merken
PLUS Riesa

Autoklau in Gröditz: Spur führt ins Nachbarland

Nach einem Fahrzeugdiebstahl finden Ermittler DNA auf dem Schalthebel. Das bringt einen 38-jährigen Tschechen auf die Anklagebank.

DNA-Spuren auf einem Schalthebel führten die Ermittler nach einem Autodiebstahl auf die Spur eines Tschechen. Das allein genügte aber nicht, um ihm alle Vorwürfe nachzuweisen.
DNA-Spuren auf einem Schalthebel führten die Ermittler nach einem Autodiebstahl auf die Spur eines Tschechen. Das allein genügte aber nicht, um ihm alle Vorwürfe nachzuweisen. © Symbolfoto/Sebastian Schultz

Riesa/Gröditz. Rechtsstaatlichkeit ist manchmal eine aufwendige Sache. Da werden DNA-Analysen veranlasst, rechtsmedizinische Gutachten angefertigt, länderübergreifende Recherchen durchgeführt – und am Ende kommt der Angeklagte mit einer läppisch anmutenden Geldstrafe davon.

So ist es zumindest im Falle Jan S., einem Schlosser aus dem tschechischen Städtchen Sluknov. Er geriet durch einen Autoklau in Gröditz ins Visier der Ermittler. Dort war im Jahr 2018 ein VW Caddy aufgebrochen, kurzgeschlossen und geklaut worden.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Das Fahrzeug fand sich später in einer Gröditzer Garage wieder, allerdings fehlte diverses Werkzeug, das sich darin befunden hatte. Am Schaltknauf und auch an anderen Stellen im Auto ließ sich die DNA von Jan S. nachweisen, außerdem konnte die Polizei ihm eine Jacke, Mütze, Handschuhe und eine Taschenlampe zuordnen. Das bringt den 38-Jährigen auf die Anklagebank im Riesaer Amtsgericht.

Der Delinquent leugnet, jemals in Gröditz gewesen zu sein. Außer einem Kurzbesuch in Sohland habe er überhaupt nie deutschen Boden betreten. Wie dann seine Sachen in das geklaute Auto gekommen seien? Nun, es habe vor ein paar Jahren einen Einbruch in seine Garage gegeben, da hätten die Diebe offenbar Kleidungsstücke und Taschenlampe mitgenommen. Das behauptete Jan S. schon bei einem Verhandlungstermin, der einige Zeit zurückliegt. Das Gericht ist der Sache nachgegangen und hat bei den tschechischen Behörden angefragt. Dort liegt keine Anzeige über einen Einbruch in besagter Garage vor. Es würde auch nicht erklären, wie die DNA des Angeklagten an den Schaltknauf des VW Caddy gekommen ist.

Natürlich liegt der Verdacht nahe, dass der Tscheche Teil einer Diebesbande gewesen ist, die in Gröditz ihr Unwesen trieb. Verurteilt werden darf er aber nur für das, was das Gericht ihm eindeutig nachweisen kann. Und das ist nicht viel. Den Sachschaden beim Aufbrechen des Fahrzeuges zum Beispiel könnte durchaus ein Komplize verursacht haben. Gleiches gilt für das Kurzschließen der Zündung, das nicht mit DNA-Spuren oder Fingerabdrücken zu belegen ist.

Weiterführende Artikel

Werkzeug-Klau aus Handwerkerautos

Werkzeug-Klau aus Handwerkerautos

Die Diebe sind organisiert. Ihre Beute taucht in der Regel nicht mehr auf dem Markt in Deutschland auf.

Belegen lässt sich lediglich, dass Jan S. das geklaute Auto fuhr. Das erfüllt immerhin den Tatbestand des Diebstahls. Weil die Tat schon drei Jahre zurückliegt, wird die lange Zeit, die inzwischen vergangen ist, noch als mildernder Umstand berücksichtigt. Deshalb kommt der Angeklagte mit einer Geldstrafe von 800 Euro davon. Immerhin muss er noch die Prozesskosten für das aufwendige Verfahren tragen.

Mehr zum Thema Riesa