merken
PLUS Riesa

Neue Bäume für den Karl-Marx-Ring

Eine Gruppe von Riesaern hat der WGR gleich ein Dutzend Pflanzen gespendet. Dabei soll es nicht bleiben.

In den vergangenen Jahren wurden viele der Gebäude am Karl-Marx-Ring saniert, nun soll der Innenhof gestaltet werden. Dafür hat eine Initiative jetzt Bäume gespendet. Vorn Stadtrat Manfred Kuge, hinten Anwohner Helmut Stelzer, der mit anpackte.
In den vergangenen Jahren wurden viele der Gebäude am Karl-Marx-Ring saniert, nun soll der Innenhof gestaltet werden. Dafür hat eine Initiative jetzt Bäume gespendet. Vorn Stadtrat Manfred Kuge, hinten Anwohner Helmut Stelzer, der mit anpackte. © Sebastian Schultz

Riesa. Als es mit dem Spaten nicht weitergeht, muss Andreas Näther zur Hacke greifen. Der Boden ist hart, ab und an finden sich Überreste des Kindergartens, der einmal auf der Fläche im Karl-Marx-Ring stand. Das Gebäude ist schon länger verschwunden, zurück blieb eine leere Fläche inmitten der Wohnblöcke. Letztere sind in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand saniert worden. Jetzt soll die Fläche zwischen den Gebäuden Stück für Stück begrünt werden. Der Großvermieter hat das Areal deshalb dem Verein "Lebnatene" überlassen.

Die Initiative hatte schon länger vorgehabt, Bäume in der Innenstadt zu pflanzen, erklärt Lebnatene-Chef Uwe Anger. Ursprünglich hatte man nach längerer Suche die Fläche zwischen Poppitzer Straße und Poppitzer Landstraße ins Auge gefasst. "Aber dann wollte die Stadt dort selbst pflanzen", erzählt Anger. Als Alternative wurde schließlich die Fläche der Wohnungsgesellschaft Riesa (WGR) angeboten. Die sei eigentlich sogar noch besser geeignet, was die Lage angeht - weil zentraler.

Anzeige
Roboter lernen das Streicheln
Roboter lernen das Streicheln

Eine neue Art des Internets ermöglicht künftig, dass wir Neues ganz anders lernen als bisher. Wie das geht, wird am Exzellenzcluster CeTI erprobt.

Die Sponsoren für die Bäume gab es schon, als die Fläche noch nicht bekannt war: Neben Andreas Näther, Manfred Kuge und Gunnar Hoffmann aus der Fraktion Gemeinsam für Riesa hat sich auch die Elbgalerie mit drei Bäumen beteiligt; Centermanager Andree Schittko greift am Freitag ebenfalls zum Spaten. Zu den Spendern gehört aber auch eine Familie aus Seerhausen, die der Großnichte eine Linde zur Konfirmation schenkt. Für eine junge Frau pflanzen die Spender auch zwei Bäume, um an ihre verstorbenen Kinder zu erinnern.

Gepflanzt wurde ausdrücklich nichts Exotisches, erklärt Yvonne Ledwa von der WGR. Platanen, Linden und Stadtbirnen wurden beispielsweise gekauft. Bei der Auswahl sei es zum einen darum gegangen, was überhaupt verfügbar ist - das sei derzeit nicht ganz leicht. Und zum anderen habe man Bäume auswählen müssen, die mit dem trockenen Stadtklima zurechtkommen. "Da muss man mittlerweile extrem aufpassen."

Manfred Kuge und Gunnar Hoffmann (beide parteilos) beim Pflanzen im Karl-Marx-Ring.
Manfred Kuge und Gunnar Hoffmann (beide parteilos) beim Pflanzen im Karl-Marx-Ring. © Sebastian Schultz

Eigentlich habe man die Idee gehabt, die Anwohner aus den umliegenden Wohnhäusern gleich beim Pflanzen der 13 Bäume einzubeziehen. Rund 200 Flugblätter hatte Baumpate Gunnar Hoffmann noch am Vortag in den Briefkästen verteilt. Zur Aktion am Freitagmittag hat sich aber nur einer eingefunden: "Hier fehlt viel Grün", sagt Helmut Stelzer, "da ist auch einiges weggekommen, als gebaut wurde". Um an dem Zustand etwas zu ändern, ist der 81-Jährige auch bereit, selbst mitzuarbeiten. "Ich hatte 40 Jahre lang einen Garten im Reiter und hab immer viel Sport getrieben." Da mache ihm die Arbeit nichts aus.

Weiterführende Artikel

Finale am Karl-Marx-Ring

Finale am Karl-Marx-Ring

Die Wohnungsgesellschaft hat ihre Häuser an der Straße in den vergangenen Jahren saniert. Nun sind die vier letzten Eingänge dran.

Etwas mehr Engagement seitens der Anwohner hätte sich auch Uwe Anger gewünscht, räumt er unumwunden ein. Aber dazu müsse man die Menschen wohl erst wieder erziehen. Ein schwieriges Unterfangen. Trotzdem soll es bei den gepflanzten Bäumen allein nicht bleiben. Normalerweise bekomme jeder Baum auch eine Plakette, auf der der Name des Spenders und ein Spruch vermerkt sind, sagt Uwe Anger. Darüber hinaus will er auf der momentan kargen Fläche des ehemaligen Kindergartens eine Blühwiese ansäen. "Wir wollen uns dort dann auch mit der Mahd zurückhalten", verspricht WGR-Mitarbeiterin Yvonne Ledwa. Und damit das Gelände insgesamt noch mehr Struktur bekommt, sollen noch einige niedrigere Gewächse gepflanzt werden.

Weitere Nachrichten aus Riesa und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa