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Keine Ausnahmen bei der Maskenpflicht

Mal eben für die Raucherpause oder einen Biss in die Bratwurst die Maske unters Kinn ziehen - auf der Hauptstraße in Riesa könnte auch das teuer werden.

Seit November gilt auf dem Boulevard die Maskenpflicht - auch im Bereich vor der Elbgalerie. Eine Ausnahme für Raucher oder einen kurzen Snack gibt es nicht.
Seit November gilt auf dem Boulevard die Maskenpflicht - auch im Bereich vor der Elbgalerie. Eine Ausnahme für Raucher oder einen kurzen Snack gibt es nicht. © Fotos: Klaus Dieter Bruehl/ Sebastian Schultz; Mon

Riesa. Der Mund-Nasen-Schutz ist mittlerweile schon so etwas wie der ständige Begleiter auch im Riesaer Stadtbild: Seit November 2020 gilt entlang der Hauptstraße schon die Pflicht zum Tragen der Maske, kurz darauf ließ die Stadt auch Schilder anbringen, die darauf hinweisen. Trotzdem gibt es auch drei Monate danach noch das eine oder andere Missverständnis dazu, was eigentlich geht - und was nicht. Davon berichtet ein Riesaer, der sich in der SZ-Redaktion gemeldet hat.

Seine Frau habe vor dem Einkauf in der Elbgalerie Geld abgehoben - und dabei beobachtet, wie ein Raucher von der Polizei angesprochen wurde. Der Mann stand innerhalb des gekennzeichneten Raucherbereichs. Als seine Frau davon erzählte, habe ihn das stutzig gemacht, sagt der SZ-Leser. "Meines Wissens ist es nicht verboten, trotz Maskenpflicht, zu rauchen, zu trinken oder zu essen. Auch wenn auf dem ganzen Boulevard Maskenpflicht zählt. Wie verhält es sich nun rechtlich in Riesa?"

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Bratwurst in der Verpackung

Tatsächlich verhält es sich nicht, wie der Mann vermutet - aber eben nicht nur in Riesa. Man könne den konkreten Fall zwar nicht genau beurteilen. Die rechtliche Situation sei aber in der Sportstadt nicht anders als im gesamten Freistaat, erklärt Pressesprecher Uwe Päsler. "Maskenpflicht und andere Tätigkeiten, wie Trinken, Essen und Rauchen schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Eine Ausnahme ist auch nirgends niedergeschrieben." Bleibe nur die eine Lösung: "Raucher sollten für ihre Zigarette den Bereich also möglichst verlassen."

Laut Uwe Päsler hat es im Landkreis Meißen auch andere Fälle gegeben, in denen die Verordnung genau so ausgelegt worden sei. Da sei Fingerspitzengefühl gefragt. Im beobachteten Fall etwa beließ es die Polizei wohl bei einem Hinweis - und forderte den Raucher dazu auf, die Zigarette auszumachen und die Maske wieder aufzusetzen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Verzehr von Speisen. Seit November wird vor der Elbgalerie neben Fisch auch warmes Essen verkauft. Die Fleischerei Richter bietet draußen unter anderem Bratwurst und Bouletten im Brötchen. Das verleitet den einen oder anderen dazu, die Mahlzeit zu essen, solange sie noch warm ist. Es ist der Versuch, die Corona-Folgen ein wenig zu kompensieren, sagt Sprecherin Claudia Richter. Momentan ist der Stand notgedrungen zu - weil Mitarbeiter ihre Kinder daheim betreuen müssen, fehlt das Personal. Mit etwas Glück könne man nächste Woche wieder öffnen, versprechen kann Claudia Richter das aber nicht. Auf die Maskenpflicht vor Ort sei das Unternehmen aber eingestellt: "Das Essen wird verpackt, und wir versuchen auch, die Kunden darauf hinzuweisen." Am Ende sind die aber selbst in der Verantwortung, sich auch dran zu halten.

Gut 400 Anzeigen seit Pandemiebeginn

Trotz solcher Vorfälle habe sich die Beachtung der Maskenpflicht zunehmend besser eingespielt, stellt der Rathaussprecher fest. "Auch wenn es niemandem Spaß macht, ist die Einsicht überwiegend vorhanden."

Tatsächlich hält sich die Zahl der Verstöße seit der ersten Corona-Schutzverordnung in Grenzen - jedenfalls legen das die Zahlen aus dem Kreisordnungsamt Meißen nahe. Aus dem Bereich des Polizeireviers Riesa, das neben der Stadt auch das Umland bis nach Gröditz und Lommatzsch umfasst, seien bis Ende Januar 424 Anzeigen eingegangen. "Gegen sechs Bußgeldbescheide wurde bereits Einspruch eingelegt", teilt die Sprecherin des Landratsamts Anja Schmiedgen-Pietsch mit. Hinzu kommen außerdem zehn Anzeigen, die das Ordnungsamt in Riesa übermittelt habe. Der große Unterschied zwischen den von Stadt und Polizei geahndeten Verstößen liegt am vereinbarten Vorgehen, erklärt Stadtsprecher Uwe Päsler fest. "Die Masse der Verstoßfälle wurde über die Polizei abgewickelt." Als Beispiel nennt Päsler die Weihnachtsveranstaltung im Dezember in Poppitz. "Auch im Rahmen von gemeinsamen Streifen hat man sich zwischen Stadt und Polizei auf dieses Vorgehen verständigt."

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Bei diesen etwas mehr als 400 Anzeigen muss es sich aber nicht zwingend um Verstöße gegen die Maskenpflicht handeln. Diese werden nicht gesondert erfasst; in die Fallzahl könnten also auch Verstöße gegen Kontaktverbote oder Hygienekonzepte eingeflossen sein.

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