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Riesa: Verletzter Falke hat es nicht geschafft

Der Vogel war beim Sturm vergangene Woche verletzt worden, Feuerwehrleute brachten ihn in den Tierpark. Warum eine Rettung nicht möglich war.

Ein großer Ast war bei einem Wolkenbruch am Riesaer Puschkinplatz abgebrochen. Auch ein Vogelnest samt jungem Falken stürzte dabei ab. Nun ist das Tier gestorben.
Ein großer Ast war bei einem Wolkenbruch am Riesaer Puschkinplatz abgebrochen. Auch ein Vogelnest samt jungem Falken stürzte dabei ab. Nun ist das Tier gestorben. © Jörg Richter/Montage: SZ

Riesa. Der junge Greifvogel, der nach dem Wolkenbruch am Donnerstagnachmittag von der Feuerwehr gerettet wurde, musste eingeschläfert werden. Das hat Tierparkchefin Janina Kraemer jetzt mitgeteilt. Das Jungtier hatte nahe dem Puschkinplatz in einem großen Baumast gesessen, der beim Sturm abgeknickt und auf ein Auto gestürzt war.

Letztendlich sei die Beinverletzung des jungen Turmfalken zu schwer gewesen, erklärt Janina Kraemer. Das hatte eine tierärztliche Untersuchung am Dienstag ergeben. Zwar hätte der Bruch theoretisch behandelt werden und womöglich wieder verheilen können. Der Vogel hätte dann aber mit einem verkürzten Bein leben müssen - und damit auch nicht mehr ausgewildert werden können. "In so einem Fall muss man immer abwägen, was das Beste für das Tier ist", erklärt Janina Kraemer. Dazu kommt noch, dass Turmfalken keine bedrohte Art sind.

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Tatsächlich überleben nur die wenigsten Vögel, die mit Verletzungen im Tierpark ankommen. "Rund 80 Prozent schaffen es nicht." Glück hatte beispielsweise ein Rotmilan, dem ein Flügel amputiert werden musste. Eine Auswilderung sei zwar auch in seinem Fall nicht mehr möglich, dafür könne man sich aber vorstellen, das Tier zumindest im Tierpark zu behalten und ihm sogar eine Partnerin zu suchen, sagte Kraemer schon im Juni.

"Feralpi-Falken" erfolgreich ausgewildert

Neben dem jungen Turmfalken hatten die Feuerwehrleute nach dem Gewitter am Puschkinplatz auch noch einen Altvogel gerettet. Der allerdings sei im Tierpark nicht angekommen, sagt Janina Kraemer. Der Vogel war beim Abbruch des Asts schwer verletzt worden. Eine Nachfrage bei der Feuerwehr ergibt, dass das scheue Tier schließlich entwischt sei. Angesichts seiner schweren Verletzungen ist es zweifelhaft, ob es überlebt hat.

Während es beim jüngsten Pflegling der Auffangstation nicht geklappt hat, konnte der Tierpark kürzlich auch schon gute Nachrichten verkünden. Die jungen Turmfalken, die im Juni auf dem Stahlwerksgelände gefunden wurden, seien mittlerweile in Freiheit entlassen. Insgesamt drei Jungtiere hatten Feralpi-Mitarbeiter gefunden und dann die Tierpark-Mitarbeiter gerufen. "Zwischenzeitlich befanden sich in unserer Voliere für Fundvögel bis zu fünf solcher etwa vier bis fünf Wochen alten Turmfalken, die aus unterschiedlichen Brutrevieren in der Umgebung von Riesa stammten", berichtet der Tierpark auf seiner Facebook-Seite.

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Die jungen Greifvögel waren allerdings nicht verletzt, sondern lediglich bei ihren ersten Flugversuchen in Gefahrengebieten gelandet, betont die Tierpark-Chefin. In die Obhut der Tierpfleger waren sie also nur als Vorsichtsmaßnahme gelangt, wie das auch mit Jungtieren geschieht, die nahe stark befahrener Straßen gefunden werden. In der freien Wildbahn wären sie sonst auch außerhalb des Nests weiter von den Eltern gefüttert worden, hatte Janina Kraemer schon im Juni erklärt. In den vergangenen Wochen übernahmen nun die Tierpark-Mitarbeiter.

Die Auffangstation im Riesaer Tierpark kümmert sich regelmäßig um verletzte oder hilflos aufgefundene Wildvögel, ein großer Teil davon Greifvögel. Auch Störche werden regelmäßig in der Anlage am Kloster aufgepäppelt.

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