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Goldenes Herbstwetter beim Abfischen

Aus nah und fern strömten am Sonnabend die Gäste zur Koselitzer Teichwirtschaft.

Die Koselitzer Fischsuppe von Kevin Hentschel ging weg wie warme Semmeln. 220 Liter hatte er mitgebracht. Becher wie hier gab es zum Mitnehmen.
Die Koselitzer Fischsuppe von Kevin Hentschel ging weg wie warme Semmeln. 220 Liter hatte er mitgebracht. Becher wie hier gab es zum Mitnehmen. © Christian Kluge

Röderaue. Thomas Richter, der Chef der Teichwirtschaft Koselitz, war am Sonnabend rundherum zufrieden. Zum Abfischen am Wehrfeldteich – einem der zwölf bewirtschafteten Fischteiche in Koselitz, Pulsen und Frauenhain – strömten fast 1.000 Gäste. Das war in Corona-Zeiten auch die genehmigte Höchstgrenze. Und Elisabeth Aurich mit Ehemann und Kindern zählten an den beiden Zugängen zum Gelände akribisch mit Strichliste die Besucher, damit sich alles im genehmigten Rahmen bewegte.

„Wir haben bei den zwei Fischzügen insgesamt 3,5 Tonnen Fisch geerntet“, sagte Richter. „Ein guter Fang und die Größe stimmt auch.“ Drei Sommer hatten Karpfen und Co. Zeit, um sich vom 500 Gramm Einsatzgewicht zu zwei Kilogramm schweren Prachtexemplaren zu entwickeln. Auch Annekathrin Aurich – Schwägerin der Einlass-Kontrolleurin – kommt jedes Jahr gerne nach Koselitz: „Ich finde es schön, dass die Kinder sehen, dass Fisch nicht nur aus der Dose kommt.“ Sprach‘s und fuhr mit zwei leckeren Stücken Räucherfisch zurück in die Elbestadt. „Lachs und Heilbutt“, lächelte die Riesaerin.

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Zahlreiche Besucher verfolgen den zweiten Fischzug. Mit einem großen Netz sind die Fische bis ans Ufer gezogen worden. Dort werden sie aus dem Netz geholt und in große Transportbehälter umgesetzt. Teichwirtschaft-Chef Thomas Richter (rechts, blau-gelbe Ja
Zahlreiche Besucher verfolgen den zweiten Fischzug. Mit einem großen Netz sind die Fische bis ans Ufer gezogen worden. Dort werden sie aus dem Netz geholt und in große Transportbehälter umgesetzt. Teichwirtschaft-Chef Thomas Richter (rechts, blau-gelbe Ja © Christian Kluge

Ein echter Renner war am Sonnabend die frisch zubereitete Koselitzer Fischsuppe. Die hatte Kevin Hentschel, Mitarbeiter bei der benachbarten Forellenanlage Zeithain, mit an den Wehrfeldteich gebracht. „220 Liter mit Karpfen aus den Koselitzer Teichen, Heilbutt, Wels, Kabeljau und Lachs“, erzählte Hentschel, während die Schlange an seinem Koch-Wägelchen einfach nicht kürzer wird. „Die Suppe ist auch gleich alle.“ Kein Wunder, denn es gab nicht nur einen Teller für 3,50 Euro zum Vor-Ort-Konsum, sondern auch kleine Plastikeimer für 6,50 Euro zum Mitnehmen. Und die kauften viele Besucher.

„Das ist die beste Fischsuppe, die es gibt“, erklärte eine junge Frau, die mit Familie aus dem nahen Röderaue gekommen war und sich gleich zwei vollen Eimerchen auf den Heimweg machte. „Auch für die Kinder war es schön hier. Sie konnten mit einem Kescher noch selbst ein paar Fische herausholen.“ Vor dem großen Festzelt sorgte die Jagdhorngruppe Röderaue für gute Stimmung, wenn die Musik vom Band mal Pause machte. „Wir sind jedes Jahr dabei“, erzählte Eckhard Haase, der seit 35 Jahren mit dem Jagdhorn Musik macht.

Familie Kirschner aus Gröditz war ebenfalls mit ihren zwei Kindern zum Abfischen angereist. „Das wollten wir den Kindern gerne mal zeigen“, sagt die Mama. „Für die ist es schon toll hier. Sie haben auch eine der Kutschfahrten mitgemacht.“ Mit dem Kremser ging es 20 Minuten lang durch die Röderaue, wo man Elbebiber, Fischotter, Weißstörche, Graureiher oder Kormorane zu Gesicht bekommen kann. Zurück am Wehrfeldteich warteten dann auch mehrere Getränke- und Imbissstände auf die großen und kleinen Besucher. Hier gab es Frisch- und Räucherfisch, Bratwurst oder Bockwurst. „Hier waren heute alle Altersklassen vertreten“, berichtete auch Besucher-Zählerin Elisabeth Aurich.

Doch wohin geht das ganze Wasser, wenn ein Teich abgelassen wird? „Wir lassen es in die benachbarte Gäblitz ab“, erklärt Teichwirtschaft-Chef Thomas Richter. „Und wenn wir die Teiche wieder befüllen, kommt das Wasser aus der Kleinen Röder.“ Insgesamt war es für Richter und seine Mitarbeiter „vom Wasser her ein gutes Jahr“ mit genug Regen. Nur mit den Temperaturen war er nicht ganz zufrieden. „Karpfen brauchen Wärme zum Wachsen. Die war 2021 aber eher durchschnittlich.“

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