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"Online kommt für mich nicht infrage"

Der Chef der Riesaer Elbgalerie spricht über das Weihnachtsgeschäft, die Maskenpflicht - und wo er selbst seine Geschenke kauft.

André Schittko, Centermanager der Riesaer Elbgalerie.
André Schittko, Centermanager der Riesaer Elbgalerie. © Sebastian Schultz

Riesa. Herr Schittko, kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke eigentlich alle in der Elbgalerie?

Ja, ich erfülle die Wünsche meiner Familie hauptsächlich in der Elbgalerie. Nur wenn es den einen oder anderen Wunsch in Riesa nicht zu erfüllen gibt, war ich in Dresden. Aber immer und prinzipiell im regionalen Handel. Online kommt für mich nicht in Frage und das nicht nur in „Corona-Zeiten“. Wer seit Jahren um die Attraktivität des Einzelhandels und der Innenstadt bemüht ist, ist aus meiner Sicht auch verpflichtet, sein Kaufverhalten danach auszurichten.

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Wie ist denn das Weihnachtsgeschäft bei Ihren Mietern bisher angelaufen?

Das Weihnachtsgeschäft ist sehr schleppend angelaufen. Nach Aussagen meiner Mieter liegen die Umsätze um 30 bis 50 Prozent unter denen im Vergleichszeitraum 2019.

Womit locken Ihre Händler die Kunden? Was bietet die Elbgalerie, was der Online-Handel nicht hat?

Angebote unserer Händler gibt es eigentlich über das gesamte Jahr. Besonders in der Weihnachtszeit, angefangen mit der „Black Woche“, sind diese natürlich besonders attraktiv. Außerdem locken viele Geschäfte mit Gewinnspielen, Adventskalendern und Mitmachangeboten. Dabei stehen nicht nur die Kunden, sondern auch oft soziale Einrichtungen im Vordergrund, denen dann Erlöse oder Präsente zugutekommen. Nicht zuletzt auch deshalb sollten wir den regionalen Einzelhandel unterstützen: Die Händler sind oft diejenigen, die im Sponsoring auch regionale Sportvereine, soziale Projekte, Bürgerinitiativen, regionale Aktionen/Feste und mehr unterstützen. Die Stärke des Einzelhandels liegt, wie schon oft erwähnt, in der Beratung durch fachkompetentes Personal - dem Fühlen, Schmecken, Riechen und Sehen (ohne Foto-Shop). Das bietet der Online-Handel nicht.

Wie wirken sich die aktuellen Corona-Vorschriften bei Ihnen im Haus aus: Wie viele Kunden dürfen eigentlich gleichzeitig rein?

Durch die seit 1. Dezember 2020 geltenden Corona-Hygienevorschriften (Verkaufsfläche größer als 800 Quadratmeter = ein Kunde pro Quadratmeter, Verkaufsfläche kleiner als 800 Quadratmeter = ein Kunde pro zehn Quadratmeter) dürfen sich zur Zeit 1.087 Kunden gleichzeitig in der Elbgalerie aufhalten. Wobei einige Mieter freiwillig ihre Höchstgrenze reduziert haben und sehr verantwortlich mit der Situation umgehen. So hat Kaufland als Ankermieter seine Beschränkung auf 200 Kunden festgelegt. Unser „kleinster“ Mieter , NK – Collection, darf nur zwei Kunden gleichzeitig in sein Geschäft lassen.

Mittlerweile herrscht nicht nur in allen Einkaufszentren Maskenpflicht, sondern auch in Fußgängerzonen wie der Riesaer Hauptstraße. Haben sich die Kunden dran gewöhnt - oder müssen Ihre Mitarbeiter doch noch Diskussionen führen?

Die Maskenpflicht, welche seit 1. Dezember auch in unserem Parkhaus verpflichtend ist, wird durch unsere Kunden akzeptiert und im gesamten Einkaufszentrum weitgehend vorbildlich eingehalten. Der eine oder andere muss zwar darauf aufmerksam gemacht werden, die Maske auch wirklich über Mund und Nase zu tragen, aber das wird dann auch korrigiert.

Geben die Leute aus Ihrer Sicht noch Geld in gewohntem Umfang aus - oder merkt man beim Umsatz, dass viele in Kurzzeitarbeit sind?

Die Bereitschaft unserer Kunden, wie „gewohnt“ Geld auszugeben, ist schon eingeschränkt. Ob das nur an der derzeitigen Kurzarbeit liegt, wage ich zu bezweifeln. Die Bürger sind durch die derzeitige Situation schon sehr verunsichert. Da spielt bei vielen die Einkommenssituation eine Rolle, aber auch die Ungewissheit für ihre Zukunft, der geänderte Tagesablauf, die eingeschränkten sozialen Kontakte und sicher einiges mehr. Unter dem Motto „wer weiß, wer weiß“ hält man lieber sein Geld zusammen - soweit es möglich ist.

Gibt es da Unterschiede in verschiedenen Handelssparten?

Branchenunterschiede im Kaufverhalten gibt es schon. So wird im Food-Bereich und in der Elektro-Branche (Unterhaltungselektronik/Kommunikation/Computer) schon Geld ausgegeben bzw. investiert . Das hat sicher mit den Themen Homeoffice, Kontaktbeschränkungen, Kinderbetreuung, geschlossene Freizeit- und Gastrobetriebe zu tun.

Wie steht es aktuell um die Öffnungszeiten: Gibt es da Veränderungen, auch über die Feiertage?

Die verpflichtenden Öffnungszeiten im Center haben wir noch bis zum 1. Januar 2021 ausgesetzt. Hier wollen wir unseren Mietern die Möglichkeit geben, ihrer wirtschaftlichen Situation und der Verfügbarkeit von Personal Rechnung zu tragen. Ausgenommen davon sind die Kernöffnungszeiten an den Adventssonnabenden bis 18 Uhr, am 24. und 31. Dezember bis 13 Uhr. Außerdem beteiligen wir uns an der „Lichtelmeile“ der Werbegemeinschaft Innenstadt Riesa (WIR) am 18. Dezember bis 20 Uhr. Zusätzliche verkaufsoffene Sonntage im Dezember sind in Riesa nicht geplant.

Die Elbgalerie ist das einzige große Einkaufszentrum in der Riesaer Innenstadt; ein Ähnliches gibt es mit dem Riesapark am Stadtrand.
Die Elbgalerie ist das einzige große Einkaufszentrum in der Riesaer Innenstadt; ein Ähnliches gibt es mit dem Riesapark am Stadtrand. © Sebastian Schultz

Wenn Sie auf das "Corona-Jahr" zurückblicken: Gab es im Sommer eigentlich ein "Zwischenhoch" - oder haben sich die Auswirkungen im ganzen Jahr bemerkbar gemacht?

Leider ist die Annahme, dass im Sommer ein Umsatzhoch zu verzeichnen war, nicht richtig. Die Corona-Pandemie hat sich schon auf das gesamte Geschäftsjahr ausgewirkt.

Bei Ihrem Mieter Kaufland gab es jetzt größere Bauarbeiten. Sind die mittlerweile abgeschlossen?

Die Umbaumaßnahmen in unserem Ankermieter Kaufland sind im vollen Gange. Wobei hier in der Weihnachtszeit zum Großteil auf Arbeiten in der Verkaufsfläche verzichtet wird.

Nun gibt es auch keine Klosterweihnacht in Riesa: Kann die Elbgalerie etwas weihnachtliche Stimmung vermitteln?

Trotz Hygienekonzept und Einschränkungen möchten wir auf weihnachtliche Stimmung nicht verzichten und haben uns bemüht, das Center weihnachtlich zu dekorieren. Die Resonanz unserer Kunden zeigt, dass es uns auch recht gut gelungen ist. Außerdem haben wir uns ein Weihnachtsgewinnspiel einfallen lassen und in der Mall aufgebaut: Die Kunden sollen schätzen, wieviel Weihnachtsmänner in unserer Gewinnspielbox untergebracht sind. Gewinnspielflyer sind in allen Geschäften des Einkaufszentrums ausgelegt. Die Mieter der Elbgalerie haben dafür attraktive Sachpreise und Gutscheine zur Verfügung gestellt.

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