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Kleiner Rekord beim Buchsommer

In diesem Jahr griffen so viele Jungs zum Buch, wie noch nie. Nur eine andere Sache blieb wie immer.

55 Bücher hat Marie Sophie Otte aus Riesa in diesem Sommer gelesen - und sich damit erneut den Titel "Lesekönigin" gesichert.
55 Bücher hat Marie Sophie Otte aus Riesa in diesem Sommer gelesen - und sich damit erneut den Titel "Lesekönigin" gesichert. © Sebastian Schultz

Riesa. Das hat es beim Riesaer Buchsommer noch nicht gegeben, sagt Bibliotheks-Mitarbeiterin Birgit Herold, als sich die Leseköniginnen und -könige aus der Region fürs Foto aufreihen. "Wir hatten noch nie zwei Jungs unter den ersten drei Plätzen." Jetzt stehen dort die beiden Elfjährigen Diego und Maximilian aus Riesa, belegen den zweiten und dritten Platz des Wettbewerbs um den fleißigsten Leser. 40 Bücher hat Gymnasiast Diego während der Ferienaktion durchgeschmökert, bei Oberschüler Maximilian sind es 35. 

Aus Sicht der Organisatoren könnte man dazu auch sagen: Teilziel erreicht. Denn der Wettbewerb soll zum Lesen animieren - und da schwächeln die Jungen erfahrungsgemäß ein wenig. Normalerweise sind etwa ein Drittel der Teilnehmer männlich, heißt es. Immerhin: Der Jungenanteil sei in den vergangenen Jahren etwas gestiegen, sagen die Verantwortlichen. In diesem Jahr waren es sachsenweit 36 Prozent, sagt Arend Flemming, Geschäftsführer des Deutschen Bibliotheksverbands in Sachsen.  So viele seien es noch nie gewesen, seit es den Buchsommer gibt. 

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Mehr als 200 Schüler machten mit

Weil in Riesa diesmal auch der landesweite Schlusspunkt für die Veranstaltung stattfand, kam neben Flemming und Vertretern aus der Stadt auch Besuch aus Dresden. Markus Franke vom Staatsministerium für Kultur und Tourismus hob hervor, dass das Lesen gerade über die schwierige Corona-Zeit hinwegtrösten konnte. "Wenn die Welt etwas enger wird, weiten wir sie durch ein Buch." 

Allein in Riesa standen mehr als 500 Bücher für den Buchsommer zur Auswahl. Insgesamt machten 201 Kinder und Jugendliche mit, mehr als die Hälfte davon kamen aus den Riesaer Gymnasien. Allerdings las längst nicht jeder Teilnehmer die geforderten drei oder mehr Bücher. Schummeln ging übrigens nicht: Wer mitmacht, muss nach dem Lesen eine Reihe von Fragen zum Inhalt der Bücher beantworten. 

Das sei eigentlich ganz gut so, sagt Marie Sophie Otte. "Ich will mich ja auch über die Bücher unterhalten." Die 16-Jährige ist zum wiederholten Mal die unangefochtene Lesekönigin. 55 Bücher hat sie vom 8. Juli bis 4. September gelesen. Mit ihrer Regentschaft ist nun allerdings Schluss: Beim nächsten Buchsommer ist sie 17 und darf nicht mehr teilnehmen. 

Fantasy und Science Fiction besonders gefragt

Die Schülerin des Werner-Heisenberg-Gymnasiums darf dafür allerdings sozusagen die Seiten wechseln: Gemeinsam mit anderen ehemaligen Gewinnern aus Riesa wird sie der Jury angehören, die demnächst dann die Bücher für die nächste Buchsommer-Runde auswählt. Welche Literatur die Jugend heute besonders anspricht, war am ehesten anhand der nominierten Bücher für den Leserpreis ersichtlich. 

Dort dominierten Science-Fiction- und Fantasy-Bücher - wie etwa der Sieger: "Vortex" erzählt, vereinfacht gesagt, von Wurmlöchern, die sich ab dem Jahr 2020 öffnen und die Erde völlig verändern: Wüsten werden Eislandschaften, manchen Menschen wachsen plötzlich Blätter auf dem Kopf. Die Protagonistin des Buchs müsse im Lauf der Geschichte ihre eigenen Vorurteile hinterfragen, sagt Autorin Anna Benning. 

Die Riesaer Lesekönigin hatte allerdings einen anderen Favoriten: Marie Sophie Ottes Lieblingsbuch des Sommers war "Bus 57" - eine Kriminalgeschichte, basierend auf einer wahren Begebenheit. 

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