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Lieferdienst für Riesaer Senioren geplant

Angehörige der Corona-Risikogruppe sollten am besten zu Hause bleiben. Aber wie kommt das Essen ins Haus?

Isabel Thaler ist Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus an der Alleestraße. Dort will man jetzt einen Einkaufsservice für Senioren anbieten.
Isabel Thaler ist Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus an der Alleestraße. Dort will man jetzt einen Einkaufsservice für Senioren anbieten. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Isabel Thaler hat ihren Einkaufskorb schon gepackt: Orangensaft, Wasser, eine Packung grüner Tee, Äpfel. Noch ist das für den eigenen Bedarf. Aber die Mitarbeiterin vom Mehrgenerationenhaus an der Alleestraße in Riesa würde auch gern dafür sorgen, dass Anwohner in den Stadtteilen Gröba und Merzdorf ihre Einkäufe bis an die Tür bekommen.

Schließlich sollten doch Angehörige der Risikogruppe der über 80-Jährigen es derzeit möglichst meiden, im Alltag mit vielen anderen Menschen in direkten Kontakt zu kommen. Und während man deshalb in anderen Orten schon seit dem Frühjahr 2020 Einkaufshilfen organisiert habe, wolle man das nun auch in der Einrichtung des Vereins Sprungbrett.

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"Dabei geht es vor allem um die Unterstützung von Menschen, die keine Hilfe von Angehörigen oder von einem Pflegedienst bekommen", sagt Isabel Thaler. So eine Unterstützung in der direkten Nachbarschaft sei doch wichtig für ein lebendiges Miteinander. Geplant sei eine kostenlose Hilfe, die man schon durch einen einfachen Anruf im Mehrgenerationenhaus erhalten könne. "Wir helfen Ihnen gerne und bringen Ihnen nach Absprache den Einkauf an die Türe."

Anfangs werde es wohl genügen, wenn die drei Mitarbeiterinnen der Sprungbrett-Einrichtung die Einkaufshilfe übernehmen. Sollte der Bedarf größer werden, seien ehrenamtliche Helfer gefragt. "Denkbar wäre es, das Angebot auch außerhalb von Gröba und Merzdorf anzubieten - aber dann müssten sich auch Helfer aus den anderen Stadtteilen finden", sagt die studierte Kulturpädagogin.

Die Mitarbeiterinnen im Mehrgenerationenhaus müssen sich unter Corona-Bedingungen ohnehin überlegen, wie sie Angebote für den Stadtteil organisieren: Denn die sonst üblichen Gruppen, die das Gebäude hinter dem Norma-Areal besuchen, dürfen sich schon seit Corona dort nicht mehr treffen. Dabei hatte man nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 erst im September das Haus wieder aufgemacht. "Das war damals eine große Erleichterung für unsere Besucher, vor allem Seniorinnen", sagt Isabel Thaler.

Die Leipzigerin hatte damals gerade erst neu in Riesa beim Sprungbrett e. V. angefangen. Zuvor hatte die Nürnbergerin bei einem soziokulturellen Zentrum in Leipzig gearbeitet. Mittlerweile hat sie aber festgestellt, dass unter den Stammgästen das Verständnis für die Corona-Einschränkungen überwiege. "Wir hatten das damals auch gemeinsam mit den Gruppenleiterinnen beschlossen." Wichtig sei es, gut durch die Pandemie zu kommen - um danach wieder neu durchstarten zu können.

Mehrere Sportgruppen nutzen das Mehrgenerationenhaus, eine Tanzgruppe, eine Handarbeitsgruppe. Um die 40 bis 50 Leute würden das Haus unter normalen Umständen pro Woche besuchen. Bislang handele es sich vor allem um agile Senioren, die beispielsweise gerade gemeinsam ein Buch mit Backrezepten gestaltet haben.

Man versuche aber mit Aktionen wie dem Elternfrühstück, auch noch mehr junge Familien mit Kindern zu erreichen. Auch Jugendliche dürften gern kommen - befindet sich doch die Oberschule Am Merzdorfer Park in ihrem derzeitigen Ausweichquartier direkt auf der anderen Straßenseite. Und mit der Kita nebenan arbeitet man ebenfalls zusammen, zuletzt mit einem täglich neu befüllten Adventskalender im Mehrgenerationenhaus. Auch wenn man täglich geöffnet und ansprechbar war, werde es Veranstaltungen wohl erst in der zweiten Jahreshälfte wieder geben.

Für die Einkaufshilfe-Aktion hat Isabel Thaler einen Wunsch: "Es wäre schön, wenn man so Kontakte knüpfen könnte, die auch nach Corona noch halten."

Einkaufshilfe in Gröba und Merzdorf

  • Kontakt für Interessenten oder Helfer: Mehrgenerationenhaus Riesa, Alleestraße 88, 03525 518678. Das Telefon ist besetzt Montag - Donnerstag, 9.30 - 13 Uhr; sonst auch gern Anrufbeantworter. Email: [email protected].
  • Die Einkaufshilfe wird unter Einhaltung eines dafür erstellten Hygienekonzeptes organisiert.

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