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Riesa: 30 Euro für einen Hundekot-Verstoß

Ein Riesaer ärgert sich über Haufen in seinem Wohngebiet. Die Stadt straft Hundehalter schon ab - aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Kein schönes Stillleben aus der Riesaer Delle: Ein Anwohner ärgert sich über achtlose Hundehalter im Wohngebiet.
Kein schönes Stillleben aus der Riesaer Delle: Ein Anwohner ärgert sich über achtlose Hundehalter im Wohngebiet. © privat

Riesa. Haustiere sind in Zeiten von Corona und Ausgangssperren besonders gefragt. Zählt doch der Gassigang als guter Grund, die eigenen vier Wände zu verlassen. Und dagegen ist an sich auch nichts einzuwenden - wenn man als Hundehalter seinen Pflichten nachkommt.

"Mir sind in letzter Zeit verstärkt die Hinterlassenschaften der angeleinten vierbeinigen Zeitgenossen aufgefallen", schreibt allerdings ein Anwohner aus dem Wohngebiet in der Riesaer Delle an die Sächsische Zeitung. Als Beweis schickt er einige nicht ganz appetitliche Bilder aus den angrenzenden Straßen mit.

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Demnach lassen Hundehalte ihre Tiere mitten auf den Fußweg machen, ohne den Haufen wegzuräumen. Oder sie tüten die Hinterlassenschaften fein säuberlich ein - und werfen sie dann samt Tüte doch achtlos in die Umwelt. "Hier sollte an das Frauchen oder Herrchen appelliert werden, dass diese durch das Zahlen einer Hundesteuer nicht von der Beseitigung der Notdurft befreit sind", sagt der Riesaer.

Auch ein voller öffentlicher Abfallbehälter sei keine Entschuldigung. "Denn einen Restabfallbehälter besitzt jeder."

Beschwerden wie jetzt aus der Delle kommen bei der Zeitung gar nicht so selten an. Auch im Riesaer Rathaus? Dort spiele das Thema Hundekot eher unregelmäßig eine Rolle, heißt es auf Nachfrage. Lokale Schwerpunkte seien keine bekannt.

Falls ein Verursacher erwischt oder ermittelt wird, werde das als Ordnungswidrigkeit mit 30 bis 40 Euro geahndet, teilt die Stadt mit. "Bisher ist das aber nur in seltenen Einzelfällen passiert", sagt Rathaus-Sprecher Uwe Päsler. "Wir brauchen mindestens eine Zeugenaussage, anonyme Hinweise genügen da nicht." Und solche konkreten Aussagen gäbe es so gut wie nie. Und im Nachgang seien die Vergehen nur ganz schwer zu beweisen.

Regelmäßig im Stadtgebiet sind ja die Mitarbeiter, die auf Falschparker achten. Haben diese Gemeindlichen Vollzugsbediensteten - so heißen sie korrekt - auch einen Blick auf Hundehalter? Und sprechen sie das Thema an, wenn der Haufen auf dem Gehweg liegen bleibt? "Schwerpunkt der Arbeit unseres Ordnungsamtes im Zusammenhang mit Hunden sind eher Beißvorfälle oder die Verletzung der Leinenpflicht", sagt Uwe Päsler. Aber ja, sowohl Landes- als auch Ortspolizei - also die Rathaus-Mitarbeiter - würden bei allen Streifengängen auf Verstöße achten.

Es lasse sich aber nicht verhindern, dass einzelne Hundehalter ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Deshalb lege man als Verwaltung den Schwerpunkt auf "präventive Angebote" - in diesem Fall sind das Hundetütenspender, von denen sich 20 Stück über das Stadtgebiet verteilen. Diese würden reichlich und regelmäßig benutzt, sagt Uwe Päsler. "Wir sind für Anregungen dankbar, sofern dort weiterer Bedarf besteht."

Immerhin: Der Vandalismus an den Tütenspendern sei weniger geworden. "Wir müssen nur immer wieder feststellen, dass die Tüten benutzt, dann aber trotzdem am Straßenrand weggeworfen werden - statt sie im häuslichen Restmüll zu entsorgen", ärgert sich Uwe Päsler.

Aktuell sind übrigens 1.030 Hunde in Riesa gemeldet. "Es ist zu befürchten, dass es eine gewisse Dunkelziffer nicht gemeldeter Tiere gibt", sagt Uwe Päsler. Wer seinen Hund ordnungsgemäß anmeldet, zahlt im Stadtgebiet 92 Euro pro Jahr, in den ländlichen Ortsteilen jeweils 60 Euro. Ab dem zweiten Hund verdoppelt sich der Betrag. Richtig teuer wird es bei gefährlichen Rassen: American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pitbull Terrier kosten 300 Euro pro Jahr, ab dem zweiten Exemplar 600 Euro. Aber wie der SZ-Leser korrekt feststellt: Auch wer Hundesteuer zahlt, muss die Haufen seines Hundes wegräumen - im Interesse einer lebenswerten Stadt.

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