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Riesa: AGV verbraucht 200 Tonnen Salz

Die Silos des städtischen Unternehmens waren zwischendurch leer, sagt der Technische Leiter. Warum er darüber froh ist.

Ein Fahrzeug der AGV Anfang Februar auf der Meißner Straße. Einen Wintereinbruch wie zuletzt, habe es jetzt zehn Jahre lang nicht gegeben, so das Unternehmen.
Ein Fahrzeug der AGV Anfang Februar auf der Meißner Straße. Einen Wintereinbruch wie zuletzt, habe es jetzt zehn Jahre lang nicht gegeben, so das Unternehmen. © Eric Weser

Riesa. Der Wintereinbruch in Riesa ist vorbei, in der Stadt taut der Schnee - und die Riesaer AGV kann sich wieder anderen Aufgaben widmen als der Straßenberäumung. "Am Dienstag fielen noch mal drei Zentimeter Schnee, da sind noch mal alle Kräfte ausgerückt", sagt der Technische Leiter Andreas Sonnenfeld am Mittwochnachmittag. Er geht davon aus, dass das Tauwetter jetzt den meisten Schnee beseitigt und ab Donnerstag keine "Wintereinsätze" mehr nötig sein werden. Punktuell war das Tochterunternehmen der Wohnungsgesellschaft WGR noch im Stadtgebiet unterwegs, etwa am Technikums-Parkplatz und an Bushaltestellen.

Nachdem in der Vorwoche viel Schnee in kurzer Zeit gefallen war, zieht Sonnenfeld eine insgesamt positive Bilanz. "Wir sind unterm Strich zufrieden, mehr geht auch nicht." Um die sogenannte Schneewulst, die sich beim Schieben am Straßenrand bildet, könne sich die AGV schlicht nicht kümmern. "Das sind 240 Kilometer Schneewulst in Riesa, die wir schieben müssten." Das sei einfach nicht zu leisten. "Die Schneeberäumung findet dort statt, wo die Allgemeinheit behindert wird." Für das eingeschneite oder zugeschobene Auto, so ärgerlich das auch sein mag, sind die Fahrer selbst verantwortlich. Früher habe man für den Fall der Fälle den Schneeschieber im Auto gehabt.

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Nicht jede Straße soll der Winterdienst anfahren

Die meisten Klagen über schlecht oder nicht geschobene Straßen erreichten die AGV aus den sogenannten D-Straßen. "Von dort kamen die meisten Anrufe. Gemeckert wurde wenig, 90 Prozent der Leute waren freundlich und fragten, wann wir denn dort durchfahren." So einfach allerdings ist das gar nicht: "Vielleicht muss man den Leuten den Unterschied erklären: Die D-Straße wird nur auf Anweisung der Stadtverwaltung angefahren." Er sei der Ansicht, dass in diesen Straßen auch das Salz wenig bringt: Weil die Straßen wenig befahren werden, mache es den Schnee nur umso mehliger - die Straße werde sogar schlechter befahrbar. "Ich denke, besser ist eine festgefahrene Schneedecke, die ab und zu gesplittet wird."

Schon jetzt ist klar, dass es so einen Wintereinbruch in Riesa lange nicht gegeben hat. AGV-Geschäftsführer Roland Ledwa sagt, in den Wintern 2009/10 und 2010/11 sei genauso viel Schnee gefallen. "Wir hatten noch den Vorteil, dass es diesmal Sonntag losging." Dadurch sei weniger Berufsverkehr unterwegs gewesen. Vor zehn Jahren war das anders, da sei der Schnee über die Weihnachtsfeiertage gefallen, als viele Leute auf den Straßen waren.

Schon jetzt hat die AGV 200 Tonnen Streusalz und Lauge verbraucht - einiges davon schon vor den Schneemassen der vergangenen Woche. Dazu kamen noch einmal 15 Tonnen Splitt. Mehrmals musste der Salzvorrat aufgefüllt werden. "Wir sind froh, dass die Silos mal leer geworden sind", sagt Andreas Sonnenfeld. Denn endlos lange lagerfähig sei es eben nicht. Es zieht Feuchtigkeit und fängt an, klumpig zu werden.

Anfang Januar 2021 füllte die AGV noch einmal ihre Salzlager nach. Offenbar eine gute Entscheidung: Bisher wurden diesen Winter mehr als 200 Tonnen Salz und Lauge verbraucht. Auch zwischendurch musste aufgestockt werden.
Anfang Januar 2021 füllte die AGV noch einmal ihre Salzlager nach. Offenbar eine gute Entscheidung: Bisher wurden diesen Winter mehr als 200 Tonnen Salz und Lauge verbraucht. Auch zwischendurch musste aufgestockt werden. © AGV Riesa

Selbst Rentner halfen beim Schneeschippen

In Sachen Technik sei die AGV gut ausgestattet, betont Andreas Sonnenfeld. Es sei nicht bei jedem Bauhof selbstverständlich, so moderne Technik zur Verfügung zu haben. Wenn es an etwas fehlt, dann am Personal. Winterdienst ist keine angenehme Aufgabe, insbesondere für diejenigen Mitarbeiter, die nicht hinterm Lenkrad sitzen: von 4 Uhr an sechs bis acht Stunden lang im Akkord Schnee schieben, auch am Wochenende. "Da muss man körperlich fit sein." Er könne nur den Hut ziehen vor den Mitarbeitern. Unter denen waren auch Frauen und selbst Rentner, die ihre ehemaligen Kollegen unterstützten. "Die hatten es finanziell sicher nicht mehr nötig."

Zusätzlich hatte die AGV noch zwei Unternehmen beauftragt, die Schneemassen, insbesondere aus der Innenstadt, heraus zu transportieren. Einen mittleren fünfstelligen Betrag habe das gekostet, heißt es von der AGV. Bezahlen werde das die Stadt.

Nachdem der Schnee mittlerweile fast vollständig geschmolzen ist, heißt es Überstunden abbauen. Aber nicht sofort, sagt Andreas Sonnenfeld: Es stehen erst noch eine Reihe von Fällarbeiten im Stadtgebiet an. Die müssen aus Naturschutzgründen bis Ende des Monats beendet sein.

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