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Riesa: Demonstrantin beißt Polizistin

In Riesa versammeln sich Gegner der Corona-Maßnahmen viele ohne Maske. Als die Versammlungen aufgelöst werden, kommt es zu unschönen Szenen.

Szenen aus einem Youtube-Video: Teilnehmer der Corona-Proteste am Montag in Riesa bauen sich vor der Gegendemo auf. Ihre eigene Kundgebung war da schon aufgelöst.
Szenen aus einem Youtube-Video: Teilnehmer der Corona-Proteste am Montag in Riesa bauen sich vor der Gegendemo auf. Ihre eigene Kundgebung war da schon aufgelöst. © Youtube/Screenshot: SZ

Riesa/Meißen. Nach einer Demonstration gegen staatliche Corona-Maßnahmen am Montagabend in Riesa wird auf mehrere Teilnehmer ein Verfahren zukommen. Wie die Polizei am Dienstag mitgeteilt hat, hatten sich zu der angemeldeten Kundgebung etwa 80 Menschen auf dem Rathausplatz eingefunden. Zu dieser Gruppe stießen wenig später dann 50 weitere Personen, darunter auch die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Anmelderin Madeleine Feige. Aus dieser Gruppe trug laut Polizeisprecher Marko Laske niemand einen Mund-Nasenschutz - woraufhin ihnen die Polizisten den Zugang zur angemeldeten Demonstration verwehrten.

"Daraufhin rief die Anmelderin eine Spontanversammlung aus", so Marko Laske. Die hätte man auch toleriert, sagt der Polizeisprecher - wenn man sich eben an die Auflage zum Tragen der Masken gehalten hätte. Weil das nicht passierte, untersagte die Versammlungsbehörde die Demonstration. Gleichzeitig hatten die 80 Personen aus der erstgenannten versucht, sich den 50 Leuten aus der zweiten Gruppe anzuschließen, sodass am Ende das gesamte Geschehen aufgelöst werden musste. "Einsatzkräfte der Polizei sprachen daraufhin Platzverweise aus und lösten die Versammlung auf", so der Polizeibericht. Dabei sei eine Polizeibeamtin gebissen worden. Gegen eine 55-jährige Demonstrantin wird deshalb nun wegen Körperverletzung ermittelt.

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Versammlungsleiterin muss mit Verfahren rechnen

Es ist nicht das einzige Verfahren, das infolge der Demonstration eingeleitet wurde. Neben dem Biss listet der Polizeibericht zwei Beleidigungen und eine Widerstandshandlung gegenüber den Beamten auf. Außerdem seien zehn Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutz-Verordnung eingeleitet worden. Die 44-jährige Wortführerin müsse außerdem mit einem Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz rechnen.

Ein Video vom Montagabend zeigt außerdem, wie offenbar Teilnehmer aus der aufgelösten Corona-Demonstration vor einer kleinen Gegendemo stehen, von einzelnen Personen sind augenscheinlich Drohgebärden zu sehen. Es habe nach der Auflösung "Bestrebungen gegeben, zum Gegenprotest vorzudringen", so Polizeisprecher Marko Laske. "Das haben wir unterbunden." Die 16 Teilnehmer der Demonstration hätten ihre Versammlung ebenfalls angemeldet und trugen Masken.

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Deutlich glimpflicher lief dagegen das Protestgeschehen in Meißen ab. Allerdings wurde auch die dort angemeldete Versammlung auf dem Heinrichsplatz aufgelöst - ebenfalls, weil die meisten der rund 70 Teilnehmer keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Sie seien daraufhin von den Beamten angesprochen worden und hätten sich in unterschiedlichste Richtungen entfernt. Auch hier sei gegen den 43-jährigen Versammlungsleiter ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet worden. (SZ/stl)

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