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Riesa

Reges Treiben trotz Lockdown

Das Stadtmuseum Riesa ist zwangsweise geschlossen. Ruhig geht es dort trotzdem nicht zu.

Auf dem Weg in ein neues Depot: Heike Schäfer, Yvonne Straube und Magdalena Sosin (vlnr) verpacken Exponate im Riesaer Stadtmuseum.
Auf dem Weg in ein neues Depot: Heike Schäfer, Yvonne Straube und Magdalena Sosin (vlnr) verpacken Exponate im Riesaer Stadtmuseum. © Stadtmuseum Riesa

Riesa. Schon den dritten Monat keine Besucher im Haus, keine Veranstaltungen, keine neuen Ausstellungen, keine Stadt- und Klosterführungen, auch keine Unterrichtsprojekte ... Anfragen zu regionalgeschichtlichen Themen gehen nur noch online oder telefonisch ein. Was machen dann eigentlich die Museumsmitarbeiter in dieser Zeit?

Zuallererst vermissen sie natürlich die Besucher, die Lebendigkeit im Haus, den Austausch mit ihnen und neue Impulse. Aber das geht ja vielen so in dieser Zeit und muss in unser aller Interesse ausgehalten werden, heißt es vom Museumsverein. Dafür nutzen die Museumsmitarbeiter die verbleibende Zeit des Lockdown und bereiten sich intensiv auf die Zeit „danach“ vor.

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Jörg Schunack (r.) und Heiko Krauel (l.) verladen Museumsgut, um es in einem neuen Depot zu verstauen.
Jörg Schunack (r.) und Heiko Krauel (l.) verladen Museumsgut, um es in einem neuen Depot zu verstauen. © Stadtmuseum Riesa

Jörg Schunack und Heiko Krauel haben alle Hände voll zu tun mit der Einrichtung eines neuen Sammlungsdepots. Nachdem das Museum seit dem Auszug 2005 auf Grund der bevorstehenden Sanierung acht verschiedene Depots genutzt hat, steht aktuell wieder ein Umzug an. Diesmal ist es eine richtig gute, vom Bauamt der Stadtverwaltung umsichtig vorbereitete und hoffentlich sehr langfristige Lösung. Lage, Größe und Beschaffenheit des Depots bieten gute Bedingungen für eine verantwortungsvolle Bewahrung des Sammlungsbestandes und auch noch Platz, um im Museumsgebäude befindliche Depoträume zu entlasten.

Dies ist vor allem notwendig, weil hier endlich - seit 2020 - wieder die komplette, von Alfred Mirtschin angelegte archäologische Sammlung zusammengeführt und bewahrt wird. Seit den 1960er Jahren lagerte ein Großteil davon im Dresdner Depot des Sächsischen Landesamtes für Archäologie.

Heike Schlorke plant eine neue Dauerausstellung - und hat dafür unter 1.400 Feuerzeugen die Qual der Wahl.
Heike Schlorke plant eine neue Dauerausstellung - und hat dafür unter 1.400 Feuerzeugen die Qual der Wahl. © Stadtmuseum Riesa

Bevor die ausgewählten Exponate aus dem Museum umgelagert werden, müssen sie gesichtet, ihr Zustand geprüft und sachgerecht verpackt werden. Eine Aufgabe, die vor allem Heike Schäfer und Yvonne Straube realisieren. Akribisch geplant, koordiniert und überwacht wird der Depotumzug von Magdalena Sosin, der verantwortlichen Mitarbeiterin für die Sammlung.

Einer Aufgabe ganz nach ihrem Geschmack und Können, kann sich Heike Schlorke momentan fast ungestört widmen: Sie plant die Gestaltung einer neuen Dauerausstellung. Eine komplette Sammlung mit rund 1.400 Feuerzeugen bekam die Stadt Riesa im vergangenen Jahr geschenkt. Mit einer repräsentativen Auswahl daraus soll im museumspädagogischen Raum – ergänzend zu den dort bereits befindlichen Zündholzgrafiken - ein neuer Erlebnisbereich entstehen.

Geschichten aus der Gruft: Brigitte Bock, Maritta Prätzel und Ramona Geißler (vlnr) bereiten eine Sonderausstellung vor, die sich der Riesaer Klostergruft widmet.
Geschichten aus der Gruft: Brigitte Bock, Maritta Prätzel und Ramona Geißler (vlnr) bereiten eine Sonderausstellung vor, die sich der Riesaer Klostergruft widmet. © Stadtmuseum Riesa

Der Platz in der Ausstellung vor der Vitrine mit den Gruftbeigaben ist nicht zufällig gewählt, denn diese Exponate bestimmen aktuell ganz maßgeblich den Arbeitsinhalt von Brigitte Bock, Maritta Prätzel und Ramona Geißler: Sie widmen sich intensiv der Vorbereitung einer ganz besonderen Ausstellung, die ab dem 6. Juni im Stadtmuseum zu sehen sein wird. Der Titel lautet: „Geschichten über den Tod hinaus – die Riesaer Klostergruft“.

In enger Zusammenarbeit mit der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Riesa und unter der wissenschaftlichen Leitung der Anthropologin Amelie Alterauge von der Universität Bern entsteht gegenwärtig das Drehbuch für die Ausstellung. Parallel dazu wird eine begleitende Publikation erarbeitet und ein vielfältiges museumspädagogisches Programm vorbereitet. Die Sparkassenstiftung unterstützt dieses Vorhaben mit 10.000 Euro. Weitere Fördermittel zur Finanzierung der Publikation sind beantragt. (SZ)

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