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Riesa: Deshalb landeten die Abfallkalender in der Tonne

Eine Frau ärgerte sich darüber, dass Hunderte Kalender ungenutzt entsorgt wurden. Nun hat sich die Stadt noch einmal zu dem Fall geäußert.

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Das Bild löste Verärgerung aus: Hunderte Abfallkalender waren in Riesa ungenutzt in der Tonne gelandet. Jetzt hat die Stadt erklärt, warum sie trotz hoher Nachfrage übrig blieben.
Das Bild löste Verärgerung aus: Hunderte Abfallkalender waren in Riesa ungenutzt in der Tonne gelandet. Jetzt hat die Stadt erklärt, warum sie trotz hoher Nachfrage übrig blieben. © privat

Riesa. Es war ein Foto, das Fragen aufwarf: unzählige Abfallkalender, die unbenutzt entsorgt wurden – in einer Papiertonne der 4. Grundschule in Riesa. Fotografiert hatte das Bild eine SZ-Leserin – und sich darüber geärgert, dass offenbar Kalender übrig blieben, sie für ihre Mutter aber keinen habe ergattern können, sondern nur auf das digitale Angebot vertröstet worden war.

Widersprüchlich erschienen zunächst die ersten Aussagen aus dem Rathaus, wonach die Stadt keine Abfallkalender in Papiertonnen im Stadtgebiet entsorgt habe. Ob aber Exemplare übrig geblieben waren und was mit ihnen passiert war, ließ sich zum Jahresende urlaubsbedingt nicht aufklären.

Nun hat sich die Riesaer Stadtverwaltung noch einmal zu dem Thema geäußert – und die ersten Äußerungen relativiert. Wie Stadtsprecher Uwe Päsler mitteilt, seien die Kalender durch die Haustechniker in den Container auf dem Grundschulgelände gebracht worden – aus gutem Grund: "Alle Riesaer Schulen und Kindereinrichtungen haben Papiercontainer, auch Eltern und die Kinder selbst bringen alte Zeitungen und so weiter dorthin. Das Entsorgungsunternehmen zahlt den Einrichtungen – unter Verrechnung des Aufwandes – für das Papier einen finanziellen Betrag, der dann in die Schul- oder Kitakasse fließt." Die Entsorgung an Ort und Stelle sei also ausdrücklich in Absprache mit der Schule erfolgt.

2.500 Kalender nachbestellt

Dass überhaupt Kalender übrig blieben, hängt kurioserweise gerade mit der unerwartet hohen Nachfrage zusammen: Nachdem der Abfallzweckverband ZAOE im Jahr 2021 erstmals auf das Verschicken der Kalender verzichtete, sei das Rathaus eine wichtige Ausgabestelle geworden. "Zunächst hat die Stadtverwaltung 5.000 Exemplare abgenommen, weil unsere Lagerkapazität im Haus nicht mehr zulässt", so der Stadtsprecher. Als die vergriffen waren, orderte Stadt noch einmal 2.500 Exemplare nach. Von diesem zweiten Kontingent wiederum seien "einige Hundert Kalender übrig geblieben" – die dann zum Jahreswechsel entsorgt wurden. Nur, warum die SZ-Leserin aus Riesa damals vertröstet wurde, lasse sich nicht mehr nachvollziehen.

Auch in diesem Jahr ist das Rathaus Anlaufstelle für die Ausgabe des Abfallkalenders. Das Kontingent sei auf 6.000 Exemplare angepasst worden. Nach Angabe der Stadt laufe die Ausgabe im Vorraum des Rathauses reibungslos. Weitere Kalender gebe es in der Riesa-Information. (SZ/stl)