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Riesa nimmt Abschied von einem Künstler

Noch beim Tag der Sachsen 2019 hatte Wolfgang Bochnia einen öffentlichen Auftritt. Nun ist der bekannte Maler gestorben.

2018 bereitete Wolfgang Bochnia im Riesaer Stadtmuseum eine große Ausstellung aus Anlass seines 80. Geburtstags vor.
2018 bereitete Wolfgang Bochnia im Riesaer Stadtmuseum eine große Ausstellung aus Anlass seines 80. Geburtstags vor. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Gesichtsausdruck konzentriert, der ursprünglich weiße Kittel farbbefleckt: Im Vorfeld des Tags der Sachsen hatte Wolfgang Bochnia einem Filmteam noch Einblick in sein Atelier gewährt. Die Szenen, mit denen Riesa für das große Volksfest 2019 warb, sind noch heute abrufbar. Und viele Riesaer werden sich auch noch an seine letzte große Ausstellung im Stadtmuseum erinnern, 2018 war das, aus Anlass seines 80. Geburtstags. Alle fünf Jahre mache er so eine große Ausstellung, sagte Bochnia damals im SZ-Interview. Diese Ausstellung sollte seine Letzte bleiben: Im Alter von 82 Jahren ist der Riesaer Künstler jetzt gestorben.

"Ich sehe und ich zeichne…", war das Anliegen des 1938 in Breslau geborenen Wolfgang Bochnia. Als Sohn des Malers Walter Bochnia begeisterte er sich schon als Kind für Malerei. Nach Flucht und Vertreibung zum Ende des Zweiten Weltkrieges kam seine Familie 1945 nach Riesa, erinnert Museumschefin Maritta Prätzel an die Anfänge.

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Hier begann Bochnia junior 1953 eine Lehre als Werbegestalter für Plakatmalerei und Schrift. Ab 1962 assistierte er seinem Vater im Atelier. An der Dresdner Kulturakademie besuchte er bei Prof. Funkat Seminare für Formgestaltung und Entwurfsarbeit. Studienreisen führten Wolfgang Bochnia nach Italien, Spanien und die Türkei.

Wolfgang Bochnia bei einer Ausstellungseröffnung im Museum 1998.
Wolfgang Bochnia bei einer Ausstellungseröffnung im Museum 1998. © Helmut Neumann/Stadtmuseum Riesa

1967 erfüllte Bochnia sich seinen Traum von einer eigenen Werkstatt für Keramik und Malerei, 1990 eröffnete er auf der Hauptstraße sein Atelier und Galeriegeschäft für Malerei und Grafik.

"Mit seinem künstlerischen Schaffen gestaltete Wolfgang Bochnia Kompositionen, die dem Betrachter gleichwohl Fantasie und Inspiration als auch kritische Auseinandersetzung mit Natur und Gesellschaft boten und abverlangten. Sein Experimentieren und Suchen nach geeigneten Strukturen für abstrakte und reale Darstellungen, die Gefühle ansprechen und zu Erkenntnissen führen, lassen Kunst erlebbar werden", sagt Maritta Prätzel.

"Mit dem Tod von Wolfgang Bochnia verlieren wir einen herausragenden Künstler unserer Stadt", sagt Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU). Der Künstler sei ein aufmerksamer Beobachter und kritischer Geist zugleich gewesen. Und ein bedeutender kultureller Botschafter der Region. Dafür habe ihn die Stadt unter anderem mit dem Riesenpreis geehrt.

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