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Riesa: Wohnhaus steht in Flammen

Als die Einsatzkräfte im Ortsteil Nickritz ankommen, steht der Dachstuhl bereits voll in Brand. Es dauert Stunden, bis das Feuer gelöscht ist.

Zu einem Brand an der Auenwaldstraße in Nickritz musste die Feuerwehr in der Nacht zu Dienstag ausrücken.
Zu einem Brand an der Auenwaldstraße in Nickritz musste die Feuerwehr in der Nacht zu Dienstag ausrücken. © Feuerwehr Riesa

Riesa. Am Tag danach parkt nur noch ein einsamer Wagen der Kriminalpolizei vor dem gelben Haus in der Auenwaldstraße in Nickritz. Das Grundstück ist abgesperrt, in der Einfahrt liegen Ziegel und andere Teile vom Dach. Von dem ist nicht mehr viel übrig, bis auf ein verkohltes Skelett. Selbst von der Straße sind die Brandermittler zu sehen, die dort oben Spuren sichern. Sie suchen nach der Ursache für das verheerende Feuer, das in der Nacht auf Dienstag die Einsatzkräfte in Atem gehalten hatte.

Es ist etwa 22.45 Uhr, als bei der Feuerwehr der Notruf eingeht. "Als wir an der Einsatzstelle ankamen, stand der Dachstuhl bereits voll in Brand", sagt Riesas Wehrleiter Robert Gudat. Viel mehr als der Angriff von außen über die Drehleiter blieb in diesem Fall nicht.

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Vier Stunden lang sind die Feuerwehrleute mit dem Löschen beschäftigt. "Das ist die Art von Einsatz, die man nicht braucht", so der Wehrleiter. Es handle sich um ein älteres Massivhaus, das entsprechend langwierig zu löschen sei. Mehr als 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind im Einsatz. Neben der Hauptwache und den Stadtteilwehren Riesa-Stadt, Weida, Gröba und Nickritz ist auch die Oschatzer Feuerwehr mit ihrer Drehleiter mit dabei. Auch am Dienstagmorgen sei man noch mehrfach vor Ort gewesen, sagt Robert Gudat: zunächst routinemäßig gegen 5.30 Uhr, um eventuelle Glutnester zu löschen; dann um 7.30 Uhr. "Die Polizei hatte uns kontaktiert, weil erneut Qualm aufstieg." Wie schon in der Nacht muss auch am Morgen die Auenwaldstraße dafür komplett gesperrt werden.

Als die Feuerwehr an der Auenwaldstraße ankam, stand der Dachstuhl bereits voll in Brand.
Als die Feuerwehr an der Auenwaldstraße ankam, stand der Dachstuhl bereits voll in Brand. © Feuerwehr Riesa
Insgesamt sind rund 40 Feuerwehrleute im Einsatz - darunter auch die Drehleiter aus Oschatz.
Insgesamt sind rund 40 Feuerwehrleute im Einsatz - darunter auch die Drehleiter aus Oschatz. © Feuerwehr Riesa
Glück im Unglück haben die fünf Hausbewohner: Sie können sich eigenständig retten.
Glück im Unglück haben die fünf Hausbewohner: Sie können sich eigenständig retten. © Feuerwehr Riesa
Blick auf das Haus am Dienstagmorgen: Der Dachstuhl ist völlig abgebrannt.
Blick auf das Haus am Dienstagmorgen: Der Dachstuhl ist völlig abgebrannt. © Feuerwehr Riesa
Am Dienstag ermittelte die Polizei in der Brandruine. Die Brandursache ist noch unklar.
Am Dienstag ermittelte die Polizei in der Brandruine. Die Brandursache ist noch unklar. © Klaus Dieter Bruehl

Die beiden Familien, die das Haus ein paar Meter vom Ortseingang bewohnen, haben Glück im Unglück. "Die fünf Personen im Gebäude konnten sich eigenständig retten", sagt Robert Gudat. Die Polizei bestätigt später auf Nachfrage, es sei niemand verletzt worden. Die Bewohner – drei Frauen und zwei Männer – seien zwischen 14 und 59 Jahre alt. Ein Nachbar, der am Dienstag gerade seinen Briefkasten leert, sagt, die beiden Familien seien jetzt erst einmal bei Verwandten untergekommen. Ortsvorsteherin Gudrun Neugebauer sagt, in Nickritz seien die Hausbewohner vielen bekannt. Sie lebten schon seit Jahrzehnten in dem Gebäude. Erst vor einem Jahr sei das Dach erneuert worden, im Dachstuhl hatten sich die Bewohner ein Zimmer ausgebaut. "Wir sind sehr betroffen", sagt Gudrun Neugebauer. "Wir können froh sein, dass da alle gesund nach draußen gekommen sind."

Ob das Haus in der nächsten Zeit bewohnbar sein wird, ist zumindest fraglich. Riesas Wehrleiter bezeichnet den Zustand des Gebäudes am Dienstag als "stark sanierungsbedürftig". Feuer und Löscharbeiten haben es stark in Mitleidenschaft gezogen. "Das Dachgeschoss und das erste Obergeschoss sind komplett verbrannt", sagt Robert Gudat. Auch das Erdgeschoss dürfte kaum bewohnbar sein: "Das Wasser läuft bei den Löscharbeiten ja durch."

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Was zu dem schweren Brand geführt hat, müssen nun die Ermittlungen ergeben. Bislang könne man noch keine abschließende Bewertung treffen, heißt es am Dienstag seitens der Polizeidirektion Dresden. Die Berichte von Feuerwehr und Anwohnern lassen lediglich den Schluss zu, dass das Feuer im Dachgeschoss ausbrach. In dem kleinen Riesaer Ortsteil haben derweil schon die ersten Überlegungen begonnen, wie man den Hausbesitzern helfen kann. "Es ist ein richtiger Albtraum", sagt Gudrun Neugebauer zu der Situation. Auch sie kennt die Betroffenen persönlich. "Wir überlegen bereits, einen Spendenaufruf zu starten. Etwas anderes kann man für sie in der jetzigen Situation kaum tun."

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