mit einem Trauermarsch für Aufsehen gesorgt. Bei der von der Reservistenkameradschaft Riesa organisierten Veranstaltung habe man an das Karfreitagsgefecht 2010 in Afghanistan erinnern wollen, erklärt der Vorsitzende der Reservisten, Patrick George.

Das Gefecht bei Isa Khel im Norden des Landes markierte einen Wendepunkt im deutschen Afghanistan-Einsatz. Damals geriet eine Patrouille in einen Hinterhalt, bei dem drei deutsche Soldaten getötet wurden. Gleichzeitig sei dieser Angriff der Auftakt für das verlustreichste Jahr der Bundeswehr in Afghanistan gewesen, so George. Er persönlich sei damals an der Bundeswehr-Universität gewesen. "Wir wurden am Morgen zusammengerufen und darüber informiert", erinnert sich der Hautpmann der Reserve.

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Es sei für den Afghanistan-Einsatz eine Zäsur gewesen. "Spätestens ab da sprach man davon, dass der Einsatz mit Krieg zu vergleichen ist." Unter den Soldaten habe man ohnehin diesen Begriff benutzt – auch, wenn der Afghanistan-Einsatz das nach dem Völkerrecht nicht sei.

Start und Ziel der elf Kilometer langen Strecke war der Platz vor der Stadthalle Stern.
Start und Ziel der elf Kilometer langen Strecke war der Platz vor der Stadthalle Stern. © Reservistenkameradschaft Riesa
Das Kürzel "11K3" für die Aktion steht für elf Jahre, Karfreitag und die drei beim Karfreitagsgefecht gefallenen Bundeswehrsoldaten.
Das Kürzel "11K3" für die Aktion steht für elf Jahre, Karfreitag und die drei beim Karfreitagsgefecht gefallenen Bundeswehrsoldaten. © Reservistenkameradschaft Riesa

Die knapp 40 Teilnehmer des elf Kilometer langen Marsches durch Riesa bekamen Anstecker mit dem Schriftzug "11K3" – für den elften Jahrestag, Karfreitag und die drei getöteten Soldaten. "Es geht uns vor allem um das Gedenken, nicht um großes militärisches Brimborium“, betont George. Von der Teilnehmergebühr komme der größte Teil dem Förderverein zur Unterstützung der Arbeit mit Versehrten (FUAV) zugute.

Die Aktion findet seit 2020 bundesweit statt und wurde von Café Viereck ins Leben gerufen. In Riesa nahmen diesmal auch Angehörige des Fallschirmjägerbataillons 373 teil, das an den Gefechten beteiligt gewesen war – darunter auch der Bruder eines der Gefallenen. Vermutlich liege das daran, dass wegen der Corona-Auflagen viele andere Aktionen gar nicht erst als Präsenztermin stattfanden, so George. Auch in Riesa hatte man die Soldaten und Reservisten angehalten, auf Abstände untereinander und auf die Maskenpflicht zu achten.

Die Riesaer Reservistenkameradschaft zählt derzeit 45 Mitglieder. Sie stellen unter anderem Ausbilder, veranstalten gemeinsame Abende - derzeit virtuell - und übernahmen in den vergangenen Jahren auch die Öffentlichkeitsarbeit beim Tag der Sachsen. Außerdem findet mit Ausnahme des Corona-Jahres regelmäßig ein Ausbildungslager statt.

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