merken
PLUS Riesa

Fast 70 Ideen für Riesas Bürgerhaushalt

Gut ein Dutzend Vorschläge für eine schönere Stadt wurden am Ende ausgewählt - von der Bank bis zum Schwibbogen.

Zum ersten Mal rief Riesa zur Beteiligung an einem Bürgerhaushalt auf. Fast 70 Vorschläge gingen am Ende ein.
Zum ersten Mal rief Riesa zur Beteiligung an einem Bürgerhaushalt auf. Fast 70 Vorschläge gingen am Ende ein. © Eric Weser

Riesa. Die Resonanz spricht schon für sich: Insgesamt 66 Vorschläge für Riesas ersten Bürgerhaushalt waren in den vergangenen Wochen im Rathaus eingegangen. In der jüngsten Stadtratssitzung umriss Bürgermeisterin Kerstin Köhler die Projekte, die sich am Ende durchgesetzt hatten.

Von den insgesamt 66 eingereichten Ideen erfüllten am Ende 30 die Kriterien für eine nähere Begutachtung durch die Arbeitsgruppe, der Vertreter der Stadtratsfraktionen, der Ortschaftsräte und der Stadtverwaltung angehören. "Teils waren unter den eingereichten Vorschlägen Projekte, die wir schon im Blick hatten", erklärte Kerstin Köhler. Das betreffe beispielsweise Reparaturen an Spielplätzen und Gehwegen. Letztendlich schafften es 13 Vorhaben auf die Umsetzungsliste, für die ein Budget von 20.000 Euro zur Verfügung steht.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Auch die Ortsteile sollten profitieren: Eine Tafel am Eingang zum Stadtrat zeigt die Verteilung der 13 ausgewählten Vorschläge im Stadtgebiet.
Auch die Ortsteile sollten profitieren: Eine Tafel am Eingang zum Stadtrat zeigt die Verteilung der 13 ausgewählten Vorschläge im Stadtgebiet. © Eric Weser

Die kleinen Investitionen verteilen sich dabei auf das Stadtgebiet und die Ortsteile, die auch eine im Stadtrat präsentierte Karte deutlich machte. Bei den konkreten Vorschlägen habe das direkte Lebensumfeld erwartungsgemäß im Mittelpunkt gestanden, so die Stadt. Gleich mehrere Ideen betrafen dabei den Merzdorfer Teich, erklärte Kerstin Köhler. Die Ideen reichten von neuen Bänken über Insektenhotels und das Anlegen eines Naturlehrpfads. Bei der Umsetzung will die Stadt mit der Lebenshilfe und der am Teich ansässigen Freizeitinsel kooperieren.

Das Thema Insekten und Vögel war auch eine Problematik, die Weidaer Bürger zur Sprache gebracht hatten. Dort und in der Innenstadt hat sich die Stadtverwaltung laut Kerstin Köhler bereits die Wohnungsgesellschaft Riesa (WGR) ins Boot geholt, um Vogeltränken und Insektenhotels aufzustellen. Das Thema lasse sich gut mit den Blühwiesen auf den Grundstücken der WGR verbinden.

Foto fürs Amtsblatt: Einige der Bürger, deren Ideen ausgewählt wurden, waren auch im Stadtrat anwesend.
Foto fürs Amtsblatt: Einige der Bürger, deren Ideen ausgewählt wurden, waren auch im Stadtrat anwesend. © Eric Weser

Verschiedene Ideen für Sitzgelegenheiten gab es auch für den Sportplatz in Mautitz, für die Pausitzer Delle und den Lutherplatz. In Oelsitz sollen außerdem die Wiese und die Hecken auf dem Dorfplatz wieder hergerichtet werden, in Leutewitz soll aus dem Bürgerhaushalt die Restaurierung eines historischen Zauns am Gemeinschaftshaus bezahlt werden. Ein Vorschlag aus Canitz hatte dagegen den Aufbau einer Fahrrad-Reparaturstation am Rio-Radweg zum Inhalt. Ein anderes Anliegen verfolgt die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Riesa. Im Stadtteil Gröba möchte sie für verschiedene Veranstaltungen und Freizeiten eine Pfadfinder-Jurte anschaffen. Dank des Bürgerhaushaltes werde die Stadt dazu einen erheblichen Betrag beisteuern.

Ein Vorschlag befasste sich derweil mit den Hundehaufen auf Gehwegen und in Grünanlagen. Die Anregung aus der Bürgerschaft sei es gewesen, mit originellen Schildern die Hundehalter an ihre Pflichten zu erinnern, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere mitzunehmen und zu entsorgen.

Eine ganz andere Idee für die Verwendung des Geldes kam aus Nickritz: Nachdem dort erst kürzlich die Auenwaldstraße ausgebaut werden konnte, soll an dieser Stelle nun ein großer Schwibbogen aufgestellt werden. Das Vorhaben will die Stadt bereits Ende November verwirklicht haben. Grundsätzlich sei es aber Ziel, auch die anderen Investitionen bis Ende 2021 umgesetzt zu haben, betonte Kerstin Köhler in der Ratssitzung.

Das Budget für den Bürgerhaushalt war im Doppelhaushalt 2020/21 zum ersten Mal überhaupt festgelegt worden. Für die Idee, die in anderen Städten schon länger Schule macht, hatte sich insbesondere die Linke-Fraktion um Volker Thomas eingesetzt.

Mehr zum Thema Riesa