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Riesa: Stadtrat ärgert sich über Baumfällung

Am Buswendeplatz und an einer Grundschule waren vorm Jahreswechsel mehr als zwei Dutzend Bäume abgesägt worden. Nicht alle waren abgestorben.

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Insgesamt 19 Pappeln sind am Buswendeplatz an der Rostocker Straße abgesägt worden. Die Bäume hätten bereits Merkmale des Absterbens aufgewiesen, so die Stadt.
Insgesamt 19 Pappeln sind am Buswendeplatz an der Rostocker Straße abgesägt worden. Die Bäume hätten bereits Merkmale des Absterbens aufgewiesen, so die Stadt. © Sebastian Schultz

Riesa. Dieser Anblick sorgte wahrscheinlich nicht nur bei Stefan Schwager für Fragen: Beim Spaziergang in der Adventszeit waren dem Stadtrat (Gemeinsam für Riesa) gleich mehrere Stellen aufgefallen, an denen die Stadtverwaltung Bäume hatte fällen lassen. "Unser Oberbürgermeister hat so viel für Bäume in seinem Wahlkampf versprochen", ärgert sich Schwager, "nun müssen die Riesaer nicht nur um die schönen Linden der Elbstraße fürchten, sondern auch anschauen, wie am Wendeplatz gegenüber von Neways und an der Merzdorfer Straße große und alte Bäume zerlegt werden."

Die Stadt erklärt auf Nachfrage, an den beiden Stellen seien in Summe 32 Bäume gefällt worden - 19 davon am Buswendeplatz an der Rostocker Straße. Die Pappeln hätten bereits starke Merkmale des Absterbens aufgewiesen, heißt es aus dem Rathaus. "Es gab nach jedem stärkeren Sturm erheblichen Windbruch, was natürlich gerade nahe der stark befahrenen Straße sehr gefährlich ist", erläutert Stadtsprecher Uwe Päsler. Im Herbst 2022 sollen an derselben Stelle neue Bäume gepflanzt werden. Weitere Fällungen seien derzeit noch im Stadtpark geplant. Dort sollen neun abgestorbene Bäume beseitigt werden. Die Nachpflanzungen dafür werden wohl erst später erfolgen - die Stadt rechnet damit, dass das in den kommenden drei Jahren erfolgen wird.

Das Grundschul-Grundstück in Gröba, fotografiert aus Richtung Merzdorfer Straße. Hier mussten 13 Bäume gefällt werden - um Platz für die Außenanlagen zu schaffen. Die Stadt will 32 Gehölze nachpflanzen.
Das Grundschul-Grundstück in Gröba, fotografiert aus Richtung Merzdorfer Straße. Hier mussten 13 Bäume gefällt werden - um Platz für die Außenanlagen zu schaffen. Die Stadt will 32 Gehölze nachpflanzen. © privat

Anders liegt der Fall auf dem Gelände der Storchenbrunnen-Schule in Gröba. Die 13 Laubbäume auf dem Grundstück zwischen Allee- und Merzdorfer Straße mussten für die Bauarbeiten im Zuge der Schulsanierung weichen, heißt es. Die Stadt will den hinter der Schule liegenden Pausenhof samt Sportanlagen neu gestalten. "Die Außenanlagen brauchen einen gewissen Platz", so der Stadtsprecher. "Man kann die ja die Laufbahn nicht um die Bäume herumbauen." Nach den Bauarbeiten will die Stadt auch dort neu pflanzen. Geplant sind dann 32 neue Bäume, mehr als doppelt so viele wie jetzt.

So richtig zufriedenstellend findet das Stadtrat Stefan Schwager allerdings nicht. Schon in der Vergangenheit hatten er und sein Fraktionskollege Gunnar Hoffmann sich kritisch zu Baumfällungen im Stadtgebiet geäußert. Hoffmann setzt sich seit Längerem für eine neue Baumschutzsatzung in Riesa ein. Seit der letzten Fällperiode sei in der Hinsicht aber nichts passiert. "Wir haben dieses halbe Jahr nicht genutzt", so Hoffmann. Ihn ärgere, dass über Jahrzehnte gewachsene Bäume derart leicht gefällt werden können.

Stefan Schwager verweist wiederum darauf, in der Debatte um die Weidaer Grundschule sei das umliegende Grün sogar als Argument für den Standort herangezogen worden. Er hoffe, dass die Bäume im Fall einer Sanierung in Weida nicht auch "einfach den Baumaßnahmen geopfert" werden, nachdem sie als Argument hergehalten haben. (SZ/stl)