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Polizei sucht mit Großaufgebot nach Seniorin

Ein Hubschrauber, ein halbes Dutzend Streifenwagen und Hundeführer samt Diensthunden sind mitten in der Nacht in Glaubitz unterwegs.

Mit einem Polizeihubschrauber wurde in der Nacht über Glaubitz und Nünchritz nach einer dementen 82-Jährigen gesucht.
Mit einem Polizeihubschrauber wurde in der Nacht über Glaubitz und Nünchritz nach einer dementen 82-Jährigen gesucht. © Symbolfoto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild

Glaubitz. Mitten in der Nacht schauen Glaubitzer Einwohner in den Himmel: Dort ist niedrig und ziemlich langsam ein Hubschrauber unterwegs. Oder sind es gar zwei? Zu sehen ist er über Glaubitz und Nünchritz, auch aus Richtung Zeithain scheint es zu dröhnen.

Wie die Polizei bestätigt, lief in der Nacht zu Donnerstag in der Region eine Personensuche. "Am Abend zuvor um 20 Uhr war uns gemeldet worden, dass eine 82-Jährige aus einem Glaubitzer Pflegeheim verschwunden ist", sagt Polizeisprecher Lukas Reumund. Der Fall ist nicht ganz ohne: Die Seniorin ist dement - und womöglich in Richtung Bahnstrecke Dresden-Leipzig unterwegs.

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Denn nach SZ-Informationen stammt die 82-Jährige aus Nünchritz und ist in der Vergangenheit nicht zum ersten Mal eigenmächtig aus dem Heim gelaufen, um sich auf den Weg Richtung alte Heimat zu machen.

Die Polizei setzt gleich ein größeres Aufgebot in Bewegung: Bald suchen sechs Streifenwagen, ein Hubschrauber und Beamte mit Diensthunden nach der Vermissten. Ein zweiter Hubschrauber war allerdings nicht im Einsatz, heißt es von der Landespolizei. Und auch die Bundespolizei dementiert, einen Hubschrauber losgeschickt zu haben: Diese Behörde ist für den Bereich der Bahnstrecke zuständig.

Wie sich schließlich am Donnerstagvormittag herausstellt, hat die Dame Glaubitz auch gar nicht verlassen. Kurz vor zehn Uhr wird die Fahndung offiziell eingestellt: Da haben sich Glaubitzer bei der Polizei gemeldet, auf deren Privatgrundstück die Dame aufgetaucht war.

Für die Kosten der Suche wird die Polizei keine Rechnung ausstellen. "Bei Demenz-kranken Vermissten ist das nicht üblich", sagt Lukas Reumund. Betroffene könne man nun mal nicht einfach einsperren. Auch das gesamte Heim abzuschließen, sei wegen der anderen, nicht-dementen Mitbewohner keine Lösung.

In anderen Fällen von Vermisstensuchen könnten Angehörige dagegen sehr wohl eine Rechnung erhalten - beispielsweise dann, wenn vermisste Jugendliche in Berlin auftauchen und von der dortigen Polizei in den Zug nach Hause gesetzt werden. Dann seien anschließend die Kosten für die Fahrkarte zu erstatten.

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